Die Gurkentruppe im Rathaus: Unsere Top Five! Und die Gurke des Jahres geht an …

Die Gurkentruppe im Rathaus:
Unsere Top Five! Und die Gurke des Jahres geht an …

Die Gurkentruppe im Rathaus:
Unsere Top Five! Und die Gurke des Jahres geht an …

Autor Edgar Wilkening

Dieser Beitrag ist live vor Publikum entstanden in der “O19”, dem Schaufenster-Studio von Das Herz der Stadt in der Obermarktstraße 19.


Sie erreichen den Autor per Mail an:
ew@dasherzderstadt.de

Jahreswechsel ist Hochsaison für die alljährlichen Rückblicke und Bestenlisten. Die meisten widmen sich A-Talkatastrophen, B-Promis und C-Pandemie. Wir dagegen lassen das ABC links liegen und fokussieren uns ganz auf die Polit-Elite unseres kleinen Weserstädtchens.

Wer hat 2021 was so krass vergurkt, dass es reicht für die Qualifikation zur Gurke des Jahres? Wer schafft’s auf einen der begehrten Top-Fünf-Plätze? Und wer geht am Ende als Sieger aus dem Rennen und nimmt den Titel „Gurke des Jahres“ als Trophäe mit nach Haus?

Beworben hatten sich viele. Da war der SPD-Ortsverband, der keine Gelegenheit auslässt, sich als demokratisch und antifaschistisch zu inszenieren – aber keine Worte findet, wenn aus seinem Vorstand faschistoide Sprüche schallen. Da ist der Stadtverordnete, der Bürger im Rat öffentlich angeht dafür, dass sie Vorschläge und praktische Hilfe zur Stadtentwicklung anbieten. Da ist die stets bemühte CDU-Fraktion, der offenbar noch immer niemand gesagt hat, dass es keine Oppositionsarbeit ist, wenn die regierende SPD das Stöckchen wirft, fröhlich wuffend hinterherzulaufen und es schwanzwedelnd zurückzubringen.

Das alles (und noch viel mehr) war 2021 grandios rumgegurkt im Rathaus. Dennoch: Für die vordersten Plätze in Mindens Gurkentruppe war es nicht gurkig genug. Da gehört mehr dazu: ein Grad an Überheblichkeit, Arroganz oder Dämlichkeit, zu dem nur die allergrößten Gurken fähig sind. Tipp: im neuen Jahr einfach nochmal probieren – dann klappt’s auch auf die Spitzenplätze.

Die Jury jedenfalls hat es sich nicht leicht gemacht. In der finalen Sitzung, im Schaufenster-Studio von Das Herz der Stadt, fielen die Entscheidungen: Wer kommt aufs Treppchen? Und wer bekommt den beliebten Titel „Gurke des Jahres 2021“? Hier sind die Ergebnisse.

Die Gurke des Jahres '21: Platz 5

an den Baubeigeordneten Bursian
für seine spektakuläre „500.000-Euro-Ungenauigkeit“

Das muss man erstmal fertigbringen: circa 500.000 Euro in einer Kalkulation zu unterschlagen! Wenn man eine Sitzungsvorlage für politische Ausschüsse der Stadt Minden vorbereitet, scheint das allerdings ein probates Mittel zu sein.

Die Sitzungsdrucksache Nr. 265/2020, die der Fachbereich 5.2 unter Leitung des Baubeigeordneten Lars Bursian erstellt hat für die Sitzung des „Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr“ am 20. Januar 2021, wirft ein bemerkenswertes Licht auf die Rechenkünste dieses Fachbereichs.

Die Grundstücke am Rampenloch hat die Stadt Minden für knapp 700.000 Euro erworben. Verkauft werden sollen sie für geschätzte 200.000 Euro. Die Differenz aus alledem, würde jeder Normalbürger mit einer halben Million Euro Verlust bezeichnen. Für den Fachbereich 5.2 unter Leitung des Baubeigeordneten Bursian dagegen sind die „finanziellen Auswirkungen“: Null.

Eine derart trübe Milchgurkenrechnung ist uns definitiv Platz Fünf wert im Rennen um die Gurke des Jahres. Gratulation an den Baubeigeordneten!

Der allerdings müsste sich den Platz eigentlich mit den Stadtverordneten im Ausschuss teilen. Von denen hat nämlich kein einziger in der Sitzung Anstoß an der Milchgurkenrechnung genommen und protestiert oder wenigstens mal nachgefragt. Das Thema Rechenschwäche – es scheint in Mindens Politkaste weit verbreitet, wie sich auch auf Platz Vier zeigt.

Investigative Bürger

Wer hat’s rausgefunden und publik gemacht: dass in der Sitzungsvorlage knapp 500.000 Euro Verlust zulasten der Stadt Minden unterschlagen werden? Keine Behörde. Kein Kontrollgremium. Keine Presse. Rausgefunden haben es investigative Bürger (investigativecitizens.org).

Die Gurke des Jahres '21: Platz 4

an das Rechnungsprüfungsamt,
das sich – ausgerechnet! – beim Prüfen von Rechnungen verrechnet

Dafür gab’s im Februar ’21 schon den goldenen Taschenrechner. Denn auch das war eine so bemerkenswerte Gurken-Leistung, das sie einfach gewürdigt gehört.

Es geht um das Rechnungsprüfungsamt, das (wie der Name erahnen lässt) Rechnungen prüfen soll. Was denken Sie: Für eine solche Aufgabe, werden da die allerbesten Mathe-Asse eingestellt – oder die rechenschwächsten Milchmädchen, die sich finden lassen?

Das Ergebnis liess jedenfalls keine Zweifel: Ausgerechnet beim Prüfen von Rechnungen, also dann, wenn es ganz besonders drauf ankommt, weil das Amt tun soll, wofür es seinen Namen hat – genau dann leistet sich das Rechnungsprüfungsamt massive Ausfälle. Und kann nicht einmal drei Zahlen korrekt addieren.

So viel öffentlich zur Schau gestellte Rechenkompetenz, gerade dann, wenn’s drauf ankommt – das ist uns nicht nur den Goldenen Taschenrechner wert, sondern auch Platz Vier im Rennen um die Gurke des Jahres. Chapeau!

Investigative Bürger

Wer hat’s rausgefunden und publik gemacht: dass das Rechnungsprüfungsamt sich beim Prüfen von Rechnungen verrechnet? Keine Behörde. Kein Kontrollgremium. Keine Presse. Rausgefunden haben es investigative Bürger (investigativecitizens.org).

Die Gurke des Jahres '21: Platz 3

an den Kämmerer Kresse
für seinen legendären Bilanz-Buchungstrick

Das mit dem Ver-Rechnen zieht sich durchs Rathaus wie ein genossenroter Faden. Da wollte auch Kämmerer Norbert Kresse offenbar nicht zurückstehen.

Ihm gelang das sagenhafte Kunststück, in eine Jahresbilanz, die längst abgeschlossen war und formal nicht mehr angerührt werden durfte, einen Betrag hineinzubuchen, um seinem Bürgermeister lästigen Ärger zu ersparen, der am Ende womöglich nur in Lügen geendet hätte.

In der freien Wirtschaft würde man für derartige Bilanztricks wohl vor den Kadi gezogen – oder direkt gefeuert. In Mindens Rathaus dienen solcherart Kunststücke eher dazu, das Nachdenken über die eigene Karriere zu befördern. Zum Beispiel, ob man neben der Tätigkeit als Kämmerer nicht auch noch die halbe Kultur vergurken könnte.

Ein derart robustes, unbeschwertes Handeln am Rande (oder jenseits?) des Legalen, das ist der Jury Bronze wert: Platz Drei im Rennen um die Gurke des Jahres. Glückwunsch!

Die Gurke des Jahres '21: Platz 2

an Bürgermeister Michael Jäcke
für die sagenhafte Erfindung von Grundstücken für seine Multihalle

„Inhaltlich fundiert“ müsse das Konzept für die geplante Multihalle sein, das sei doch das Wichtigste, sagte Bürgermeister Michael Jäcke erst neulich während der Bürgersprechstunde in einem Telefonat, das aktuell den Staatsschutz in Bielefeld beschäftigt.

Was er genau meint mit „inhaltlich fundiert“, darüber legte Jäcke im August ’21 schriftlich Zeugnis ab.

In einem über Jahre erarbeiteten Konzeptpapier offenbarte der Bürgermeister frank und frei, dass er zum Bau der Multihalle auch Grundstücke nutzen wolle, die überhaupt nicht existieren: nicht in Minden, nicht in NRW, nicht auf diesem Planeten. Reine Luftnummer.

Ist ja klar, dass ihm seine treue Gefolgschaft im Stadtrat zujubelt bei so viel visionärem Wagemut, während Otto-Normalbürger nur den Kopf schüttelt. Wunsch und Wirklichkeit waren wohl selten weiter voneinander entfernt als im Wirken und Wollen des wirren Lockenkopfs von der Weser.

Das alles ist ist so krass „inhaltlich fundiert“ vergurkt, dass die Jury Platz Zwei auf dem Treppchen für vollkommen inhaltlich fundiert hält. Glauben Sie nicht? Fragen Sie den Staatsschutz.

Investigative Bürger

Wer hat’s rausgefunden und publik gemacht: dass der Bürgermeister seine Multihalle auf Grundstücke bauen will, die überhaupt nicht existieren? Keine Behörde. Kein Kontrollgremium. Keine Presse. Rausgefunden haben es investigative Bürger (investigativecitizens.org).

Die Gurke des Jahres '21: Platz 1

an die Mindener SPD
für das brillant gespielte Zuschustern innerstädtischer Baugrundstücke an eine linientreue Genossin

Award "Gurke des Jahres"

Das scheint von langer Hand blitzsauber eingefädelt in SPD-Kreisen. Wofür ist man schließlich eine mehr als 150 Jahre alte Partei, wenn man nicht über den einzelnen Tag hinausdenken würde?

Da gibt es also wertvollen Baugrund mitten in der Mindener Innenstadt, der Nutzen stiften könnte für die gesamte Stadt. Die Grundstücke sind im Besitz der Stadt und sollen (mit sattem Nachlass von etwa einer halben Million Euro / siehe Platz Fünf) in Privatbesitz übergeben werden.

Wer käme für ein solches Prachtstück besser in Frage, als eine linientreue Genossin? Spätestens im Oktober 2019 wurden die Weichen dafür gestellt – indem man bei einer Veranstaltung des SPD-Ortsverbands im BÜZ ein stadtplanerisches Konzept feierte, das Architektin und Parteigenossin Bettina Lauer in die Hände spielte.

Dass das gefeierte Konzept das Narrativ des Ortes mit Füßen tritt, dass die historisch einmalige Chance, die sich daraus für die gesamte Stadt Minden ergeben könnte, konsequent missachtet wurde – wen ficht das an in Mindens SPD, wenn man doch einer Genossin einen Gefallen tun kann.

Und so kann der sozialistische Weltenlauf seinen eingeschlagenen Weg nehmen: Keine anderthalb Jahre nach der Ortsverbands-Veranstaltung, am 20. Januar 2021, gibt der Bau-Ausschuss grünes Licht dafür, dass die Grundstücke von der Parteigenossin verplant und entwickelt werden – fast ohne Gegenstimmen (auch dank der brav Stöckchen holenden CDU-Fraktion). Genau so, wie man es sich von langer Hand wohl längst gewünscht hat.

So viel Zielstrebigkeit und Unverfrorenheit im Umgang mit öffentlichem Hab und Gut – das ist der Jury ganz eindeutig Gold wert: Die Gurke des Jahres 2021 geht an die Mindener SPD, die stets genau weiß, was sie wem zu wünschen und zu gönnen hat. Gratulation an die strahlenden Sieger!

Rainer Hornscheidt und Publikum
Jan 19 2022

Rainer Hornscheidt
Verborgene Landschaften
Fotos und Zeichnungen

Es war der künstlerische Neujahrs-Auftakt ’22 in der Popup-Galerie von Das Herz der Stadt. Und eigentlich waren es gleich zwei Ausstellungen parallel, die Rainer...
plate with cucumbers
Jan 12 2022

Die Gurkentruppe im Rathaus:
Unsere Top Five! Und die Gurke des Jahres geht an …

Wer hat 2021 was vergurkt im Mindener Rathaus? Jetzt wurde die „Gurke des Jahres 2021“ vergeben. Viele hatten sich um diese Auszeichnung beworben. Aber die...
Server Rack
Jan 09 2022

Der digitale Graben – oder:
Netznichtsnutze

Mindens Schulen sollten längst schnelles Internet haben. Vollmundige Ankündigungen gab’s immer wieder aus dem Rathaus. Sogar einen Plan B. Und noch einen Plan C...
Adventskalender-Opener
Dez 29 2021

Lachhaft! Der satirische Adventskalender mit den „Drei Schattenparkern vom Rat“

Jeden Tag ein neues, lachhaftes Motiv aus der Serie „Die drei Schattenparker vom Rat“, das ist der satirische Adventskalender, der die Zeit bis zur...
Schaufenster des wineroom
Dez 16 2021

wineroom
Der Popup-Wine-Store im Herz der Stadt

Geschäfte auf Zeit: In Großstädten sind solche Konzepte seit Jahren gang und gebe. Der wineroom bringt dieses Konzept jetzt als hochkarätigen Weinladen nach Minden:...
Comic-Bubbles
Nov 21 2021

Du weißt, du bist in Minden – wenn aus Satire plötzlich O-Ton von Bürgermeister Jäcke wird

Manche Possen sind so possierlich – das glaubt man erst, wenn’s tatsächlich passiert. Zum Beispiel wenn der Bürgermeister von Minden sich offenbar von satirischen...
Titelgrafik Medieninstallation Reichspogromnacht
Nov 12 2021

Mit neuer Ästhetik wider das Vergessen: Medieninstallation zur Reichspogromnacht

Die Schande der Reichspogromnacht von 1938 wirkt bis heute nach. Regisseur Edgar Wilkening hat ein Video geschaffen, dass die Mindener Ereignisse der Nazi-Nacht...
Station Saal während Stadtspaziergang
Nov 02 2021

Stadtspaziergang mit Astrid Engel:
Die größten Feste in tausend Jahren Stadtgeschichte

Bevor eine verkalkte Polit-Kaste die Stadt runterwirtschaftete, war Minden so bedeutend, dass Menschen aus ganz Europa hier bedeutende Ereignisse feierten. Astrid Engel...
Künstlerin Bärbel Langner im Portrait
Okt 22 2021

Aus Liebe zum Leben
Kunst von Bärbel Langner

Sie hat ein Faible für Großes: große Themen und große Formate. Künstlerin Bärbel Langner arbeitet mit Acryl. Und stellt ihre Werke jetzt erstmals in einer großen...
Rampenloch Minden aus Vogelperspektive
Okt 21 2021

Good News fürs Rampenloch!
Stadt: Verkauf „sofern (…) attraktiver Kaufpreis geboten wird“

Dieser Satz schlägt ein wie eine Bombe. Gesagt hat ihn Mindens vermutlich bestbezahlter städtischer Manager, MEW-Geschäftsführer Joachim Schmidt. Und er eröffnet...
Der digitale Graben – oder: Netznichtsnutze

Der digitale Graben – oder:
Netznichtsnutze

Der digitale Graben – oder:
Netznichtsnutze

Jürgen Schnake Autor von Das Herz der Stadt

„Straßen? Wo wir hingehen, brauchen wir keine Straßen!“ – so lautet eine der vielleicht berühmtesten Zeilen von Emmet „Doc“ Brown aus dem Film „Zurück in die Zukunft“.

Etwas ganz ähnliches scheint sich die Mindener Verwaltung beim Thema „schnelles Internet an unseren Schulen“ zu denken.

Einst gab es jene mittlerweile fast legendäre Ankündigung des Bürgermeisters: „In Minden sollten die Schulen erst ursprünglich 2023 an das Netz kommen. Wir haben mit dem Unternehmen vereinbart, dass die Schulen spätestens 20/21 am Glasfasernetz sind.“

Dass dieses Versprechen nicht gehalten werden konnte, zeichnete sich allerdings schnell ab und die klugen Leute im Rathaus ersannen daher eine Art Notfallplan: Da die Firma Greenfiber den Anschluss offenbar nicht fristgerecht schaffte, wurde per Ratsbeschluss vom 29.06.2021 entschieden:

„Soweit keine widersprechenden ausschließlichen Verpflichtungen gegenüber dem neuen Breitbandanbieter Greenfiber bestehen, wird für die weiterführenden Schulen eine Anbindung über die Firma EWE Tel GmbH in Auftrag gegeben.

Die Stadtverordnetenversammlung beschließt eine außerplanmäßige Ausgabe in Höhe von 214.000 € für die Erschließung der weiterführenden städtischen Schulen durch Breitbandanschlüsse im Haushaltsjahr 2021. Die Deckung dieser Ermächtigung erfolgt aus der Rathaussanierung …“

EWE sollte nun in verblüffend kurzer Zeit (grob gesagt bis zum Herbst 2021) neun Schulen im Stadtgebiet ans schnelle Internet anschließen. Einzige Ausnahme war das Ratsgymnasium, das als „bereits versorgt“ gelistet wurde; doch dazu später etwas mehr.

Und so stimmten bei keiner Gegenstimme und nicht mal Enthaltungen alle 51 Ratsmitglieder dem Antrag samt Finanzierung zu. Ob später auch nur eines der Gremiumsmitglieder nachgefragt hat, wann EWE denn ‚zu Potte kommt‘ und / oder was eigentlich aus den bewilligten 214.000 Euro wurde, bleibt nebulös.

Der Herbst kam und ging – das schnelle Internet tat weder das eine noch das andere. Über die Firma EWE hat man seitdem niemals wieder etwas in diesem Zusammenhang gehört. Auch und gerade auf Nachfrage wie z.B. in der „Bürgermeistersprechstunde“ vom 28.10.2021 nicht. Es ist fast so, als stünde EWE für „Eine Wirre Entwicklung“, über die einfach niemand mehr sprechen will. Ein in Minden nicht gänzlich unbekanntes Flucht-Verhalten bei so manchem Thema.

Stattdessen soll es nun die Firma Greenfiber richten. Richtig gelesen: Greenfiber! Das Unternehmen also, dessentwegen die Verwaltung Plan B überhaupt erst entwickeln musste, wird offiziell zu Plan C. „C“ wie Chaos.

Es ist ein Armutszeugnis für eine Stadt, die sich soziale Gerechtigkeit auf die Fahnen schreibt, dass ausgerechnet bei der Ausbildung der Kinder doch wieder Geld und Beziehungen den Ausschlag zu geben scheinen.

Nach den jüngsten Äußerungen von Verantwortlichen darf bezweifelt werden, dass Greenfiber im zweiten Anlauf fristgerecht liefert. Muss die Firma aber auch gar nicht, da klugerweise diesmal gleich mal gar keine klare Deadline genannt wurde. Nur vage Spekulationen dringen zögerlich aus dem Rathaus.

So ärgerlich all dies für unsere Kinder nicht nur, aber eben auch bei drohendem Homeschooling ist, so wenig ficht es zwei Schulen in Minden an.

Da ist zum einen das bereits erwähnte Ratsgymnasium, das federführend durch den Bruder des Kämmerers schon längst in den Genuss von schnellem Internet kommt. Und zum anderen die Freiherr-vom-Stein-Schule, die durch die Nähe zur Wirtschaft und deren Belange, aber eben auch deren Unterstützung, schon vor Jahren das Thema Digitalisierung erfolgreich angehen konnte.

Es ist ein Armutszeugnis für eine Stadt, die sich soziale Gerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben hat, dass ausgerechnet bei der Ausbildung der Kinder dann doch wieder Geld und Beziehungen den Ausschlag zu geben scheinen.

P.S.: Der erwähnte Ratsbeschluss endete übrigens mit guten Nachrichten für die jüngsten Schüler: „Für die Grundschulen ist die Erhöhung der Bandbreite auf bis zu 250 Mbit/s im Rahmen bestehender Verträge vorgenommen worden.“

Was daraus wurde? Vermutlich spricht darüber niemand mehr …

Rainer Hornscheidt und Publikum
Jan 19 2022

Rainer Hornscheidt
Verborgene Landschaften
Fotos und Zeichnungen

Es war der künstlerische Neujahrs-Auftakt ’22 in der Popup-Galerie von Das Herz der Stadt. Und eigentlich waren es gleich zwei Ausstellungen parallel, die Rainer...
plate with cucumbers
Jan 12 2022

Die Gurkentruppe im Rathaus:
Unsere Top Five! Und die Gurke des Jahres geht an …

Wer hat 2021 was vergurkt im Mindener Rathaus? Jetzt wurde die „Gurke des Jahres 2021“ vergeben. Viele hatten sich um diese Auszeichnung beworben. Aber die...
Server Rack
Jan 09 2022

Der digitale Graben – oder:
Netznichtsnutze

Mindens Schulen sollten längst schnelles Internet haben. Vollmundige Ankündigungen gab’s immer wieder aus dem Rathaus. Sogar einen Plan B. Und noch einen Plan C...
Adventskalender-Opener
Dez 29 2021

Lachhaft! Der satirische Adventskalender mit den „Drei Schattenparkern vom Rat“

Jeden Tag ein neues, lachhaftes Motiv aus der Serie „Die drei Schattenparker vom Rat“, das ist der satirische Adventskalender, der die Zeit bis zur...
Schaufenster des wineroom
Dez 16 2021

wineroom
Der Popup-Wine-Store im Herz der Stadt

Geschäfte auf Zeit: In Großstädten sind solche Konzepte seit Jahren gang und gebe. Der wineroom bringt dieses Konzept jetzt als hochkarätigen Weinladen nach Minden:...
Comic-Bubbles
Nov 21 2021

Du weißt, du bist in Minden – wenn aus Satire plötzlich O-Ton von Bürgermeister Jäcke wird

Manche Possen sind so possierlich – das glaubt man erst, wenn’s tatsächlich passiert. Zum Beispiel wenn der Bürgermeister von Minden sich offenbar von satirischen...
Titelgrafik Medieninstallation Reichspogromnacht
Nov 12 2021

Mit neuer Ästhetik wider das Vergessen: Medieninstallation zur Reichspogromnacht

Die Schande der Reichspogromnacht von 1938 wirkt bis heute nach. Regisseur Edgar Wilkening hat ein Video geschaffen, dass die Mindener Ereignisse der Nazi-Nacht...
Station Saal während Stadtspaziergang
Nov 02 2021

Stadtspaziergang mit Astrid Engel:
Die größten Feste in tausend Jahren Stadtgeschichte

Bevor eine verkalkte Polit-Kaste die Stadt runterwirtschaftete, war Minden so bedeutend, dass Menschen aus ganz Europa hier bedeutende Ereignisse feierten. Astrid Engel...
Künstlerin Bärbel Langner im Portrait
Okt 22 2021

Aus Liebe zum Leben
Kunst von Bärbel Langner

Sie hat ein Faible für Großes: große Themen und große Formate. Künstlerin Bärbel Langner arbeitet mit Acryl. Und stellt ihre Werke jetzt erstmals in einer großen...
Rampenloch Minden aus Vogelperspektive
Okt 21 2021

Good News fürs Rampenloch!
Stadt: Verkauf „sofern (…) attraktiver Kaufpreis geboten wird“

Dieser Satz schlägt ein wie eine Bombe. Gesagt hat ihn Mindens vermutlich bestbezahlter städtischer Manager, MEW-Geschäftsführer Joachim Schmidt. Und er eröffnet...
Du weißt, du bist in Minden – wenn aus Satire plötzlich O-Ton von Bürgermeister Jäcke wird

Du weißt, du bist in Minden – wenn aus Satire plötzlich O-Ton von Bürgermeister Jäcke wird

Du weißt, du bist in Minden – wenn aus Satire plötzlich O-Ton von Bürgermeister Jäcke wird

Autor Edgar Wilkening

Dieser Beitrag ist live vor Publikum entstanden in der “O19”, dem neuen Schaufenster-Studio von Das Herz der Stadt in der Obermarktstraße 19.


Sie erreichen den Autor per Mail an:
ew@dasherzderstadt.de

Es gibt Possen, die sind so possierlich, dass du denkst: Gibt’s doch gar nicht! Und dann passiert’s direkt vor deinen Augen. Also zum Beispiel in Minden. Mitten im Rathaus …

Gar nicht lange her, da hatten wir über einen E-Auto-Touristen aus dem hohen Norden berichtet. Der hatte sich bei Bürgermeister Michael Jäcke beschwert, dass die Parkgebühren auf dem Martinikirchhof nicht, wie im 21. Jahrhundert üblich, digital bezahlbar sind – oder wenigstens mit einem Notfall-Fünf-Euro-Schein. Sondern ausschließlich in Ein-Euro-Münzen oder noch kleinerem Hartgeld.

Der Minden-Reisende fühlte sich offenbar wie ein Zeitreisender. Was ohnehin womöglich dasselbe ist. Analog zu Marty McFly, der in „Zurück in die Zukunft“ in den spießigen 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts landet, wo alle Gewissheiten der Neuzeit keine Gültigkeit mehr haben.

Den Bericht über die Erlebnisse des Minden-Besuchers hatten wir mit dem Foto eines der verschmuddelten und veralteten Parkscheinautomaten vom Martinikirchhof bebildert. Und dieses Bild mit folgender Textzeile versehen:

|

"Bitten legen Sie Parkgeld vor Reiseantritt nach Minden abgezählt in kleinen Münzen bereit!"

Quelle: Textzeile in der Bebilderung eines Artikels auf Das Herz der Stadthier zu finden

Das war natürlich ironisch gemeint! Pointiert. Überzogen. Achtung, Satire!

Aber wie das im Leben so ist: Was manch einer lustig findet, findet ein anderer gar nicht lustig – sondern womöglich echt inspirierend.

Offenbar auch Mindens Bürgermeister Michael Jäcke. Denn der schickt am 27. Oktober 2021 dem Minden-Besucher auf dessen Beschwerde eine Antwort (die dem Herz der Stadt vorliegt).

Und da wird’s jetzt wirklich lustig. Realsatire sozusagen. Denn was steht da drin? Nach Absätzen voller ausschweifendem Behörden-Salbader fällt der entscheidende Satz:

|

"Sie hätten zur Nutzung des Parkplatzes die entsprechende Menge Kleingeld mit sich führen müssen."

Quelle: E-Mail von Mindens Bürgermeister Michael Jäcke vom 21. Oktober 2021 an einen Minden-Besucher

Geht das nur mir so? Oder klingt das wirklich verblüffend ähnlich zu genau der Aussage, die wir einige Wochen zuvor ironisch gemacht hatten? Ein bisschen umformuliert, etwas andere Worte – ja, klar. Aber in der Sache …?

Wir freuen uns natürlich sehr, wenn Bürgermeister Jäcke unserer Webseite die Ehre erweist (zumal er hier ja oft gute Hinweise auf sein Versagen im Amt erhält) und sich von unseren Inhalten inspirieren lässt. Vielleicht können wir den höchsten Bürger Mindens ja noch zu weiteren Statements inspirieren?

Jedenfalls haben wir uns – nachdem wir uns vom Lachen erholt hatten – gleich mal hingesetzt und ein paar weitere, natürlich rein satirische Äußerungen zu Papier respektive zum Server gebracht. Hier kommen sie. Allesamt zur freien Umformulierung und Verwendung gestattet …

Vielleicht ist ja etwas dabei, das einen Bürgermeister vom Formate eines Michael Jäcke inspiriert zu eigenen Statements. Wir persönlich würden uns jedenfalls sehr darüber freuen!

v

"Vergessen Sie die Pläne mit der Multihalle. Mit meiner Mannschaft kriege ich nicht mal öffentliche Toiletten hin."

Satirischer Textvorschlag von Das Herz der Stadt zur inhaltlichen Inspiration und freien Umformulierung bzw. Verwendung durch Bürgermeister

v

"Meine Partei ist derart verfilzt mit allem – das kriegen Sie nie wieder raus aus einer Stadt."

Satirischer Textvorschlag von Das Herz der Stadt zur inhaltlichen Inspiration und freien Umformulierung bzw. Verwendung durch Bürgermeister

v

"Ich hab's so satt, den Bürgern ständig was vorzumachen – ich gebe mein Amt jetzt auf, Pension hin oder her."

Satirischer Textvorschlag von Das Herz der Stadt zur inhaltlichen Inspiration und freien Umformulierung bzw. Verwendung durch Bürgermeister

Rainer Hornscheidt und Publikum
Jan 19 2022

Rainer Hornscheidt
Verborgene Landschaften
Fotos und Zeichnungen

Es war der künstlerische Neujahrs-Auftakt ’22 in der Popup-Galerie von Das Herz der Stadt. Und eigentlich waren es gleich zwei Ausstellungen parallel, die Rainer...
plate with cucumbers
Jan 12 2022

Die Gurkentruppe im Rathaus:
Unsere Top Five! Und die Gurke des Jahres geht an …

Wer hat 2021 was vergurkt im Mindener Rathaus? Jetzt wurde die „Gurke des Jahres 2021“ vergeben. Viele hatten sich um diese Auszeichnung beworben. Aber die...
Server Rack
Jan 09 2022

Der digitale Graben – oder:
Netznichtsnutze

Mindens Schulen sollten längst schnelles Internet haben. Vollmundige Ankündigungen gab’s immer wieder aus dem Rathaus. Sogar einen Plan B. Und noch einen Plan C...
Adventskalender-Opener
Dez 29 2021

Lachhaft! Der satirische Adventskalender mit den „Drei Schattenparkern vom Rat“

Jeden Tag ein neues, lachhaftes Motiv aus der Serie „Die drei Schattenparker vom Rat“, das ist der satirische Adventskalender, der die Zeit bis zur...
Schaufenster des wineroom
Dez 16 2021

wineroom
Der Popup-Wine-Store im Herz der Stadt

Geschäfte auf Zeit: In Großstädten sind solche Konzepte seit Jahren gang und gebe. Der wineroom bringt dieses Konzept jetzt als hochkarätigen Weinladen nach Minden:...
Comic-Bubbles
Nov 21 2021

Du weißt, du bist in Minden – wenn aus Satire plötzlich O-Ton von Bürgermeister Jäcke wird

Manche Possen sind so possierlich – das glaubt man erst, wenn’s tatsächlich passiert. Zum Beispiel wenn der Bürgermeister von Minden sich offenbar von satirischen...
Titelgrafik Medieninstallation Reichspogromnacht
Nov 12 2021

Mit neuer Ästhetik wider das Vergessen: Medieninstallation zur Reichspogromnacht

Die Schande der Reichspogromnacht von 1938 wirkt bis heute nach. Regisseur Edgar Wilkening hat ein Video geschaffen, dass die Mindener Ereignisse der Nazi-Nacht...
Station Saal während Stadtspaziergang
Nov 02 2021

Stadtspaziergang mit Astrid Engel:
Die größten Feste in tausend Jahren Stadtgeschichte

Bevor eine verkalkte Polit-Kaste die Stadt runterwirtschaftete, war Minden so bedeutend, dass Menschen aus ganz Europa hier bedeutende Ereignisse feierten. Astrid Engel...
Künstlerin Bärbel Langner im Portrait
Okt 22 2021

Aus Liebe zum Leben
Kunst von Bärbel Langner

Sie hat ein Faible für Großes: große Themen und große Formate. Künstlerin Bärbel Langner arbeitet mit Acryl. Und stellt ihre Werke jetzt erstmals in einer großen...
Rampenloch Minden aus Vogelperspektive
Okt 21 2021

Good News fürs Rampenloch!
Stadt: Verkauf „sofern (…) attraktiver Kaufpreis geboten wird“

Dieser Satz schlägt ein wie eine Bombe. Gesagt hat ihn Mindens vermutlich bestbezahlter städtischer Manager, MEW-Geschäftsführer Joachim Schmidt. Und er eröffnet...
Good News fürs Rampenloch! Stadt: Verkauf „sofern (…) attraktiver Kaufpreis geboten wird“

Good News fürs Rampenloch!
Stadt: Verkauf „sofern (…) attraktiver Kaufpreis geboten wird“

Good News fürs Rampenloch!
Stadt: Verkauf „sofern (…) attraktiver Kaufpreis geboten wird“

Autor Edgar Wilkening

Dieser Beitrag ist live vor Publikum entstanden in der “O19”, dem neuen Schaufenster-Studio von Das Herz der Stadt in der Obermarktstraße 19.


Sie erreichen den Autor per Mail an:
ew@dasherzderstadt.de

Das ist ein Paukenschlag! Und womöglich der erste kluge Satz zum Thema, den ich aus der Administration Jäcke höre, seit ich mich mit der Neu-Entwicklung des Rampenloch-Areals befasse. Und das geht immerhin bis ins Jahr 2018 zurück.

Was haben wir nicht alles an politischer Misswirtschaft, Desinformation und Inkompetenz erlebt, seit die Stadt Minden das brache Rotlichtgelände 2018 übernommen hat, um dort Neues entstehen zu lassen.

Mal wurde das einzigartige Narrativ des Ortes ohne Not – und vermutlich auch ohne Sachverstand – über Bord geworfen. Verantwortlich dafür zeichnet der Baubeigeordnete der Stadt Minden, Lars Bursian, der sicherheitshalber teure Dienstleister beauftragte, WoltersPartner aus Coesfeld, damit auch die das wertvolle Narrativ an keiner einzigen Stelle ihrer umfangreichen Papiere erwähnten.

Stattdessen skizzierten sie frei nach dem Motto „Ein Äffchen und ein Pferd, die schauen dort zum Fenster raus“ eine Pippi-Langstrumpf-Idylle mit kleinen Häuschen und großen Gärten, die schon damals nicht das Papier wert war, mit dem man sich abwischt. Sei’s drum: Auftraggeber Bursian war augenscheinlich zufrieden.

Kurz darauf liess er über die Lokalpresse verlauten, dass „völlig offen“ sei, was am Rampenloch entstehen solle. Das war schon damals so unwahr wie es sich später bestätigte. Längst hatte sich im Kopf des Mannes das Ziel einer unauffällig-devoten Wohnbebauung festgesetzt – ohne das tatsächliche Potenzial des Areals auch nur ansatzweise anzudenken.

Vorläufiger Höhepunkt des politischen Kasperle-Theaters war dann, als eine treue SPD-Genossin, die als Stadtverordnete im Rat sitzt, von ihren Parteigenossen und Kollegen das Areal für ihren Investor Bautec zugesprochen bekam.

In diese typisch Mindener Gemengelage aus Mauschelei und mangelndem Sachverstand platzt jetzt die Aussage von Joachim Schmidt hinein, Geschäftsführers der MEW, der Mindener Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, einer hundertprozentigen Tochter der Stadt Minden.

Und was der Mann sagt, dürfte – wenn es denn der Wahrheit entspricht – zum Game-Changer werden am Rampenloch. Hören wir mal rein.

|

"Die Politik der Geschäftsführung sei stets gewesen, Immobilien dem Markt zur Verfügung zu stellen, 'sofern (...) ein attraktiver Kaufpreis geboten wird.'"

Quelle: Mindener Tageblatt vom 21. Oktober 2021, Seite 2. Die Online-Version des Textes ist hier hinter Pay-Wall abrufbar.

Ein „attraktiver Kaufpreis“? Tja, Bautec – das dürfte es dann wohl gewesen sein mit deinen Plänen fürs Rampenloch.

Denn für Grundstücke, die die Stadt für exakt 642.500 Euro plus Nebenkosten, in Summe also für etwa 700.000 Euro erworben hat, gerade mal schlappe 200.000 Euro zu bieten, also etwa 500.000 Euro weniger als den Betrag, den die Stadt mal gezahlt hat – da kann man weiß Gott nicht von einem „attraktiven Kaufpreis“ sprechen.

Nun gut – Schmidt hat seine Aussage nicht im Zusammenhang mit dem Rampenloch gemacht. Sondern in Bezug auf Verkaufsspekulationen zum ebenfalls im Besitz der Stadt befindlichen Objekt Simeonscarré 2.

Aber er spricht deutlich von „Politik“, also von grundlegenden Prinzipien, die offenbar generell für Liegenschaften der Stadt gelten – keineswegs nur für das Objekt Simeonscarré 2. Und die Rede ist von „stets“. Also erneut: nicht nur für den Moment gültig, sondern dauerhaftes Handlungsprinzip bei städtischen Immobilien.

Der das sagt, ist nicht irgendwer – sondern hochrangiger Manager im Mindener Stadtapparat. Mit 140.000 Euro Jahresgehalt (Jahr 2020) einer der best bezahlten Angestellten – finanziell deutlich vor Bürgermeister Michael Jäcke, der in Besoldungsgruppe B7 nur knapp 130.000 Euro bezieht.

Wenn ein Hochkaräter wie Schmidt etwas sagt, dann ist das nicht einfach dahergeplappert. Der Mann weiß, worüber er spricht.

Ein halbwegs „attraktiver Kaufpreis“ für Immobilien, für die die Stadt 642.500 Euro gezahlt hat: Das würde ab, sagen wir mal: 650.000 Euro losgehen (wenn man die Nebenkosten mal außen vor lässt).

Mehr noch: Immobilienprofis wissen zu berichten, dass mit dem Verkauf von Liegenschaften sogar Gewinne möglich sein sollen. Ist MEW-Geschäftsführer Schmidt der Einzige in Mindens Administration, der sich mit sowas auskennt?

Auch wenn Englischlehrern & Co. im Rat, die vor allem Gevatternwirtschaft betreiben möchten, grundlegende Handlungsprinzipien wie „stets“ und „Politik“ vollkommen fremd sein mögen: Schmidts Worte machen deutlich, dass sich endlich die Chance auftut, sach- und vernunftbezogen eine angemessene Entwicklung für das wertvolle Rampenloch anzugehen.

Denn das Areal kann viel, viel mehr leisten für die Stadt Minden, für die gesamte Stadt Minden, als nur ein paar Wohnungen, einen netten Auftrag für eine treue SPD-Genossin und üppige Rendite für einen Investor.

Womöglich braucht’s dafür als allererstes einen neuen Baubeigeordneten. Glückliche Fügung vielleicht, dass der Vertrag des Beigeordneten Bursian 2023 endet. Das ist die Chance für einen echten Neuanfang! Für ihn in einer anderen Stadt. Für das Rampenloch mit einem/einer neuen sachverständigen Stadtentwickler*in. Schön wär’s.

Rainer Hornscheidt und Publikum
Jan 19 2022

Rainer Hornscheidt
Verborgene Landschaften
Fotos und Zeichnungen

Es war der künstlerische Neujahrs-Auftakt ’22 in der Popup-Galerie von Das Herz der Stadt. Und eigentlich waren es gleich zwei Ausstellungen parallel, die Rainer...
plate with cucumbers
Jan 12 2022

Die Gurkentruppe im Rathaus:
Unsere Top Five! Und die Gurke des Jahres geht an …

Wer hat 2021 was vergurkt im Mindener Rathaus? Jetzt wurde die „Gurke des Jahres 2021“ vergeben. Viele hatten sich um diese Auszeichnung beworben. Aber die...
Server Rack
Jan 09 2022

Der digitale Graben – oder:
Netznichtsnutze

Mindens Schulen sollten längst schnelles Internet haben. Vollmundige Ankündigungen gab’s immer wieder aus dem Rathaus. Sogar einen Plan B. Und noch einen Plan C...
Adventskalender-Opener
Dez 29 2021

Lachhaft! Der satirische Adventskalender mit den „Drei Schattenparkern vom Rat“

Jeden Tag ein neues, lachhaftes Motiv aus der Serie „Die drei Schattenparker vom Rat“, das ist der satirische Adventskalender, der die Zeit bis zur...
Schaufenster des wineroom
Dez 16 2021

wineroom
Der Popup-Wine-Store im Herz der Stadt

Geschäfte auf Zeit: In Großstädten sind solche Konzepte seit Jahren gang und gebe. Der wineroom bringt dieses Konzept jetzt als hochkarätigen Weinladen nach Minden:...
Comic-Bubbles
Nov 21 2021

Du weißt, du bist in Minden – wenn aus Satire plötzlich O-Ton von Bürgermeister Jäcke wird

Manche Possen sind so possierlich – das glaubt man erst, wenn’s tatsächlich passiert. Zum Beispiel wenn der Bürgermeister von Minden sich offenbar von satirischen...
Titelgrafik Medieninstallation Reichspogromnacht
Nov 12 2021

Mit neuer Ästhetik wider das Vergessen: Medieninstallation zur Reichspogromnacht

Die Schande der Reichspogromnacht von 1938 wirkt bis heute nach. Regisseur Edgar Wilkening hat ein Video geschaffen, dass die Mindener Ereignisse der Nazi-Nacht...
Station Saal während Stadtspaziergang
Nov 02 2021

Stadtspaziergang mit Astrid Engel:
Die größten Feste in tausend Jahren Stadtgeschichte

Bevor eine verkalkte Polit-Kaste die Stadt runterwirtschaftete, war Minden so bedeutend, dass Menschen aus ganz Europa hier bedeutende Ereignisse feierten. Astrid Engel...
Künstlerin Bärbel Langner im Portrait
Okt 22 2021

Aus Liebe zum Leben
Kunst von Bärbel Langner

Sie hat ein Faible für Großes: große Themen und große Formate. Künstlerin Bärbel Langner arbeitet mit Acryl. Und stellt ihre Werke jetzt erstmals in einer großen...
Rampenloch Minden aus Vogelperspektive
Okt 21 2021

Good News fürs Rampenloch!
Stadt: Verkauf „sofern (…) attraktiver Kaufpreis geboten wird“

Dieser Satz schlägt ein wie eine Bombe. Gesagt hat ihn Mindens vermutlich bestbezahlter städtischer Manager, MEW-Geschäftsführer Joachim Schmidt. Und er eröffnet...
So erleben E-Auto-Touristen die Klimastadt Minden: schmuddelig, veraltet, techfeindlich

So erleben E-Auto-Touristen die Klimastadt Minden:
schmuddelig, veraltet, techfeindlich

So erleben E-Auto-Touristen die Klimastadt Minden:
schmuddelig, veraltet, techfeindlich

Autor Edgar Wilkening

Dieser Beitrag ist live vor Publikum entstanden in der “O19”, dem neuen Schaufenster-Studio von Das Herz der Stadt in der Obermarktstraße 19.


Sie erreichen den Autor per Mail an:
ew@dasherzderstadt.de

Wie begrüßt Minden seine Gäste und Besucher? Dem Herz der Stadt liegt eine E-Mail an Bürgermeister Michael Jäcke vor, die beredtes Zeugnis darüber ablegt.

Vordergründig scheint es nur um ein Knöllchen wegen Falschparkens zu gehen. Doch der Verfasser der E-Mail stellt die Rechtmäßigkeit des Knöllchens gar nicht in Frage. Im Gegenteil: Formell habe er die Verwarnung ganz zu recht erhalten, sagt er.

Ihm geht es vielmehr um die Umstände, die zu diesem Knöllchen geführt haben. Und die sind bemerkenswert. Denn sie sagen viel über die weltfremde und realitätsferne Sicht, die Mindens Verwaltung auf die Welt im 21. Jahrhundert pflegt.

Die ganze E-Mail sprüht so vor feingeistigem Witz und kosmopolitischer Ironie, dass ich sie Ihnen keinesfalls vorenthalten will. Hier der Original-Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Jäcke,

gestern hatte ich erstmalig die Möglichkeit in Ihr schönes Minden an der Weser zu kommen. Um es ein wenig zu erkunden fuhr ich auf den Parkplatz Martini-Kirchhof. Nachdem ich festgestellt hatte, dass E-Autos nicht wie in Ihrer Nachbargemeinde Bückeburg 4 Stunden umsonst parken dürfen suchte ich den Parkautomaten auf.

Dort angekommen musste ich feststellen, dass man seine Parkgebühr weder per App, noch per SMS, noch mit Karte oder mit Geldscheinen bezahlen kann. Das erstaunte mich, haben wir doch mittlerweile das Jahr 2021…. Es geht tatsächlich nur mit Münzen.

Da ich in der Regel kein Bargeld mit mir führe aber für solche Situationen immer einen 5-€uro-Schein mit mir führe suchte ich den nächsten Parkautomaten. Auch dort war der Schlitz für die Kartenzahlung versperrt und Bezahlung mit Geldscheinen nicht möglich. Ein Hinweis auf eine alternative Bezahlmöglichkeit fand sich nirgendwo.

Da ich zu den Menschen gehöre, die gerne Parktickets bezahlen und dies auch in über 25 Jahren immer gemacht habe (ausnahmslos) war ich etwas verstört, da ich das Gefühl hatte, dass mich die Gemeinde Minden zum Schwarzparken nötigt. Das war mir unangenehm, und so verschaffte ich meinem Gewissen ein wenig Erleichterung durch das Verwenden einer Parkscheibe.

Als ich später zum Auto zurück kehrte war ein Ticket an meiner Windschutzscheibe, das durchaus zurecht dort angebracht wurde und gegen dessen Ausstellung formell nichts auszurichten ist. Aber durch mangelnde Digitalisierung des Parkwesens und die Reduzierung der Bezahlmöglichkeiten auf sog. ‚Hartgeld‘ fühlte ich mich dazu genötigt gegen die Gebührenordnung von Minden zu verstoßen, weshalb ich nun doch einen Einspruch erheben / einlegen muss.

Als ich das Knöllchen dann genauer anschaute sah ich, dass es anscheinend nicht am mangelnden Verständnis für ‚Digitalisierung‘ lag, dass es keine zeitgemäßen Bezahlmöglichkeiten gibt. Nein! Im Gegenteil: auf dem Knöllchen war ein QR-Code zu sehen durch den man direkt zum Kassenzeichen, dem zu zahlenden Betrag und zum ‚Tatvorwurf‘ kam. Das alles hinterlässt so ein gemischtes Gefühl von Rückständigkeit auf der einen Seite und Abzocke auf der anderen Seite in mir.

Deshalb lieber Herr Jäcke habe ich zwei Bitten an Sie:
– machen Sie Parkraum für die Zahlungsmittel des Jahres 2021 bezahlbar
– Erlassen Sie mir mein Knöllchen, da ich unverschuldet nicht anders handeln konnte als ich gehandelt habe.

Gerne höre ich von Ihnen und verbleibe bis dahin
mit besten Grüßen (…)“

Quelle: E-Mail eines aus Norddeutschland stammenden Minden-Besuchers an Bürgermeister Michael Jäcke am 15. September 2021. Identität und Anschrift des Verfassers sind der Redaktion bekannt. Die Veröffentlichung der E-Mail erfolgt mit Genehmigung des Verfassers.

„Rückständigkeit“, „Abzocke“, „Nötigung“ – das erlebt dieser Besucher bei seinem Antrittsbesuch in der Stadt Minden. Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass diese Person ein positives, warmherziges Bild der Stadt mit nach Hause nimmt und weiterträgt in die Welt?

Genau die Menschen, die Minden so dringend braucht, weil sie Geld in die Stadt bringen, weil sie mit ihrer Anwesenheit Unternehmen und Arbeitsplätze unterstützen, weil sie als Multiplikatoren über den Liebreiz der Stadt berichten könnten – oder als Investoren vielleicht sogar selbst einen neuen Wirtschaftsstandort suchen – genau diese Menschen vergrault Minden schon bei der ersten Begegnung. Da helfen auch keine Imagefilme mehr, keine Flyer, keine Broschüren …

Offenbar hat es die Administration Jäcke längst aufgegeben (oder womöglich noch nie gemacht): aus der Perspektive der Menschen, der Besucher, der Nutzer auf die eigene Stadt zu schauen. Oder auch mal über die Stadtgrenzen hinaus auf andere Kommunen zu blicken, was die so unternehmen, um attraktiv und zeitgemäß zu sein.

Ich bleibe dabei: Die Stadt Minden hat ein ungeheures Potenzial! Sie könnte ein blühendes, wunderschönes Kleinod unter den Städten Ostwestfalens und des angrenzenden Schaumburger Landes sein.

Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass man diejenigen, die heute das Sagen haben, zum Teufel jagt.

… vielleicht würde dann sogar der Verfasser der E-Mail der Stadt Minden eine zweite Chance geben und sein E-Auto erneut zum Martini-Kirchhof steuern.

… und die Story geht weiter! Denn unser-E-Autoreisender hat tatsächlich eine Antwort von Bürgermeister Jäcke erhalten. Was da drin steht ist allerdings zum Lachen – oder zum Verweifeln. Je nachdem, mit wie viel Nachsicht und Milde man auf das Oberhaupt dieser Stadt blickt.

Rainer Hornscheidt und Publikum
Jan 19 2022

Rainer Hornscheidt
Verborgene Landschaften
Fotos und Zeichnungen

Es war der künstlerische Neujahrs-Auftakt ’22 in der Popup-Galerie von Das Herz der Stadt. Und eigentlich waren es gleich zwei Ausstellungen parallel, die Rainer...
plate with cucumbers
Jan 12 2022

Die Gurkentruppe im Rathaus:
Unsere Top Five! Und die Gurke des Jahres geht an …

Wer hat 2021 was vergurkt im Mindener Rathaus? Jetzt wurde die „Gurke des Jahres 2021“ vergeben. Viele hatten sich um diese Auszeichnung beworben. Aber die...
Server Rack
Jan 09 2022

Der digitale Graben – oder:
Netznichtsnutze

Mindens Schulen sollten längst schnelles Internet haben. Vollmundige Ankündigungen gab’s immer wieder aus dem Rathaus. Sogar einen Plan B. Und noch einen Plan C...
Adventskalender-Opener
Dez 29 2021

Lachhaft! Der satirische Adventskalender mit den „Drei Schattenparkern vom Rat“

Jeden Tag ein neues, lachhaftes Motiv aus der Serie „Die drei Schattenparker vom Rat“, das ist der satirische Adventskalender, der die Zeit bis zur...
Schaufenster des wineroom
Dez 16 2021

wineroom
Der Popup-Wine-Store im Herz der Stadt

Geschäfte auf Zeit: In Großstädten sind solche Konzepte seit Jahren gang und gebe. Der wineroom bringt dieses Konzept jetzt als hochkarätigen Weinladen nach Minden:...
Comic-Bubbles
Nov 21 2021

Du weißt, du bist in Minden – wenn aus Satire plötzlich O-Ton von Bürgermeister Jäcke wird

Manche Possen sind so possierlich – das glaubt man erst, wenn’s tatsächlich passiert. Zum Beispiel wenn der Bürgermeister von Minden sich offenbar von satirischen...
Titelgrafik Medieninstallation Reichspogromnacht
Nov 12 2021

Mit neuer Ästhetik wider das Vergessen: Medieninstallation zur Reichspogromnacht

Die Schande der Reichspogromnacht von 1938 wirkt bis heute nach. Regisseur Edgar Wilkening hat ein Video geschaffen, dass die Mindener Ereignisse der Nazi-Nacht...
Station Saal während Stadtspaziergang
Nov 02 2021

Stadtspaziergang mit Astrid Engel:
Die größten Feste in tausend Jahren Stadtgeschichte

Bevor eine verkalkte Polit-Kaste die Stadt runterwirtschaftete, war Minden so bedeutend, dass Menschen aus ganz Europa hier bedeutende Ereignisse feierten. Astrid Engel...
Künstlerin Bärbel Langner im Portrait
Okt 22 2021

Aus Liebe zum Leben
Kunst von Bärbel Langner

Sie hat ein Faible für Großes: große Themen und große Formate. Künstlerin Bärbel Langner arbeitet mit Acryl. Und stellt ihre Werke jetzt erstmals in einer großen...
Rampenloch Minden aus Vogelperspektive
Okt 21 2021

Good News fürs Rampenloch!
Stadt: Verkauf „sofern (…) attraktiver Kaufpreis geboten wird“

Dieser Satz schlägt ein wie eine Bombe. Gesagt hat ihn Mindens vermutlich bestbezahlter städtischer Manager, MEW-Geschäftsführer Joachim Schmidt. Und er eröffnet...
Der Bürgermeister erfindet Grundstücke für seine Halle. Und SPD und CDU jubeln dazu!

Der Bürgermeister erfindet Grundstücke für seine Halle.
Und SPD und CDU jubeln dazu!

Der Bürgermeister erfindet Grundstücke für seine Halle.
Und SPD und CDU jubeln dazu!

Autor Edgar Wilkening

Dieser Beitrag ist live vor Publikum entstanden in der “O19”, dem neuen Schaufenster-Studio von Das Herz der Stadt in der Obermarktstraße 19.


Sie erreichen den Autor per Mail an:
ew@dasherzderstadt.de

Man kann es als eine Art Statement des Landes NRW lesen: Bürgermeister Michael Jäcke (SPD) plant ein veritables Luftschloss am Rechten Weserufer.

Vorige Woche erst präsentierte Mindens oberster Dienstherr voller Stolz den „LoI“ zur geplanten Multifunktionshalle, an dem er und seine Mannschaft jahrelang gefeilt haben.

„LoI“, dieses Kürzel übersetzt der Bürgermeister gerne mit „Letter of Intent“. Bei genauerem Hinsehen entpuppt es sich wohl eher als „Lachnummer ohne Integrität“.

Dass das ganze Ding zusammengeschludert ist in einem Umfang, der zum Himmel schreit, hatten wir hier schon festgestellt.

Aber es kommt noch dicker. Nämlich dann, wenn man die Angaben in Jäckes „LoI“ mal vergleicht mit offiziellen Katasterdaten des Landes Nordrhein-Westfalen im GEOportal NRW.

Dann stellt sich raus: Der Bürgermeister plant die Multihalle auf Grundstücken, die es gar nicht gibt – nicht in Minden, nicht in NRW und nicht auf diesem Planeten.

Glauben Sie nicht? Verstehe ich. Wenn ich’s nicht selbst gesehen hätte – so viel Doofheit würde ich auch nicht für möglich halten.

Aber die Tatsachen – und nur an die halten wir uns – sprechen eine deutliche Sprache.

„Die Stadt Minden sorgt für die Sanierung des Grundstücks ‚rechtes Weserufer’ auf folgenden Flurstücken des ehemaligen Geländes der Bahn (…) Altstandort ehem. Güterbahnhof: Flur 43, Flurstücke 56, 57, 63, 64, 65, 66, 67, 68, 70, 85, 86 und überlässt es zur Bebauung (…).“

Quelle: “Gemeinsame Absichtserklärung (Letter of Intent), 1. Der Stadt Minden, 2. Der Unternehmensgruppe Melitta”, Version “MFH Minden – LOI Final 30.08.21”

Entscheidend sind hier die „Flur 43“ und darin die beiden Flurstücke „85“ und „86“.

Die wollen wir uns genauer ansehen – und zwar mit Hilfe des offiziellen Liegenschaftskatasters des Landes NRW, das jedermann hier aufrufen kann.

Ich habe das schon mal vorbereitet: unten ein Screenshot, der die gesamte „Flur 43“ mit all ihren Flurstücken zeigt.

Die Grenzen der Flur sind mit einer gestrichelten lila Linie markiert. Die einzelnen Flurstücke haben schwarze Linien und sind mit kursiven Zahlen nummeriert.

Und jetzt beginnt der spaßige Teil!

Suchen Sie in diesem herrlichen Wimmelbild mal die beiden Flurstücke mit den Zahlen „85“ und „86“.

Flur 43 in Minden

Quelle: Screenshot von GEOportal.NRW / Themenkarten / Liegenschaftskataster des Landes NRW, das Sie hier aufrufen können. (Visuelle Hervorhebung der „Flur 43“ in dieser Grafik durch den Autor.)

Je länger Sie suchen, desto peinlicher für Bürgermeister Michael Jäcke.

Denn die schlichte Wahrheit ist: In der „Flur 43“ gibt es gar keine Flurstücke „85“ und „86“. Der Bürgermeister und seine Vasallen haben sie schlichtweg erfunden.

Es offenbart ein weiteres Mal die anscheinend grenzenlose Arroganz oder wahlweise Inkompetenz der Administration Jäcke.

Was haben wir nicht schon alles erlebt? Mal wurden städtische Grundstücke am Rampenloch unter vollkommen falschen Vorzeichen entwickelt, um sie am Ende einer SPD-Genossin zuschanzen zu können. Mal scheiterte man an der Inbetriebnahme eines schlichten Brunnens am Wesertor. Mal verrechnet sich ausgerechnet das Rechnungsprüfungsamt ausgerechnet beim Rechnungsprüfen. Mal bucht der Kämmerer hemmungslos in seinen Bilanzen hin und her. Und und und …

Jetzt also: erfundene Grundstücke. Zugegeben: In einer angrenzenden Flur gibt es Flurstücke mit den Zuordnungen „85“ und „86“. Aber Tatsache ist: Von dieser angrenzenden Flur ist im „LoI“ ausdrücklich nicht die Rede.

Und was sagt die Politik dazu? Die spendiert wie immer, wenn’s um Törichtes, Schlampiges oder sonstigen Unfug geht, bereitwillig Applaus.

Kaum lag der „LoI“ auf dem Tisch, meldeten sich hochrangige Vertreter von SPD und CDU zu Wort, und verkündeten, dass sie dem Papier am kommenden Donnerstag im Stadtrat gerne den offiziellen Segen geben werden.

Darauf kann ein Bürgermeister vom Format eines Michael Jäcke vertrauen: zuverlässige Polit-Vasallen, die stets zur Stelle sind, wenn falsche Papiere und andere Dämlichkeiten abgesegnet werden müssen, für die die Bürger bezahlen.

Ich bin oft gefragt worden, ob ich eigentlich grundsätzlich gegen eine Multifunktionshalle sei. Nein, bin ich nicht.

Aber ich bin kategorisch dagegen, dass Projekte dieser Größenordnung nicht von den Klügsten einer Stadt geplant werden, sondern von Dussels und Schlampigen.

Rainer Hornscheidt und Publikum
Jan 19 2022

Rainer Hornscheidt
Verborgene Landschaften
Fotos und Zeichnungen

Es war der künstlerische Neujahrs-Auftakt ’22 in der Popup-Galerie von Das Herz der Stadt. Und eigentlich waren es gleich zwei Ausstellungen parallel, die Rainer...
plate with cucumbers
Jan 12 2022

Die Gurkentruppe im Rathaus:
Unsere Top Five! Und die Gurke des Jahres geht an …

Wer hat 2021 was vergurkt im Mindener Rathaus? Jetzt wurde die „Gurke des Jahres 2021“ vergeben. Viele hatten sich um diese Auszeichnung beworben. Aber die...
Server Rack
Jan 09 2022

Der digitale Graben – oder:
Netznichtsnutze

Mindens Schulen sollten längst schnelles Internet haben. Vollmundige Ankündigungen gab’s immer wieder aus dem Rathaus. Sogar einen Plan B. Und noch einen Plan C...
Adventskalender-Opener
Dez 29 2021

Lachhaft! Der satirische Adventskalender mit den „Drei Schattenparkern vom Rat“

Jeden Tag ein neues, lachhaftes Motiv aus der Serie „Die drei Schattenparker vom Rat“, das ist der satirische Adventskalender, der die Zeit bis zur...
Schaufenster des wineroom
Dez 16 2021

wineroom
Der Popup-Wine-Store im Herz der Stadt

Geschäfte auf Zeit: In Großstädten sind solche Konzepte seit Jahren gang und gebe. Der wineroom bringt dieses Konzept jetzt als hochkarätigen Weinladen nach Minden:...
Comic-Bubbles
Nov 21 2021

Du weißt, du bist in Minden – wenn aus Satire plötzlich O-Ton von Bürgermeister Jäcke wird

Manche Possen sind so possierlich – das glaubt man erst, wenn’s tatsächlich passiert. Zum Beispiel wenn der Bürgermeister von Minden sich offenbar von satirischen...
Titelgrafik Medieninstallation Reichspogromnacht
Nov 12 2021

Mit neuer Ästhetik wider das Vergessen: Medieninstallation zur Reichspogromnacht

Die Schande der Reichspogromnacht von 1938 wirkt bis heute nach. Regisseur Edgar Wilkening hat ein Video geschaffen, dass die Mindener Ereignisse der Nazi-Nacht...
Station Saal während Stadtspaziergang
Nov 02 2021

Stadtspaziergang mit Astrid Engel:
Die größten Feste in tausend Jahren Stadtgeschichte

Bevor eine verkalkte Polit-Kaste die Stadt runterwirtschaftete, war Minden so bedeutend, dass Menschen aus ganz Europa hier bedeutende Ereignisse feierten. Astrid Engel...
Künstlerin Bärbel Langner im Portrait
Okt 22 2021

Aus Liebe zum Leben
Kunst von Bärbel Langner

Sie hat ein Faible für Großes: große Themen und große Formate. Künstlerin Bärbel Langner arbeitet mit Acryl. Und stellt ihre Werke jetzt erstmals in einer großen...
Rampenloch Minden aus Vogelperspektive
Okt 21 2021

Good News fürs Rampenloch!
Stadt: Verkauf „sofern (…) attraktiver Kaufpreis geboten wird“

Dieser Satz schlägt ein wie eine Bombe. Gesagt hat ihn Mindens vermutlich bestbezahlter städtischer Manager, MEW-Geschäftsführer Joachim Schmidt. Und er eröffnet...