„Echte Fotos“ in der Lokalpresse? Was sind denn „echte Fotos“?

„Echte Fotos“ in der Lokalpresse?
Was sind denn „echte Fotos“?

„Echte Fotos“ in der Lokalpresse?
Was sind denn „echte Fotos“?

Autor Edgar Wilkening

Autor: Edgar Wilkening

War seit Mitte der 1990er Mitglied im DJV Deutscher Journalisten-Verband, Landesverband Hamburg. Hat für Medienhäuser wie Gruner + Jahr, Axel Springer, Deutschlandfunk, NDR etc. gearbeitet.

Als er erlebte, wie in der Provinz Lokaljournalismus gemacht wird, hat er den DJV nach mehr als 25 Jahren aus eigenem Antrieb verlassen, weil er mit derartigen Gestalten nicht in einem Berufsverband gesehen werden will.

Die Lokalzeitung „Mindener Tageblatt“ behauptet, in ihrer Ausgabe am 22. Mai 2025 erstmals ein Bild veröffentlicht zu haben, das vollständig von einer KI generiert wurde.

Diese Premiere war der frisch gekürten Chefredakteurin des Blattes, Nina Könemann, sogar einen Kommentar wert: auf Seite 2 in der Rubrik „Durchgeblättert“.

In ihrem Text spricht die Chefredakteurin von „Tools wie ChatGPT oder Adobe“. Das ist natürlich der übliche Journalisten-Blödsinn, wie man ihn jeden Tag in schlampig zusammengeschusterten Blättchen mit „kostenoptimiertem“ Journalismus findet.

„Adobe“ ist selbstredend kein Tool. Sondern ein US-amerikanisches Software-Unternehmen, das Tools herstellt und anbietet. Hätte man wissen können; hätte man recherchieren können, wenn man gewollt hätte.

Das KI-Tool von Adobe, das die Chefredakteurin mutmaßlich meinte, trägt den Namen „Firefly“. (Und ist wiederum integriert in Software-Anwendungen wie „PhotoShop“, „Premiere“, „Illustrator“, „InDesign“ und, und, und.)

Vergleichbar zu „Langnese“, was natürlich kein Eis, sondern ein Hersteller von Eis ist. Oder „OpenAI“, was kein KI-Tool ist, sondern ein US-amerikanisches Software-Unternehmen, das das KI-Tool „ChatGPT“ anbietet.

Durchschnittlich lebenserfahrene Menschen wissen so etwas, ohne sich deshalb für oberschlau zu halten oder gleich eitel das Etikett „Journalist“ umzuhängen.

Na, geschenkt!

Ahnungslosigkeit ist immer noch der größte Karriere-Turbo in Minden. Das hatte ich ja schon des öfteren auf dieser Plattform konstatiert.

Und wenn man auf derart schlampigen Fehlleistungen von Lokalpresse rumreiten wollte, hätte man viel zu tun.

Viel interessanter ist eine andere Aussage der Chefredakteurin Könemann, bei der sie sich zu der steilen These versteigt: „Wo immer möglich werden wir echte Fotos machen.“

Stellt sich die Frage: Was soll das sein – „echte Fotos“? Und was genau sind dann unechte Fotos?

Nehmen wir mal ein Beispiel: Angenommen, eine Journalistin macht mit ihrem chicen, neuen Smartphone Fotos, die am Tag darauf in der Tageszeitung erscheinen. Handelt es sich dann um „echte Fotos“? Oder sind das dann schon unechte Fotos?

Immerhin wurden die Fotos nicht auf Film belichtet. Und durchschnittlich lebenserfahrene Menschen wissen: Moderne Smartphones verbessern automatisch jedes Bild per interner Software, in der Regel sogar KI-gestützt. Echt jetzt? Oder schon unecht?

Werden wir im Blättle von Chefredakteurin Könemann künftig keine Fotos mehr sehen, die mit dem Smartphone geknipst wurden – weil es ja keine „echten Fotos“ sind?

Drehen wir die Geschichte einen Twist weiter! Auch wieder rein theoretischer Fall: Angenommen, eine Journalistin macht in einer Tiefgarage Fotos eines verbrauchten Coffee-to-go-Bechers, den sie höchstpersönlich und eigenhändig in die Tiefgarage getragen und gammelig auf dem Boden inszeniert hat.

Wenn genau dieses Foto am folgenden Tag in der Tageszeitung erscheint: Ist das nach Lex Könemann noch ein „echtes Foto“, das den Qualitätskriterien ihrer Zeitung entspricht? Oder doch eher ein unechtes, weil vom Journalisten absichtlich inszeniertes Bild, das dem Betrachter Müll vorgaukelt, wo vorher gar keiner war?

Und noch einen Twist weiter – jetzt aber wirklich super-mega-theoretisch! Was wäre, wenn genau diese Journalistin keine zwei Wochen später aus Dank für ihren „kostenoptimierten“ Inszenierungs-Journalismus zur Chefredakteurin ernannt werden würde? Wäre das echt? Wäre das tragbar? Oder würden die Leser dann reihenweise ihre Abos kündigen – aus Protest, echt belogen worden zu sein?

Alles rein hypothetisch, natürlich! Aber es zeigt: Zwischen „echten Fotos“, wie Könemann sie versteht, und unechten Fotos zu unterscheiden, ist nicht nur eine Frage, ob bei der Erstellung „unechte“ KI eingesetzt wurde oder doch noch „echte“ Silberplatten belichtet wurden.

Gott sei Dank haben viele Zeitungen ja sogenannte „redaktionelle Leitlinien“, die die allergröbsten Auswüchse journalistischer Verfehlungen verhindern sollen – auch wenn sie meist nur rausgekramt werden, wenn’s darum geht, den Lesern die nächsten Preiserhöhungen zu begründen.

Auch das Mindener Tageblatt will jetzt seine Leitlinien im Hinblick auf KI-generierte Bilder schärfen, verheißt Chefredakteurin Könemann in ihrem Kommentar.

Freuen wir uns also! Freuen wir uns über die unfassbar großen Bemühungen um immer höhere journalistische Standards im Qualitätsjournalismus. Und auf ganz, ganz viele echt echte „echte Fotos“.

Bei mancher Tageszeitung wäre womöglich schon viel gewonnen, wenn sie ihre bestehenden Leitlinien halbwegs beachten und gelegentlich mal selbst einhalten würden.

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Eine fleischeslustige Retrospektive

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Eine fleischeslustige Retrospektive

Autor Edgar Wilkening

Autor: Edgar Wilkening

Jetzt liegt die letzte Ausgabe an den Kiosken. Es ist eines der Magazine, mit denen den Autor eine ganz persönliche Geschichte verbindet. Denn als die erste Ausgabe von „Beef“ 2009 erschien, war das Heft hervorgegangen aus einem Wettbewerb beim Verlagshaus Gruner + Jahr, an dem ich mich selbst auch beteiligt hatte.

Die Verwerfungen am Print-Markt waren damals schon deutlich erkennbar. Das Digitale mischte das Gedruckte mächtig auf. Deshalb suchte G+J 2008 nach neuen Medien-Konzepten, neuen Lösungen, neuen Formaten – gerne auch in digitaler Form.

Als Creative Director, der damals von Hamburg aus tätig war, entwickelte ich seinerzeit das Konzept eines werktäglichen Newsletters, der die Leser frühmorgendlich in den Tag begleiten sollte: kompakt gefasst mit den wichtigsten Headlines, Small-Talk plus Private-Coaching-Elementen. Titel: „Make my day“. Eine Idee, die heute – in ähnlicher Form – vieldutzendfach in deutschen Medienhäusern umgesetzt wird: von ZEIT, t-online über Pioneer bis table.media & Co.

Na, schön, meine Idee war 2008 irgendwie der Zeit zu weit voraus. Und die Wettbewerbsmacher bei Gruner + Jahr entschieden sich dann doch lieber für ein klassisch printbasiertes Konzept: ein Kochmagazin, das sich ausdrücklich an Männer richtete, entwickelt von Jan Spielhagen – eben „Beef“.

So sehr es mich freut, dass heute viele, viele Medienhäuser meine damalige Idee des Morning-Briefings so lebendig umsetzen, so sehr stimmt es mich traurig zu sehen, dass Spielhagens großartiges Magazin-Konzept jetzt mit der letzten Ausgabe am Kiosk liegt: Das Heft mit dem vielsagenden Titel „Lebe wohl“ ist auf absehbare Zeit das letzte.

Der Wandel im Publishing-Markt, der schon 2008 zu spüren war, hat längst neue Tatsachen geschaffen. Die ehrwürdige „Financial Times Deutschland“, an deren Entstehen ich Anfang des Jahrtausends mitwirken durfte, ist seit Jahren Geschichte – obwohl die Zeitung schon damals ausdrücklich auch digital mitgedacht wurde.

B-EAT, ein neueres Magazinkonzept von Spielhagen (das den früheren Redaktionssitz von Das Herz der Stadt, die Paul-Roosen-Straße auf St. Pauli, zur Street of Eat kürte) kam nicht über einige wenige Ausgaben hinaus. G+J-Flaggschiffe wie Geo und Stern schwächeln seit Jahren. Mittlerweile ist das ganze, einst stolze Verlagshaus dem RTL-Fernsehkonzern zugeschlagen worden, der Ausverkauf der Print-Titel läuft …

Zeit für einen wehmütigen Flashback: Rückblick auf ein Koch-Event der Extraklasse, veranstaltet von Beef in Hamburg im Jahr 2011. Der Bericht, den ich seinerzeit unter dem Titel „Horde Alphatiere brät Horde Rindtiere“ im Digital-Lifestyle-Magazin fiftyfine.de veröffentlicht habe, hier als Re-Publishing.

Damit sage ich danke! Danke für eine großartige Zeit mit G+J am Hamburger Hafen, mit tollen Magazinen und Projekten, und mit großartigen Blattmachern wie Jan Spielhagen & Co. „Lebe wohl.“

Horde Alphatiere brät Horde Rindtiere:
„Fleisch mich!“

Mehr Testosteron als beim Ferrari-Händler. Mehr Fleisch als am FKK-Strand. Mehr Koch-Leidenschaft als in hundert Jahren Perfektes Dinner.

Eine Horde Alphatiere war vergangenen Donnerstag in die Kochschule Hamburg eingefallen, um eine Horde Rindtiere zu braten. Zwei Dutzend Kerle, viele extra für diesen Abend aus ganz Deutschland angereist. Erklärte Fleisch-Enthusiasten. Erklärter Männerabend.

Frauen und Gemüse? Sorry, Mädels: „Wir müssen draußen bleiben.“

Denn eingeladen hatte BEEF!, das Kochmagazin aus dem Hause Gruner + Jahr, das seit etwa zwei Jahren den Markt der netten Salat- und Pasta-Heftchen aufmischt mit brachialer Optik und markanten Themen. Motto: „Männer kochen anders.“ Und wer daran noch irgendwelche Zweifel hatte, wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt.

Partner auf der Einladungskarte: Franziskaner, die Weißbier-Marke aus der AB-InBev-Gruppe, dem größten Braukonzern der Welt. Die Franziskaner wollten unter Beweis stellen, wie gut ihre Weißbiere Menüs begleiten können. Na, dann zeigt mal, was ihr könnt, Jungs!

Lars Bursian über Ausstellungsflächen

Voll der Herd(en)trieb. Moderne Induktionsherde plus ambitionierte Männerherde. Und von allen Pfannen Blick über Hamburg

Lars Bursian über Ausstellungsflächen

Die drei Alpha-Musketiere. TV-Koch Klaus Velten, BEEF!-Chefredakteur Jan Spielhagen und Biersommelier-Weltmeister Karl Schiffner übernahmen die Führung

„Fleisch mich!“ war die Ansage des Abends. „Meat me!“ Dementsprechend gab’s die ersten Begeisterungsstürme, als die Alufolien über den Fleischplatten gelüftet wurden: kiloweise T-Bone-Steaks vom US-Beef. Große Tranchen vom Iberico-Schwein. Filets vom Wagyu-Rind.

Alles in sensationeller Qualität. Bezogen von Deutschlands führendem Online-Fleischhändler Otto Gourmet. Pure Fleischeslust. Fühlte sich eine Schüssel Erdbeeren jemals einsamer und verlorener als an diesem Abend, in dieser Umgebung? Und überhaupt: Wer hatte da zwei Kilo Spargelstangen auf die Einkaufsliste gemogelt?

Sicher: Keiner der anwesenden Männer war ein Kostverächter in Sachen Fleisch. Trotzdem darf man sich die Runde nicht als einen Haufen wahllos Fleisch verschlingender Barbaren vorstellen. Im Gegenteil.

Thomas, angereist aus Süddeutschland, erzählte mir, dass er in seiner täglichen Ernährung vollkommen auf Schweinefleisch verzichtet. Einzige Ausnahmen: Iberico-Schwein und das Schwäbisch-Hällische Urschwein. Beides traditionelle Schweinerassen, die nicht mehr viel gemeinsam haben mit den heutigen, auf schnellen Gewichtszuwachs getrimmten Turbo-Mastschweinen, die für Supermarktschnitzel herhalten müssen.

Bekennende Fleischliebhaber, die bewusst auf Massenfleisch verzichten zugunsten exzellenter Fleischqualität: Ausdruck eines gewandelten Ernährungs-Selbstverständnisses, das sich eher für Slow Food als für Fast Food entscheidet. Da lässt sich der Verzicht auf die übliche Dekotomate am Tellerrand locker verschmerzen.

Lars Bursian über Ausstellungsflächen

Amtliches Format. US-T-Bone-Steaks mit jeweils 800 bis 900 Gramm Gewicht – echte Männerportionen

Lars Bursian über Ausstellungsflächen

Von wegen ungesund. Anders als bei normalen Fleischsorten enthält das zart marmorierte Fleisch vom Wagyu-Rind mehr ungesättigte Fettsäuren als gesättigte

Lars Bursian über Ausstellungsflächen

Was hat das Grüne da zu suchen? Carpaccio und Tatar, beides vom Wagyu-Rinderfilet. Der volle Geschmack entfaltet sich erst bei längerem Kauem

Auftakt des Abends waren Appetithäppchen im Stehen: Frikadellen aus reinem Rinderfilet. Der pure Luxus.

Den ersten Gang bildete ein Duo aus Tatar und Carpaccio vom Filet des Wagyu-Rinds. Ein Traum an Zartheit und Geschmack. Wie sich an einem solchen Abend allerdings Kapern und Rukola-Blättchen auf den Teller schleichen konnten, ist mir immer noch ein Rätsel.

Wagyu? Sind das nicht diese japanischen Kobe-Rinder, von denen man sich ehrfürchtig erzählt, dass sie regelmäßig mit Bier massiert werden? Leider nur eine urban legend, wie Koch Klaus Velten bedauernd berichtete. Für ein amerikanisches Fernsehteam hat ein Bauer spaßeshalber mal ein Rind mit Bier massiert. Und dann nahm die Geschichte ihren Lauf um die Welt. Schade – schön wär’s gewesen. Tut der überragenden Qualität des Fleisches aber keinen Abbruch.

Zweiter Gang: Frühlingsrolle mit Lammfilet und Gewürzjoghurt. Gefolgt von fantastisch zartem, aromatischem Iberico-Schwein, gegart bei Niedertemperatur. Und irgendwie hatten sich da auch noch Spargelstückchen zum Fleisch auf den Teller gesellt.

Die Krönung des Abends dagegen, das T-Bone-Steak vom US-Beef, gab’s absolut männergerecht, nämlich ganz und gar ohne jede Beilage, nur getoppt von einem Stück Café-de-Paris-Butter. Großartig.

„Das ist der erste Kochkurs, den ich erlebe, bei dem im Hauptgang nur ein Stück Fleisch auf den Tisch kommt und sonst nichts“, grinste Koch Klaus Velten verschmitzt. „Das ist schon cool!“

Fleischlose Ausnahme des Abends: Schokoladentrüffel-Küchlein mit Erdbeeren als Dessert.

Lars Bursian über Ausstellungsflächen

Saumäßig gut. Tranchen vom Iberico-Schwein. In der Pfanne angebraten und dann bei 80° Niedrigtemperatur im Ofen gegart

Lars Bursian über Ausstellungsflächen

Hat was auf der Pfanne. Auch wenn alle Mann ran mussten: Koch Klaus Velten war den ganzen Abend voll im Einsatz

Lars Bursian über Ausstellungsflächen

Pure Fleischeslust. T-Bone-Steaks: scharf anbraten und bis zum Aufschneiden im Ofen warm ziehen lassen

Karl Schiffner, 2009 zum ersten Biersommelier-Weltmeister gekürt, war extra aus Österreich angereist. Und gewann die Herzen der Hamburger, als er berichtete, dass Weißbierbrauen in der Hansestadt eine sehr viel längere Tradition hat als in Bayern.

Etwa hundert Jahre früher als im Süden Deutschlands wurde an der Elbe schon Bier aus Weizen gebraut. Das mochte zwar nicht unbedingt geschmeckt haben, diente aber als Vorläufer für die spätere Berliner Weisse.

Zu jedem Gang moderierte Karl Schiffner die passenden Franziskaner-Biere an. Schon beim Aperitif hatte das alkoholfreie Weizen gezeigt, was für eine spritzige Verbindung es mit dem aktuellen Modegetränk Aperol eingehen kann.

Geschmacklich exzellent: das leichte Franziskaner-Weizen mit lediglich 2,9 Volumenprozent Alkohol. Dieses Bier hätte es verdient, viel öfter in Gastronomie und Handel angetroffen zu werden. Los, Jungs, schiebt das in die Läden!

Dazu das perlige Kristall, das frische Hefe, das aromatische Dunkle: Kein Wunder, dass die Mineralwasserflaschen auf dem Tisch ein kärgliches Mauerblümchendasein führten. Keiner hat sich an ihnen vergriffen. Sie gingen unberührt wieder heim.

Lars Bursian über Ausstellungsflächen

Weltmeisterlich eingeschenkt. Biersommelier Karl Schiffner aus Österreich führt’s vor: So gehört das Weizenbier ins Glas – und nicht anders

Lars Bursian über Ausstellungsflächen

Perfekte Tischbegleitung. Von Alkoholfrei bis Dunkel: Die Biere von Franziskaner zeigten sich als formvollendete Begleiter zu jedem Gang

Vielen Dank an BEEF! und Franziskaner für diesen einzigartigen Abend. Vielleicht wird er ja mal wiederholt. Damit mehr Menschen Geschmack an mehr Geschmack, an mehr Qualität entwickeln können.

Vielleicht sind dann sogar Frauen zugelassen? Ich weiß von einigen Damen, die diesen Abend mit wässrigem Mund bei Facebook verfolgt haben. Und alles geben würden, um der gehobenen Fleischeslust frönen zu können. Manch eine hatte sogar überlegt, ob das Ankleben eines Bartes helfen würde, um sich incognito unter die Männermannschaft mogeln zu können.

Mal ehrlich, Männer, das können Alphatiere, die ein knackiges Stück Fleisch zu schätzen wissen, nun wirklich nicht wollen: dass Frauen anfangen Bärte zu tragen, nur um uns zu treffen. Wäre ja fast so schlimm wie ein Steak, das durchgebraten wird.

Feeling fine –
Edgar Wilkening

PS: Die nächste Ausgabe von BEEF! erscheint am 25. August 2011. Darin voraussichtlich ebenfalls ein Bericht über diesen Abend sowie jede Menge weiterer Fotos. Vormerken!

Der Bericht «Horde Alphatiere brät Horde Rindtiere: „Fleisch mich!“» ist im Original erschienen am 18. Juni 2011 auf der Digital-Lifestyle-Plattform fiftyfine.de. Text und Fotos: Edgar Wilkening. Alle Rechte vorbehalten.

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Einladung zum Mindener Medien-Stammtisch

Einladung zum Mindener Medien-Stammtisch

Logo Mindener Medien-Stammtisch

Einladung zum Mindener Medien-Stammtisch

Autor Edgar Wilkening

Als Initiator von Das Herz der Stadt ist der Autor selbst einer der Medienschaffenden in Mindens Kreativwirtschaft.


Sie erreichen den Autor per Mail an:
ew@dasherzderstadt.de

Natürlich ist Minden als Medien-Standort nicht vergleichbar mit Metropolen wie Köln, Hamburg, Berlin – geschweige denn London, Los Angeles, New York. Schon klar …

Und doch – es gibt sie auch in unserem Weserstädtchen: Menschen, die „irgendwas mit Medien“ machen. Und zwar professionell, bisweilen semi-professionell – oder auch gerade erst auf dem Sprung in die Professionalität.

Es gibt sie: die Autor:innen, die für namhafte Verlage arbeiten, für TV, Radio, Bühne. Menschen, die Design machen, Web-Development, Grafik oder als Sprecher:innen arbeiten. Die Regie führen, Schauspiel betreiben, Illustration, Fotografie, Dramaturgie.

Menschen, die im Audiobereich unterwegs sind, im Games-Sektor, UX-Design entwickeln, Bühnenbilder gestalten, komponieren oder coden. YouTuber:innen, Blogger:innen, Influencer:innen. Und viele, viele mehr …

Die gesamte Bandbreite der Kreativwirtschaft, sie ist in großen Teilen auch in unserem beschaulichen, kleinen Städtchen zuhause. Aber kennen sich diese Menschen untereinander?

Sind sie im Austausch miteinander? Sprechen sie über ihr Schaffen? Über die Herausforderungen oder Chancen, als Kreative:r in Minden, besser gesagt: aus Minden heraus „irgendwas mit Medien“ zu machen?

Martin Bornemeier und Edgar Wilkening wollen jetzt die Möglichkeit zum Austausch schaffen – und kreieren den „Mindener Medien-Stammtisch“: einmal im Monat, als offenen Treff, ohne Mitgliedschaften oder Zwänge, über alle Mediengattungen hinweg.

Logo Mindener Medien-Stammtisch

Rund um Kommunikation, Marketing, Entertainment

Die Initiatoren sind selbst gestandene Medienprofis. Beide mit ihren Wurzeln ursprünglich im Raum Minden: Bornemeier aufgewachsen in Porta Westfalica, Wilkening in Petershagen.

Beide haben sich rausgetraut aus der Provinz und lange Jahre fernab des ostwestfälischen Kleinklein gelebt und gewirkt, in großen Medien-Metropolen und in vielen unterschiedlichen Schaffensbereichen der Kreativwirtschaft. (Keine Sorge, hier kommt jetzt kein Namedropping von Stars und Sternchen, denen sie zu Erfolgen verholfen haben.)

Beide jetzt quasi „Neuzugänge“ in Minden, die erst vor kurzem den Weg in die Kleinstadt gefunden haben: Bornemeier Ende 2022 vom Rhein an die Weser gekommen, aus Köln; Wilkening Anfang 2020 von der Elbe, aus Hamburg. Und beide betreiben ihr professionelles Medienwirken von hier weiter.

Mit der monatlichen Runde wollen die zwei eine unkomplizierte Gelegenheit für Gespräche eröffnen. Offen für alle, die bei „Pilot“ nicht als erstes an Fliegen und bei „royalty free“ nicht ans Ende der Monarchie denken. Offen für Menschen in Minden und Umland, die sich der Kreativindustrie zugehörig oder interessehalber verbunden fühlen.

Am Medien-Stammtisch dreht sich deshalb alles um die drei großen Felder Kommunikation, Marketing, Entertainment.

Thematische Schwerpunkte für die einzelnen Abende sind aber nicht vorgesehen. Auch auf Moderation, Key-Notes oder Impuls-Referate wird verzichtet.

Stattdessen sollen die persönlichen Gespräche, Interessen und Erfahrungen der Teilnehmenden den Kern bilden. Wie unterhaltsam, wie vielfältig, wie anregend die Abende werden – das entscheiden am Ende die Gäste.

Logo Mindener Medien-Stammtisch

Wo "royalty free" nicht das Ende der Monarchie ist

Kreativ beflügend und inspirierend soll der Spirit der Abende sein, wenn es nach dem Willen der Initiatoren geht. Denn gastlich und nett wird’s ohnehin.

Dafür sorgt schon der Ort des Stammtischs: die Classico WeinBar in der Obermarktstraße 1, 32423 Minden. (Das Classico befindet sich an der Adresse im ersten Stock, einmal die Treppe hoch links.)

Datum: stets am zweiten Mittwoch eines Monats, jeweils ab 18:30 Uhr.

Und weil es unkompliziert werden soll, gibt es keine Pflicht, sich vorher anzumelden. Jede:r kann einfach dazukommen, ob von langer Hand im Kalender eingeplant oder ganz spontan.

Einzige Bedingung: Den eigenen Deckel für Getränke und/oder Speisen zahlt jede:r bitte selbst.

Das Schöne am Stammtisch: Von twist at end of act one über snippets und smart objects oder buy out deal bis ease in ease out keyframes: am Tisch sitzen Leute, die wissen, wovon die Rede ist.

Und mit denen man darüber sprechen kann. Darüber und über alles Weitere, was wichtig, spannend, wegweisend ist oder wird in der Medienlandschaft, im großen, bunten Schaffensfeld von Kreation, Kommerz, Kultur & Code.

Logo Mindener Medien-Stammtisch

Zwischen Kreation, Kommerz, Kultur & Code

Kontakte machen, Gemeinsamkeiten entdecken, Netzwerke knüpfen: Damit soll der Mindener Medien-Stammtisch Nutzwert bieten ebenso wie kurzweiliges Vergnügen.

Und wer weiß: Vielleicht stoßen an manchen Abenden Überraschungsgäste aus den Medien-Metropolen dazu, die sich gerade auf Besuch in der Stadt befinden. Oder aus angrenzenden Bereichen der Kreativwirtschaft wie Architektur, Mode, Kunsthandwerk, etc.

Oder es entstehen neue Konstellationen, neue Projekte. Alles kann, nichts muss … Sicher ist nur: Man muss wohl dabei gewesen sein, um es nicht zu verpassen.

Bei Fragen zum Mindener Medien-Stammtisch: einfach eine E-Mail an ew@dasherzderstadt.de.

Und ansonsten: diese Einladung gerne teilen oder weiterleiten an Menschen, für die es interessant sein könnte. Man sieht sich!

Die nächsten Stammtisch-Termine

 

Der Stammtisch fand im gesamten Jahr 2023 stets am zweiten Mittwoch eines Monats statt. Der vorerst letzte Mindener Medien-Stammtisch war am Mittwoch, 13. Dezember 2023, 18:30 Uhr. Stand heute (18. Dezember 2023) sind keine neuen Termine geplant.

Das ist der Treff

 

Classico WeinBar

Obermarktstraße 1 (erster Stock)
32423 Minden an der Weser

Medienmacher & Kreativwirtschaft

 

Herzlich willkommen zum Stammtisch sind Medienschaffende aller Gewerke und Menschen aus angrenzenden Bereichen der Kreativwirtschaft.

Visual zum Mindener Medien-Stammtisch
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Freispruch aus Mangel an Beweisen" > Denkmalschutz blockiert das alte Gefängnis Minden?
Freispruch aus Mangel an Beweisen

Ein Kommentar in einem Lokalblatt schiebt dem Denkmalschutz die Verantwortung zu für den Stillstand am alten Gefängnis in Minden. Die Anklage kommt ohne einen einzigen...
Ein Nachtrag aus der Wirklichkeit, zwei Wochen später" >
Illustration einer Café-Eröffnung
Aug. 06 2026

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Ein Nachtrag aus der Wirklichkeit, zwei Wochen später

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Aug. 05 2026

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Allein unter Nachbarn
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Minden verliert nicht gegen München. Minden verliert gegen Porta Westfalica

Minden verliert. Aber nicht gegen Hamburg oder München – das wäre keine Schande. Minden verliert gegen Porta, Hille und Petershagen. Wie das Umland die Familien erntet,...
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Der Exportschlager
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Es steht in der Eigenwerbung der Tourismusbranche: Das Weserbergland wird „im Norden von Minden begrenzt“. Nicht etwa gekrönt – sondern begrenzt! Warum Gäste im...
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Deutsche Mittelstädte konkurrieren – um Einwohner, Fachkräfte, Gäste, Investitionen, Aufmerksamkeit. Die meisten wissen es nicht, manche wollen es nicht wissen, eine...
HUMORQUOTIENT Nachgeschlagen: „Pressefreiheit“

HUMORQUOTIENT
Nachgeschlagen: „Pressefreiheit“

DAS HERZ DER STADT LACHT HERZLICH

HUMORQUOTIENT
Nachgeschlagen: „Pressefreiheit“

Aus aktuellem Anlass haben wir das „Vorder- und Hinterwäldlerische Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache“ aus dem Regal gekramt und mal wieder einen häufig benutzten Begriff nachgeschlagen.

Das Wort „Pressefreiheit“ definiert ein so bedeutsames Element demokratischer Gesellschaften – da ist es erschütternd mitansehen zu müssen, wie Redaktionen lokaler Tageszeitungen gerade keinen Gebrauch davon machen; sondern die Pressefreiheit Tag für Tag mit Füßen treten durch ihr nichtssagendes Allerwelts- und Banalitätsgeschreibsel, das lediglich dazu dient, den weißen Raum zwischen den Anzeigen zu befüllen.

Dagegen hilft leider nur noch bitterer Humor …


Wie stets bei den Motiven in der Kategorie „Humorquotient“ die obligatorische Warnung: nichts für Menschen mit geringer Ambiguitätstoleranz oder schwachem Humorquotienten – und davon soll’s ja gerade in Lokalmedien reichlich geben. Für alle anderen: viel Vergnügen. #dasherzderstadt

Im Wörterbuch nachgeschlagen: Pressefreiheit

Mit freundlicher Genehmigung von comedy-story.de
© Alle Rechte bei: Edgar Wilkening, Minden an der Weser

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Eine Erwiderung auf die datenbasierte Replik zur Frage, wie die Volkshochschule der Zukunft aussieht

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Minden dabei – gleich in doppelter Hinsicht: Aktionstag der Produktionsschulen in Deutschland

Minden dabei – gleich in doppelter Hinsicht: Aktionstag der Produktionsschulen in Deutschland

Minden dabei – gleich in doppelter Hinsicht: Aktionstag der Produktionsschulen in Deutschland

Am Donnerstag, 5. Mai 2022 öffnen die Produktionsschulen in Deutschland ihre Türen und zeigen bundesweit, was sie drauf haben. Das Weserstädtchen Minden ist dann gleich in doppelter Hinsicht vertreten.

Zum einen nimmt der Verein Fach-Werk Minden am Aktionstag teil und veranstaltet seinen „Tag der offenen Werkstätten“. Neugierige können von 10:00 bis 15:00 Uhr hautnah erleben, wie „die dritte Chance“ aussieht, die Produktionsschulen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen bieten, um ins Berufsleben zu finden. Die Adresse: Fach-Werk-Minden e. V., Schwarzer Weg 8, 32423 Minden.

Pünktlich zum Aktionstag ist aber auch das neue Video des Bundesverbands Produktionsschulen e.V. online gegangen. Und das stammt überraschenderweise ebenfalls aus Minden. Kreiert hat es Medienmacher und Regisseur Edgar Wilkening (gleichzeitig Initiator von Das Herz der Stadt).

Der vierminütige Film im angesagten Whiteboard-Stil erläutert prägnant, was Produktionsschulen eigentlich anders machen als klassische Schulen. Und warum sie gerade deshalb so einen wichtigen Stellenwert im deutschen Bildungssystem einnehmen.

Immerhin gibt es in manchen Jahrgängen bis zu zehn Prozent Schulabbrecher. Genau denen bieten die Produktionsschulen eine dritte Chance, in ein geregeltes Berufsleben zu finden. Mehr Infos dazu auf der Webseite meine-dritte-chance.de.

Zwischen Pflichtaufgabe und Zukunftsauftrag –
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Sep. 07 2026

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Dieses Video offenbart, was Mindens Marketing falsch macht – seit über 20 Jahren und heute immer noch

Dieses Video offenbart, was Mindens Marketing falsch macht – seit über 20 Jahren und heute immer noch

Dieses Video offenbart, was Mindens Marketing falsch macht – seit über 20 Jahren und heute immer noch

Autor Edgar Wilkening

Sie erreichen den Autor per Mail an:
ew@dasherzderstadt.de

Es ist ein bemerkenswertes Zeitdokument. Und ausschließlich hier zu sehen: bei Das Herz der Stadt – auf keiner anderen Medienplattform sonst.

Ein Video, gedreht vor zwanzig Jahren, kurz nach der Jahrtausendwende: im Juni 2002. Eine Straßenbefragung bei Passanten am Hamburger Rathausmarkt: Was verbinden die Menschen mit Minden? Wie nehmen sie die Stadt wahr? Was denken sie darüber?

Entstanden ist eine Momentaufnahme der „Marke Minden“. Einer Stadt, die im Wettbewerb steht mit anderen Städten – um Aufmerksamkeit, Gäste, Touristen, Unternehmen.

ENTSTANDEN IST EINE MOMENTAUFNAHME DER "MARKE MINDEN"

Die Befragten: allesamt Zufallsbegegnungen. Menschen aus allen Altersgruppen, die an diesem Juni-Nachmittag bereit waren zu einer kurzen Befragung.

Und obwohl die Umfrage keinesfalls repräsentativ ist, offenbaren die Antworten dennoch schonungslos, was Mindens Marketing-Verantwortliche damals falsch gemacht haben und hatten, über Jahre, Jahrzehnte – und heute wohl immer noch falsch machen.

„Was verbinden Menschen mit Minden?“ Ergebnisse einer Straßenbefragung im Juni 2002 am Hamburger Rathausmarkt. Laufzeit gesamt: 4’14“


 

Interessant, was die Befragten antworten. Zu praktisch allen Städten, die gleichzeitig abgefragt wurden, hatten die Menschen Assoziationen, Empfindungen, Eindrücke, Bilder.

Bei Hameln der Rattenfänger – na klar. Bei London die Queen. Paris der Eiffelturm. Bei Solingen Messer und Scheren. Selbst bei einem „Kaff“ wie Worpswede mit weniger als 10.000 Einwohnern gab’s klare Antworten.

Und bei der Frage nach Minden?

Die Antworten lassen sich grob in vier verschiedene Kategorien einordnen.

+

Minden wird verwechselt mit Holzminden

Typische Antworten
„Und bei Minden denke ich an Holzminden.“ – „Da fließen zwei Flüsse zusammen, aber ich weiß nicht welche.“

Minden wird vage zugeordnet anhand anderer Geomarken

Typische Antworten
„Minden, das ist Bielefeld.“ – „Liegt bei Hameln“ – „Das ist südlich von Niedersachsen.“ – „In Westfalen, mehr weiß ich nicht.“

Minden wird anhand persönlicher Ereignisse zugeordnet

Typische Antworten
„Da lag mein Vater im Krankenhaus.“ – „In Minden habe ich einen guten Freund.“ – „Enge Straßen. Stau.“ – „Filtertüten.“

u

Minden ist gänzlich unbekannt

Typische Antworten
„Minden? Gibt’s sowas wirklich?“ – „Kenne ich nicht.“ – „Nie gehört.“

All das ist Ausdruck eines extrem schwachen Markenprofils. Völlige Unkenntnis bzw. Zuordnung falscher oder rein persönlicher Attribute – eine ziemliche Katastrophe, wenn man als Stadt im Wettbewerb steht gegen andere.

Aber noch schlimmer als das, was gesagt wird, ist das, was alles nicht gesagt wird im Film. Kein einziger Befragter hat zum Beispiel gesagt:

  • „Minden, da habe ich viel von gehört. Wollte ich immer schon mal hin.“
  • „Da soll es eine tolle Ausgeh-Atmosphäre geben.“
  • „Aus meinem Umfeld fahren da regelmäßig Leute hin, weil man so gut einkaufen kann.“
  • „Das ist die Heimat dieses legendären Handballclubs, muss ich unbedingt mal besuchen.“
  • „Wollte ich schon lange hin, da gibt’s dieses tolle Kunst- und Comic-Museum.“

… oder was auch immer Menschen sagen über Städte, die eine hohe Attraktivität haben, eine starke Bekanntheit und eine große Anziehungskraft. Nichts davon oder etwas Ähnliches sagt auch nur eine einzige der befragten Personen.

Das Video zeigt: Menschen verbinden mit Minden – im großen Durchschnitt – nichts. Jedenfalls nichts Stadtspezifisches. Das war die Lage-Beschreibung im Jahr 2002. Sozusagen die Anamnese: „Wo tut’s denn weh?“

DAS VIDEO IST EINE ART ANAMNESE: WO TUT'S DENN WEH?

Ich hatte das Vergnügen, dieses Video damals im Jahr 2002 ein, zwei Dutzend Marketing-Verantwortlichen in Minden zu zeigen. Quasi als Bestandsaufnahme: So ist der Status quo – und jetzt könnte man anfangen, mit klugen strategischen Maßnahmen gegenzusteuern, um Mindens Situation im Wettbewerb zu verbessern.

Ich erinnere mich noch an die Herrschaften und Damen, die da in großer Runde beisammen saßen. Alles, was damals Rang und Namen und Pöstchen hatte in der Stadt. Unternehmer, Politiker, Marketing-Verantwortliche. Das halbe Who-is-who von Minden.

Ich präsentierte das Video. Die Lage-Beschreibung. Ich analysierte die Antworten. Zog strategische Schlüsse daraus. Und das Mindener Rund? Winkte müde ab. Desinteressiert. Viel zu saturiert. „Machen Sie die Umfrage doch mal in Bückeburg. Da kommt aber was ganz anderes raus.“

"MACHEN SIE DIE UMFRAGE IN BÜCKEBURG. DA KOMMT WAS ANDERES RAUS."

Allen Ernstes! Der Satz fiel wirklich: die Empfehlung, die Umfragebasis zu ändern, damit sich das Analyse-Ergebnis ändert. Typisch für Leute, die Tatsachen nicht wahrhaben wollen. Na, klar: Wenn der Bauch weh tut, mir die Anamnese des Hausarztes aber nicht gefällt, dann gehe ich eben zum Zahnarzt und frage den – da kommt sicher ganz was anderes bei raus. Eskapismus. 

Wer schon bei der Anamnese kneift, ist heillos überfordert, wenn es darum geht Strategien ins Auge zu fassen, einen Befund zu heilen. Denkbar schlechte Voraussetzungen, um wirklich die Dinge anzupacken, die angepackt werden müssten.

Die meisten der Herrschaften aus der Runde von damals sind zwischenzeitlich ersetzt durch die nächste Generation von Nachfolgern. Hat sich dadurch irgendetwas verbessert? Mancher von damals sitzt noch heute im gleichen Amt.

NEUES LOGO, FLYER, IMAGEFILM: ALSO ALLES BESSER GEWORDEN?

Hat die Stadt Minden gelernt seit damals? Hat man die entscheidenden Punkte angepackt? In Mindens Marketing würden alle sicherlich „Ja“ rufen. Und ich weiß, was gemeint ist: „Es gibt doch ein neues Logo.“ – „Wir drucken jede Menge Flyer.“ – „Wir haben einen Imagefilm.“ – „Wir machen Werbung in sozialen Medien.“

Stimmt, es wird Werbung gemacht. Aber es wird bis heute kein starker Markenkern besetzt. (Und nein: Ein „Plus“ ist kein starker Markenkern.)

Stimmt, es werden Flyer gedruckt. Aber was nicht passiert: eine starke Marke mit erlebbaren Inhalten füllen.

Stimmt, es gibt einen Imagefilm. Aber es werden nach wie vor die Grundprinzipien strategischen Marketings mit Füßen getreten: Differenzierung, Relevanz, Kontinuität …

ES WIRD REKLAME GEMACHT, ABER KEIN STRATEGISCHER MARKENAUFBAU

Es wird halt Werbung gemacht. Reklame. Und Geld mit vollen Händen sinnlos zum Fenster rausgeworfen – an Unternehmen in der Stadt, die Wohlverhalten zeigen und davon profitieren.

Professionelles, nach vorne gerichtetes Stadtmarketing? Kluger, nachhaltiger Markenaufbau? Fehlanzeige.

Ich wette: Würde man heute den Film von 2002 wiederholen und beliebige Menschen am Hamburger Rathausmarkt befragen, was sie mit Minden verbinden – es würde im Kern die gleichen Antworten geben.

Und eben gerade nicht die Sätze, die ich oben skizziert habe, die so wichtig wären für eine attraktive, erfolgreiche Stadt-Marke.

Dieser Beitrag ist der Auftakt zu einer Serie von Artikeln, die sich mit dem Marketing der Stadt Minden befassen. Denn neben dem Video sind 2002 noch zahlreiche andere Elemente entstanden, die aufschlussreich und sehenswert sind in Sachen strategisches Stadtmarketing.

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