2. CIMA-Workshop Innenstadtmanagement Minden: Fokusgruppe Eigentümer*innen

2. CIMA-Workshop Innenstadtmanagement Minden:
Fokusgruppe Eigentümer*innen

2. CIMA-Workshop Innenstadtmanagement Minden:
Fokusgruppe Eigentümer*innen

Autor Edgar Wilkening

 


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Wer nach dem ersten Workshop „Innenstadtmanagement“, den die Beratungsgesellschaft CIMA am 25. April 2022 in Minden durchgeführt hatte, schon dachte: „Schlimmer geht’s nimmer“, wurde beim Folge-Workshop eines Besseren belehrt. Schlimmer geht offenbar immer.

Dienstag, 14. Juni 2022, 18:00 Uhr. Draußen winkt ein launig-sonniger Sommerabend. Es sollte also gute Gründe geben, warum Menschen den Abend nicht im Sonnenschein, sondern in Workshop-Gruppen verbringen. Leider blieben die Einlader diese guten Gründe bis zum Ende schuldig.

Etwa vierzig Menschen hatten sich auf Einladung des Bürgermeisters im StartMiUp eingefunden zum „2. Workshop Innenstadtmanagement“, diesmal mit der „Fokusgruppe Eigentümer*innen“.

Nach der Begrüßung und einem impulslosen Impulsvortrag wurden die Teilnehmer in vier Workshop-Gruppen einsortiert. Wer in welche Gruppe kam, wollten die Einlader offenbar weder dem Zufall noch den Anwesenden selbst überlassen. Die Stadtverwaltung hatte die Gruppen vorab penibel festgelegt. Nach welchen Kriterien, wurde nicht erklärt.

So blieb der Eindruck, dass man auf diese Weise Eklats wie im ersten Workshop vermeiden wollte, indem man potenziell kritische Stimmen schon im Vorfeld wegsortiert und einhegt.

Was hätte man nicht alles besprechen können!

In allen vier Workshop-Gruppen wurden die selben Fragestellungen besprochen. Ach – was hätte man nicht alles fragen können, wenn man schon mal so viele hochkarätige Innenstadt-Eigentümer an einem Ort beisammen hat!

Zum Beispiel Dinge wie: „Welche Perspektive sehen Sie für Ihre Innenstadt-Immobilie?“ – „Was sind Ihre Sorgen und Nöte?“ – „Was sind Hindernisse, mit denen Sie zu tun haben?“ – „Wobei könnte Stadtverwaltung Ihnen behilflich sein?“ – „Oder wo drückt Sie sonst der Schuh?“ Hätte man alles fragen können.

Aber nein, hat niemand gefragt, hat niemanden interessiert. Keine dieser Fragen wurde gestellt. Nicht in der Workshop-Gruppe, der der Autor zusortiert worden war, und auch nicht im Plenum.

Stattdessen ging es um Fragen wie: „Wenn Sie Leerstand haben, wie vermarkten Sie den: Direktansprache, Inserat, über Plattformen oder per Makler?“

Herrgott nochmal – was soll man antworten bei derart *brisanten* Fragen? Kein Wunder, dass alle Workshop-Gruppen zum gleichen Ergebnis kamen: Natürlich werden alle Wege genutzt. Ach! Echt jetzt? Ja. Mal gleichzeitig, mal gestaffelt nacheinander – mal mehr Direktansprache, mal weniger Inserat …

Erkenntnisgewinn: Null. Neuigkeitswert: Nullkommanull.

Und so *brisant* ging es dann auch weiter: „Planen Sie Renovierungsarbeiten? Investieren Sie in Ihre Immobilie?“

Man muss kein Berater sein und auch kein Immobilienprofi, um sich auszumalen, wie die Antworten lauteten: Wenn konkreter Bedarf ist, wird renoviert – wenn investiert werden muss, wird das gemacht.

Für die Berater der CIMA waren solche Aussagen so bemerkenswert, dass sie sofort auf dem hippen Miro-Board notiert werden mussten. Und wen wundert’s: natürlich in allen vier Workshop-Gruppen mit prinzipiell gleichem Wortlaut. Sagenhaft!

„Wenn Sie neu vermieten, achten Sie darauf, dass der neue Mieter zum Umfeld passt? Oder sagen Sie: Ist mir egal, Hauptsache vermietet?“ – „Kennen Sie Ihre Nachbarn und haben Sie ein Netzwerk mit denen? Möchten Sie die gerne kennenlernen?“ – „Wie gehen Sie mit Mieterwünschen um? Und wer trägt die Kosten?“ – „Kennen Sie die Förderprogramme des Landes NRW?“ –  „Würden Sie einer Zwischennutzung zustimmen, oder wie stehen Sie dazu?“

… so ging das fast anderthalb Stunden. Eine Banalität folgte auf die nächste. Plattitüden-Plauderstündchen mit der CIMA. Belanglosigkeit zu Beraterhonoraren. Jeder durfte mal was sagen, jeder einen Schwank erzählen. Willkommen beim Wohlfühl-Wischiwaschi.

Fragen nach Missständen? Nach strukturellen Problemen? Fehlanzeige.

„Es fühlte sich an wie therapeutischer Gesprächskreis“, sagte mir eine Teilnehmerin später.

Sie war auch diejenige, die den klügsten Satz des Abends zur Analyse der Innenstadtprobleme sagte. Auf die bunten Miro-Zettelchen schaffte es der aber nicht. Zu klug offenbar. (Ich schreibe ihn hier ebenfalls nicht hin. Er wird demnächst zentraler Aufhänger einer größeren Analyse werden.)

Wenn dann ausgerechnet der Verwaltungs-Mitarbeiter, Bereich Stadtentwicklung, der wohl als Aufpasser mit in der Gruppe saß, da er offensichtlich nicht zu den Eigentümern zählt – wenn also ausgerechnet der dann sagt, er habe gerade ganz viel Neues erfahren, stellt sich die Frage: Sachmal, was macht Ihr da im Rathaus eigentlich den ganzen Tag – außer Kaffeetrinken und Urlaubstage zählen …?

Fazit am Ende des Abends: Man hätte den lauen Sommerabend besser im Sonnenschein verbringen sollen – statt in den lauen Workshop-Gruppen der CIMA.

Immerhin: Wenigstens der Bürgermeister zeigte sich im Schlusswort zufrieden. Für ihn und seine Mannschaft läuft scheinbar alles nach Plan. Offenbar haben sie genau den Workshop geliefert bekommen, den sie bestellt hatten. Das allerdings lässt das Schlimmste befürchten.

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Am Donnerstag, 5. Mai 2022 öffnen die Produktionsschulen in Deutschland ihre Türen und zeigen bundesweit, was sie drauf haben. Das Weserstädtchen Minden ist dann gleich in doppelter Hinsicht vertreten.

Zum einen nimmt der Verein Fach-Werk Minden am Aktionstag teil und veranstaltet seinen „Tag der offenen Werkstätten“. Neugierige können von 10:00 bis 15:00 Uhr hautnah erleben, wie „die dritte Chance“ aussieht, die Produktionsschulen den Jugendlichen und jungen Erwachsenen bieten, um ins Berufsleben zu finden. Die Adresse: Fach-Werk-Minden e. V., Schwarzer Weg 8, 32423 Minden.

Pünktlich zum Aktionstag ist aber auch das neue Video des Bundesverbands Produktionsschulen e.V. online gegangen. Und das stammt überraschenderweise ebenfalls aus Minden. Kreiert hat es Medienmacher und Regisseur Edgar Wilkening (gleichzeitig Initiator von Das Herz der Stadt).

Der vierminütige Film im angesagten Whiteboard-Stil erläutert prägnant, was Produktionsschulen eigentlich anders machen als klassische Schulen. Und warum sie gerade deshalb so einen wichtigen Stellenwert im deutschen Bildungssystem einnehmen.

Immerhin gibt es in manchen Jahrgängen bis zu zehn Prozent Schulabbrecher. Genau denen bieten die Produktionsschulen eine dritte Chance, in ein geregeltes Berufsleben zu finden. Mehr Infos dazu auf der Webseite meine-dritte-chance.de.

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Autor Edgar Wilkening

Autor: Edgar Wilkening.
Entwickelt seit über dreißig Jahren strategische Konzepte für Marken, Unternehmen und Institutionen. Wurde dutzendfach mit Awards ausgezeichnet für herausragende Arbeiten.

Es ist wahrscheinlich einer der klügeren Vorschläge, die gemacht wurden, um Mindens historisches Ensemble an der Martinitrepe nicht für immer durch eine monströse Fahrstuhl-Konstruktion zu verschandeln: ein Shuttle-Busservice, der die Unterstadt und die Oberstadt barrierefrei verbindet – womöglich sogar quer durch die Innenstadt bis zum Wesertor.

Im Sommer 2021 hatten wir den Vorschlag (neben einem Concierge-Service) erstmals als Alternative zum Fahrstuhl-Konzept ins Gespräch gebracht.

Und dann vor wenigen Tagen die ganz praktischen, wirtschaftlichen und auch regionalen Vorzüge des Shuttle-Bus im Vergleich dargestellt.

Genau heute, am 7. April 2022, stellt sich heraus: Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) würde unseren Vorschlag womöglich mit bis zu 100.000 Euro netto (119.000 Euro brutto) fördern. Denn genau heute hat das Ministerium eine Projektförderung für Elektromobilitätskonzepte veröffentlicht.

Ziel ist, „die Einführung von elektrischen Mobilitätskonzepten“ zu unterstützen. „Im Rahmen des Förderaufrufs können Kommunen, kommunale und gewerbliche Unternehmen Anträge auf die Förderung von anwendungsorientierten Elektromobilitätskonzepten stellen“, heißt es im Aufruf weiter.

Wäre das nicht was für so eine notorisch klamme Kommune wie Minden? Ein elektrisch betriebener Minibus, der Mobilität in der gesamten Innenstadt möglich macht – und dann noch mit einem sechsstelligen Betrag vom Bund gefördert wird? Die Fotomontage oben dient nur der Visualisierung. In Wirklichkeit würde das Fahrzeug wahrscheinlich ganz anders aussehen – je nachdem für welches Modell man sich entscheidet.

Nur schnell muss man sein, wenn man in den Genuss der Förderung durch den Bund kommen will: Die Einreichfrist für Konzepte läuft am Donnerstag, 19. Mai 2022 ab.

Himmelherrgott: Das sind ja kaum noch sechs Wochen ab heute!

Ob man in der Verwaltung in so kurzer Zeit ein einreichfähiges Konzept auf die Beine stellen kann? Man weiß doch, wie beschäftigt alle damit sind, engagierten Bürgern Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Na gut, falls es die Verwaltung nicht schafft – sollen wir hier bei Das Herz der Stadt die einzureichenden Unterlagen vorbereiten? Machen wir gerne.

Mit einem unserer Teams hochkarätiger Experten kriegen wir so was in weniger als zwei Wochen gebacken. Man hilft ja, wo man kann. Nur Bescheid sagen müsste man uns. Einfach eine E-Mail an ew@dasherzderstadt.de – und ich rufe zurück für ein Gespräch. Gar kein Problem.

Damit alles klappt, hier schnell noch der Link, wo man auch die „Förderrichtlinie Elektromobilität“ und den „Aufruf zur Antragseinreichung“ findet. Wäre doch gelacht, wenn Minden das nicht hinkriegen würde. Also los, auf geht’s!

Gern geschehen.

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Martini-Fahrstuhl im großen Vergleichs-Check: Wie gut schneidet das Konzept gegen Alternativen ab?

Martini-Fahrstuhl im großen Vergleichs-Check:
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Martini-Fahrstuhl im großen Vergleichs-Check:
Wie gut schneidet das Konzept gegen Alternativen ab?

Autor Edgar Wilkening

Autor: Edgar Wilkening.
Entwickelt seit über dreißig Jahren strategische Konzepte für Marken, Unternehmen und Institutionen. Wurde dutzendfach mit Awards ausgezeichnet für herausragende Arbeiten.

Der geplante Fahrstuhl an Mindens Martinitreppe – vor Kurzem war er noch „das Einfachste“ und „das Logischste“. Mindens Baubeigeordneter Lars Bursian bemühte ausdrücklich den doppelten Superlativ, als er den Entwurf am 23. Juni 2021 im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen vorstellte.

Allerdings währte der Segen des doppelten Superlativs nicht allzu lange. Dem Herz der Stadt liegt eine E-Mail aus dem Rathaus vom 13. September 2021, 17:29 Uhr an den „Ältestenrat“ der Stadt Minden vor. Darin spricht der Baubeigeordnete Bursian plötzlich von „unqualifizierten Vorschlägen“, die es im Zusammenhang mit der Martinitreppe gebe.

Unqualifiziert? Hartes Urteil!

Welche Vorschläge er damit meint, geht aus der E-Mail nicht hervor. Aber wir wollten es genau wissen. Denn demnächst müssen sich Mindens Stadtverordnete mit dem Thema Martinitreppe befassen.

Deshalb haben wir den doppelsuperlativen Fahrstuhlentwurf einfach mal ins Verhältnis gesetzt zu zwei Vorschlägen, die wir selbst im Sommer 2021 als Alternativen vorgelegt hatten: einen Concierge-Service und einen Minibus-Shuttle, die beide ebenfalls in der Lage wären zu helfen, den Höhenunterschied zwischen Markt und Oberer Altstadt zu meistern.

Concierge-Service an der Martinitreppe

Vorschlag 1 von Das Herz der Stadt
Der Concierge-Service

Wenn ein Mensch Hilfe braucht zwischen Oberstadt und Unterstadt: Was liegt näher, als ihm einen leibhaftigen Mensch an die Seite zu stellen?

Vorschlag: Wir richten einen persönlichen Concierge-Service ein. Ein, zwei Damen oder Herren in markanten Uniformen, die unten am Markt und oben am Martini-Kirchhof bereitstehen und jedem, der Schwierigkeiten mit der Treppe hat, helfen.

Einen persönlichen Schnack zum Wetter oder den neuesten Tratsch aus der Stadt gibt’s immer noch obendrauf. Freundliche Assistenten, die anpacken, wo es nötig ist. Service par excellence.

Minibus-Shuttle an der Martinitreppe

Vorschlag 2 von Das Herz der Stadt
Der Minibus-Shuttle

Wir schaffen einen Bus-Shuttle zwischen Markt und Martini-Kirchhof. Mini-Busse fahren heute in vielen europäischen Städten. Es gibt sie in diversen Größen und Ausstattungen. Bewährte, ausgereifte Technologie auf Elektrobasis.

Der Fahrer bzw. die Fahrerin ist bei Bedarf behilflich beim Zustieg. Und dann geht’s los – immer im Kreis herum: vom Markt über die Opferstraße hoch zum Martini-Kirchhof, von da weiter über Kampstraße, Hufschmiede runter und zurück über den Scharn zum Markt.

Der Bus hält an vielen Stationen und bietet zahlreiche Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten. Er kann sogar mehrere Routen bedienen: ab Hufschmiede über die Bäckerstraße bis zum Wesertor und von dort über den Domhof zurück zum Markt.

Verglichen haben wir die Vorschläge in acht verschiedenen Kategorien:

    • Investitionsvolumen Wie hoch sind die Investitionskosten?
    • Höhe der Unterhaltskosten Wie hoch sind die laufenden/jährlichen Kosten?
    • Regionalität Bleibt das Geld in der Region oder fließt es ab?
    • Ressourcen-Verbrauch Wie hoch ist der Einsatz klimaschädlicher Ressourcen?
    • Gebietsausweitung Lässt sich das System auf weitere Teile der Innenstadt anwenden?
    • Schwere des Eingriffs Wie massiv wird das historische Bild der Stadt verändert?
    • Möglichkeit zum Testbetrieb Wie gut lässt sich das Konzept testweise mal ausprobieren?
    • Rückbaubarkeit Wie einfach ließe sich das Ganze im Zweifelsfall rückgängig machen?

Allesamt wichtige Aspekte, die natürlich auch die Stadtverordneten des Mindener Rat stets im Auge haben. Darum haben wir das Ergebnis in leicht verständlichen Infografiken aufbereitet. Und sind gespannt, welcher Vorschlag sich da im Sinne des Baubeigeordneten Bursian als „unqualifiziert“ erweist.

Auf geht’s – der Martini-Fahrstuhl im großen Vergleichs-Check!

1. Wie hoch sind die  Investitionskosten im Vergleich?
Grafik: Höhe des Investitionsvolumens

Der Investitionsaufwand für den Martini-Fahrstuhl wurde im Sommer 2021 mit um die drei Millionen Euro beziffert. Wahrscheinlich dürfte der tatsächliche Betrag zwischenzeitlich deutlich höher liegen. Auf jeden Fall ein Multi-Millionen-Projekt. Dagegen nehmen sich der Concierge-Service und der Shuttle-Bus geradezu harmlos aus mit den dafür erforderlichen Investitionssummen (die hier grob kalkuliert wurden). Unter allen drei Vorschlägen der unqualifizierteste, weil mit weitem Abstand teuerste: die Fahrstuhl-Lösung.

2. Wie hoch sind die  laufenden Kosten im Vergleich?
Grafik: Höhe der laufenden Kosten

Die Betriebskosten für den Fahrstuhl wurden im Sommer 2021 mit gut 160.000 Euro pro Jahr beziffert. Auch dieser Betrag dürfte zwischenzeitlich höher ausfallen. Laufende Kosten ergeben sich natürlich auch beim Concierge-Service, vor allem für Gehälter. Bei vier Concierges mit je 40.000 Euro Gehaltskosten käme man damit auf eine ähnliche Summe wie beim Fahrstuhl. Beim Shuttle-Bus schlägt das Gehalt für etwa anderthalb Stellen für Fahrer mit Personenbeförderungslizenz zu Buche (sofern man nicht auf selbstfahrende Fahrzeuge setzt, was allerdings den Investitionsaufwand erhöhen würde). Außerdem Kosten für Betriebsmittel und Wartung. Unterm Strich liegen alle drei Vorschläge etwa gleichauf. Kein deutlich herausstechender Sieger in der Kategorie „Laufende Kosten“.

3. Wieviel des Geldes bleibt in der Region im Vergleich?
Grafik: Wie viel des Geldes bleibt in der Region?

Wo fließt das Geld hin, das die Stadt Minden ausgibt? Beim Fahrstuhl kann ein Teil der Bauarbeiten eventuell von regionalen Bauunternehmen ausgeführt werden. Aber die Fahrstuhltechnik und der damit verbundene Wartungsaufwand wird voraussichtlich an börsennotierte Unternehmen wie Thyssen-Krupp abfließen oder sogar an amerikanische wie Otis. Es bleibt jedenfalls nicht in der Region. Die Ausgaben beim Concierge-Service bestehen vor allem aus Gehältern. Sie blieben in der Region und würden z.B. vier Familien über Jahre ein Auskommen ermöglichen. Der Shuttle-Bus käme sicherlich von einem internationalen Hersteller, aber auch hier blieben die Fahrergehälter über die Jahre in der Region. „Unqualifiziert“ im Hinblick darauf, ob das Geld in der Region bleibt: das Fahrstuhlkonzept.

4. Wie hoch ist der Ressourcen-Verbrauch im Vergleich?
Grafik: Verbrauch von Ressourcen

Für Städte, die sich „klimafreundlich“ nennen wollen, ein ganz entscheidender Faktor: Wie viele Ressourcen werden verbraucht? Da ergibt sich für den Fahrstuhl eine verheerende Bilanz. Die Mengen an Glas, Stahl, Beton und darin verbauter sogenannter „grauer Energie“ sind immens. Insbesondere im Vergleich zu den paar schmucken Uniformen und alle halbe Jahr mal neue Schuhsohlen, die der Concierge-Service benötigen würde. Auch ein Shuttle-Bus besteht aus Stahl und mehr. Allerdings sind die verbauten Mengen in einem Minibus ein Witz im Vergleich zu einem siebzehn Meter hohen Fahrstuhl-Turm mit weiteren dreißig Meter Brücke. Unqualifiziertester Vorschlag in der Kategorie „Ressourcen-Verbrauch“: erneut mit Abstand das Fahrstuhl-Projekt.

5. Wie gut lässt sich der Wirkungskreis erweitern im Vergleich?
Grafik: Erweiterbarkeit des Wirkungskreises

Ein Fahrstuhl kann nur rauf und runter – mehr nicht, das dicke, dumme Ding. Sein Wirkungsradius ist exakt auf die Position beschränkt, an der er steht. Erweiterbarkeit auf andere Bereiche der Innenstadt? Fehlanzeige. Wie anders der Concierge-Service. Der ist nicht zwingend an die Martinitreppe gebunden, sondern könnte auch an der Opferstraße zum Einsatz kommen, oder an der Hufschmiede. Und mehr noch der Shuttle-Bus: Er könnte verschiedene Routen bedienen – nicht nur zwischen Markt und Oberstadt, sondern auch bis zum Wesertor und wieder zurück. Maximale Erweiterbarkeit in der gesamten Innenstadt. Und der Fahrstuhl schneidet schon wieder als „unqualifiziert“ ab.

6. Wie gravierend ist der Eingriff ins Stadtbild im Vergleich?
Grafik: Schwere des Eingriffs ins Stadtbild

Wie gravierend ist der Eingriff ins Stadtbild? Der Fahrstuhl wird von der Martinitreppe aus die Sicht auf das historische Rathaus verbauen – und die Blickachse zur Martinitreppe vom Markt aus massiv beeinträchtigen. Wie wohltuend dagegen die Concierges. Sie tragen dezente, schmucke Uniformen und fügen sich damit in das historische Stadtbild ein. Der Minibus ist natürlich sichtbar, aber da er meist unterwegs ist, beeinträchtigt er das Stadtbild niemals dauerhaft und nicht massiv. Grandios unqualifiziert in dieser Kategorie: nochmal der Fahrstuhl. 

7. Wie gut lässt sich das Konzept testweise ausprobieren im Vergleich?
Grafik: Möglichkeit des Testbetriebs

Wie schnell und unkompliziert lässt sich testen, ob eine Lösung funktioniert oder nicht – ohne sich gleich alles zu verbauen? Schließlich gibt es für die Gesamtplanung keinerlei valide Daten. Niemand weiß, ob es einen echten Bedarf gibt – oder nicht. Deshalb wäre Ausprobieren und Testen ein kluges Gebot der Stunde – um anschließend aufgrund von Erfahrungswerten zu entscheiden, wie man verfahren will. Den Concierge-Service könnte man jederzeit ohne Probleme ein paar Wochen oder Wochenenden lang testen mit ein paar Leuten – ohne sich etwas kaputt zu machen. Einen Minibus könnte man ein halbes Jahr anmieten und ausprobieren. Nur der Fahrstuhl – den müsste man erst in Beton gießen und aufbauen mit allem Drum und Dran, um ihn auszuprobieren. Für eine Testphase: vollkommen unqualifiziert.

8. Wie hoch ist der Aufwand für eventuellen Rückbau im Vergleich?
Grafik: Aufwand für eventuellen Rückbau

Und was, wenn sich eines Tages rausstellen sollte, dass die gewählte Lösung nicht mehr gebraucht wird? Sei es, weil der Bedarf doch nicht da ist oder sich die Dinge geändert haben? Wie aufwändig wäre es dann, alles wieder ungeschehen zu machen? Die Uniformen der Concierges werden einfach in den Schrank gehängt und fertig. Der Minibus kann anders genutzt oder weiter verkauft werden. Alles ganz einfach. Nur der Fahrstuhl wird Millionen und Abermillionen verschlingen, um ihn irgendwie wieder aus dem Stadtbild zu entfernen. In punkto Rückbau-Möglichkeit also nochmal: unqualifiziert.

Klares Ergebnis im großen Vergleichs-Check

Jawohl, der Baubeigeordnete Bursian hat in seiner oben genannten E-Mail vollkommen recht: Es gibt tatsächlich Vorschläge, die unqualifiziert sind.

Allerdings ist der unqualifizierteste Vorschlag? Ausgerechnet der, den der Baubeigeordnete selbst präferiert. Und den er den Stadtverordneten im Sommer 2021 noch als „das Einfachste“ und „das Logischste“ unterjubeln wollte.

In Wahrheit ist der Fahrstuhl die mit Abstand teuerste, unflexibelste und klimaschädlichste Lösung, die sich an der Martinitreppe denken lässt.

In keiner einzigen Kategorie hat der Fahrstuhl die Nase deutlich vorn. Oder wenigstens knapp, ganz knapp vorn! Nicht mal das.

Auch nicht, wenn der Einwand kommt, der Fahrstuhl würde immerhin rund um die Uhr laufen, sozusagen 24/7. Genau das ist nämlich nicht vorgesehen. Abends wird er geschlossen, morgens geöffnet. Dafür ist extra ein „Schließservice“ im Kostenbudget eingeplant.

Die Stadtverordneten der Stadt Minden sind gut beraten, all das im Blick zu haben und alle Alternativen gründlich unter die Lupe zu nehmen, wenn sie demnächst über die beste Lösung für die Martinitreppe befinden. Sie dürfen dann gerne unter Beweis stellen, wie klug sie entscheiden. Das Herz der Stadt wird ihnen dabei jedenfalls sehr genau zuschauen.

Sie sind der gleichen Meinung wie der Autor? Sie sind ganz anderer Meinung? Oder haben Sie weiterführende Infos zum Thema? Schreiben Sie es unten in die Kommentar-Spalte. Oder senden Sie dem Autor eine E-Mail an
ew@dasherzderstadt.de

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Jan 23 2022

Schamloser Nebenjob:
Baubeigeordneter übernimmt Posten bei Immobilienfirma

Mindens Baubeigeordneter Lars Bursian ist neben seinem offiziellen Amt in der privaten Immobilienwirtschaft tätig. Im Juni 2021 wurde er in den Aufsichtsrat der GSW...
„Xxxx xxx xxxxx XX-Xxxxxxxxxxxx – xxxx xxxx – xxxx xxxx …“

„Xxxx xxx xxxxx XX-Xxxxxxxxxxxx – xxxx xxxx – xxxx xxxx …“

„Xxxx xxx xxxxx XX-Xxxxxxxxxxxx – xxxx xxxx – xxxx xxxx …“

Autor Edgar Wilkening

Hat seine Mitgliedschaft im Deutschen Journalisten-Verband DJV nach mehr als 27 Jahren im Sommer 2021 auf eigene Initiative hin beendet, weil er auf keinen Fall mit „Journalisten“ in einem Atemzug genannt werden möchte.


Sie erreichen den Autor per Mail an:
ew@dasherzderstadt.de

Warum wimmelt’s in diesem Text plötzlich nur so vor lauter „Xxxxx“?

Redaktionelles Update am 12. April 2022

Am 22. März 2022 war an dieser Stelle ein Artikel erschienen, der bestimmte Praktiken der redaktionellen Arbeit des Mindener Tageblatt zum Thema hatte. Aufhänger war eine E-Mail, die dem Herz der Stadt von einer Mittelsperson zugespielt worden war.

Aus den Aussagen dieser E-Mail ergaben sich zahlreiche Schlussfolgerungen und viele Fragen, die hier zu lesen waren. Das allerdings hat offenbar nicht jedermann gefallen…

Am 8. April 2022 erwirkte die Bruns Verlags GmbH & Co. KG, das Mutterhaus des Mindener Tageblatt, vor dem Landgericht Bielefeld eine einstweilige Verfügung gegen mich als Autor und presserechtlich Verantwortlichen der Webseite Das Herz der Stadt.

Ziel der Verfügung: Alle Aussagen, die hier jetzt „geickst“ wurden, nicht weiter zu verbreiten. Daran bin ich gebunden (solange das Oberlandesgericht Hamm die Verfügung nicht aufhebt).

Für den Fall der Zuwiderhandlung wird mir ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000,00 € angedroht, ersatzweise Ordnungshaft bis zu sechs Monaten. Och, nööö, so wichtig sind mir die Angelegenheiten des Blättchens nun auch wieder nicht …

Deshalb gibt es hier ab heute nur noch eine rudimentäre Rumpfversion des ursprünglichen Artikels zu lesen: die Passagen, die vom Verlagshaus Bruns nicht beanstandet wurden – insofern als einvernehmlich gelten dürften. Den Rest möge der des Zwischen-den-Zeilen-Lesens Kundige einfach insinuieren.

Wir nehmen den Vorgang hier jedenfalls zum Anlass und werden in loser Folge eine ganze Reihe von Themen aufarbeiten, die sich mit dem Mindener Tageblatt befassen. Denn wir sind überzeugt: Da gibt es noch ganz viel, das gern mal ans Tageslicht möchte.

Und der kleine Formfehler, der das Landgericht diesmal zugunsten der Monopolpresse entscheiden liess, passiert uns garantiert nicht wieder.

Stay tuned und bleiben Sie frohgemut!
Edgar Wilkening, 12. April 2022

„Xxxxxx, xxx xxxxxx xxx xxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxxx Xxxxxx xxxx xxxxxxxx Xxxx xxxx“, hatte ich neulich unter diesem Beitrag geschrieben. Ein drastisches Urteil.

Xxxxx xxxxxx xxxx xxxxxx, xxx xxxx xxxx xx Xxxxxxxx xx xxxxxx Xxxx xxxxxx. Xxx:x Xxxxxxx:xx xxxxx xxx, xxx xx xxxxxxxx xxxxx xxxx xxxxxxxxx xx „xxxxxxxxxxxx“ xxx „xxxxxxxxxxxxxxxx“ Xxxxxxxxxxxx xxx Xxxxxxxx Xxxxxxxxx.

Xxx Xxxx xxx Xxxxx xxxxx xxxx X-Xxxx xxx, xxx xxx Xxxxxxxxxxx xxx xxxxxx xxxxxxx Xxxxxxxxx xxx xxxxxxxx Xxxxxxxxxxxxx xxxxx. Xxxxx xxxxx xx xxxxxxxxx xxxxx xxxxxx xxxx xxxxxx, xxxx xx xx xxxxx xx Xxxxxxxxxxxxxxxxx: Xx Xxxx xxxxxx, xxxx xxxxxxxxx – xxx xxxx xxxxxxxxxxx. Xx xxxx Xxxx, xxxxx xxxx. Xx xxxx Xxxx xxxxxx – xx xx …

Xxx Xxxxxxxx xxx X-Xxxx xxx xxxxxxxxxxx. Xxx xxxxxx xxx xxxxx xxxxxxxxxxxx Xxxxxx xxx Xxxxxxxxxxxxxxxxx. Xxxx xxx Xxxxxxxxx xxxx xxx Xxxxx xxxxxxx, xxxxxx xxxx xxxx xxx Xxxxxx xxx Xxxxxx xxxxx xxxxxxxxxxxxxx.

In der E-Mail beschreibt die Person ihre Erfahrungen aus vielen Jahren mit dem Mindener Tageblatt. Die E-Mail ging an einen großen Verteilerkreis, viele Menschen wissen über diese Praktiken offenbar Bescheid, schweigen aber darüber. Sei es aus Angst vor Nachteilen – oder weil das Beschriebene offenbar seit Jahrzehnten geübte Praxis ist und es deshalb gar kein Unrechtsbewusstsein mehr gibt.

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„Manchmal hat das MT (…) einen kurzen Artikel veröffentlicht. Xx xxx xxxx xxxx xxx, xxxx Xxxxxxxxxxxxxx xxx XX xxxxxxxxx xxxxxx, xx xxx Xxxxxxxxxxxxx xxxxxxxx xxxxxxx. Xxxx xx xx xxxxxxxx Xxxxxxxxxxxxx (Xxxxxxxxx) xxx, xxxxx xxxx xxx xxxxxxxx Xxxxxxx (…) xxxxxxxxxxxxxx.“

Quelle: E-Mail vom 21. März 2022, die in Minden einem großen Verteilerkreis zuging. Die Echtheit der E-Mail ist verifiziert. Name und Identität der schreibenden Person sind dem Herz der Stadt bekannt, werden hier aber aus Schutzgründen nicht veröffentlicht.

 

„Xxxx xxx xxxxx XX-Xxxxxxxxxxxx“, xxxxxx xxx xxxxx Xxxxxx xxxxxxxx xxxxxxxxxx. Xxxxxxxxx Xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx – xxxxx xx xxxxx xxxx xxx Xxxxxxxx Xxxxxxxxx xxx xxxxx xxx xxxxxx.

Xxx xxxxxx xxx Xxxxxxxxxx xxx xxxxxxxx xxxxxxxxxxxxxx Xxxxxx xxx Xxxxxxx xx Xxxxx. Xxxx xxx xxxxxxxxxxxxxxx Xxxxxxxx xxxxxxxx Xxxxxxxxx xxxxxxxxxx xxx Xxxxxxxxxxxxxxxxx xxxxxxxxxxxx, xx xxx xxxxxxxxx Xxxxxx xxxxxxx xxx xxxx Xxxxxxxx Xxxxxxxxx xxxxx xx xxxxxxxxxxxxx – xxxxxx xxxxxxxxxxxxx Xxxxxxxxxxxx xxx Xxxxx.

Dass man damit wohl gegen den „Pressekodex“ des deutschen Presserats, Richtlinie 7.1 verstößt – wen juckt’s? Ist der Ruf erst ruiniert, verkauft man sich ganz ungeniert.

Kodex Deutscher Presserat

Quelle: Screenshot Online-Version „Pressekodex des Deutschen Presserats“, die hier kostenfrei abrufbar ist. Gelbe Hervorhebungen durch den Autor.


 

Xxx xxxxxxxxxx Xxxxxxxxx xxxx xx xxx xxx Xxxxx xxxxxxxxx xx xxxxxxxxxxxxx: Xxx xxx xxxxxxxx Xxxxxxxxxxxxxxxxx xx Xxxxx – xxx xxx Xxxxx xxxxxxxxxxxxx Xxxxxxxxxxxxxxxxx (xxxxxx xx xxx xxxx xxxxxxxxx xxxx xxxx)?

Was ist „Pressefreiheit“ noch wert – wenn sich ihr monetärer Wert in Cent und Euro in der Anzeigenpreisliste nachschlagen lässt? Und die vornehmliche Aufgabe von Redakteuren das Befüllen des weißen Raums zwischen den Anzeigen ist, damit sich das Endergebnis wie eine „Zeitung“ anfühlt?

Xxx Xxxxxxxx xxx „Xxxxxxxxxxxxxx“ xxx „Xxxxxxxxxxxx xxx Xxxxxxx xxx xxxxxxxxxxxxxx Xxxxxxxxxxxx“, xxx xxxx xxx XX-Xxxxxxxxxxxxx Xxxxxxxx Xxxx xxxxx xxxxxx xxxxxxxxxx xxx Xxxx xxxxxxx xxxx – xxxxxxxxx xxxxxxxx xxx Xxxx, xx xxxxxxxx Xxxxxx xxxxxxxxxxxx, xxx Xxxxxxx xxx xxxx xxxxx xxxx Xxxx xxx Xxx (Xxxxxxxxxxxxx) xxxxxxxxx xxxx.

Wundert es da noch irgendwen, dass am selben Tag, an dem die obige E-Mail ihre Kreise zog, eine Studie der TU Dortmund veröffentlicht wurde, die dem Journalismus – wieder mal – einen weiteren Glaubwürdigkeitsverlust attestiert? Käufliche Presse – damit gräbt sich der Journalismus sein eigenes Grab.

Wenn ich mein MT-Abo nicht schon längst gekündigt hätte – heute wäre der Tag dafür.

NOTABENE
Das Herz der Stadt ist hundert Prozent anzeigenfrei. Wir lassen uns weder den Schneid noch unsere Reichweite abkaufen. So geht unabhängige, freie Berichterstattung. Gern geschehen!

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Mrz 19 2022

Verrückt! Wahl nicht gewonnen – Wahlversprechen trotzdem eingehalten

Dass Politiker ihre Wahlversprechen vergessen, sobald die Wahl vorüber ist – gang und gebe. Umso erstaunlicher, wenn das glatte Gegenteil passiert! Wenn jemand zwar...
Das Herz der Stadt Minden
Mrz 13 2022

… was sagen eigentlich die Künstler über diesen Ort?

Die Popup-Event- und Aktionsfläche wurde von der Stadt Minden per Anordnung geschlossen. Damit ist es vorbei mit Kunst- und Kultur-Veranstaltungen in der Obermarkstraße...
Verrückt! Wahl nicht gewonnen – Wahlversprechen trotzdem eingehalten

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Autor Edgar Wilkening

 


Sie erreichen den Autor per Mail an:
ew@dasherzderstadt.de

Über eine Nicht-Politikerin, die erst recht gute Stadtpolitik macht

Dass Politiker ihre Wahlversprechen vergessen, sobald der Wahltag vorüber ist: eine Plattitüde und gelebte Tradition im Lande.

Der Bürgermeister mit der „Falschaussage“ (Mindener Tageblatt, 29. Januar 2022), Mindens oberster Dienstherr Michael Jäcke, der vor der Kommunalwahl 2020 Fördergelder in Aussicht stellte, von denen er damals schon wusste, dass es sie nicht geben würde, ist da nur das schillerndste Beispiel der hiesigen Politik.

Umso erstaunlicher deshalb, wenn das glatte Gegenteil passiert. Wenn jemand für ein politisches Mandat zwar kandidiert – dann nicht ins Amt gewählt wird – anschließend seine Wahlversprechen aber dennoch einlöst.

Genau das ist in Minden geschehen. Verrückt!

Die Mindenerin Astrid Engel hatte 2020 als parteifreie Bürgerin für den Stadtrat kandidiert. Ganz ohne Parteiapparat im Rücken, ganz ohne lobbygesteuerte Bonzenkohle auf dem Konto, ganz ohne Unterstützung aus Parteizentralen, ganz ohne hydraköpfigen Kader, der auf Zuruf durch die Straßen zieht.

Stattdessen ausgestattet nur mit einer klaren Haltung, viel Idealismus und guten Ideen.

Ihr Ziel: die verschnarchte Mindener Politkaste anzuschubsen, endlich das Wohl der Stadt ins Auge zu fassen – statt Günstlingswirtschaft, Falschaussagen oder andere Dummheiten zu betreiben.

Für diese freie Haltung und die klaren Aussagen, die in dem Zusammenhang fielen, war Engel damals scharf angegangen worden. Von linientreuen Parteikadern sowieso, die ihr wegen so viel Gedankenfreiheit und Unabhängigkeit einen „menschenverachtenden“ und „erniedrigenden Wahlkampf“ vorwarfen. Aber auch von der Journaille.

Ausschnitt aus "Post von Piel"

Quelle: E-Mailversion „Post von Piel“, 27. August 2020. (Gelbe Hervorhebungen durch den Autor.)


 

„Denkt sie ernsthaft, sie könnte Minden im Alleingang retten?“, hatte der Chefredakteur des Mindener Tageblatt, Benjamin Piel, in seiner wöchentlichen Propaganda-Postille „Post von Piel“ gegeifert. Gerade so, als sei es eine Art Naturgesetz, sich einer moralisch korrumpierten Organisation anschließen zu müssen, um stadtpolitische Impulse setzen zu dürfen.

Beschämend.

Erst recht, wenn man die Resultate knapp zwei Jahre später betrachtet. „Bürgermeister Falschaussage“ fällt Woche für Woche durch ungelenkes Verhalten und fachlichen Murks auf, die regierende SPD schustert einer treuen Genossin teure innerstädtische Grundstücke zu, historisch einmalige Chancen werden konsequent vergeigt, um einem Beigeordneten einen Herzenswunsch zu erfüllen, der sich nebenher in der Privatwirtschaft die Taschen füllt, die oppositionelle CDU holt das Stöckchen, wenn die SPD es wirft – und die drängenden Probleme der Stadt bleiben natürlich weiter unangepackt. Offenbar haben alle genug damit zu tun, ihre Sitzungsgelder zu zählen.

Aber es gibt auch Gegenbeispiele.

Ausgerechnet dort, wo noch vor einiger Zeit mit jedem noch so bekloppten Argument draufgedonnert wurde: bei der Mindener Bürgerin Astrid Engel.

Die hatte bei ihrer Kandidatur 2020 aus dem Stand annähernd jede zehnte Wählerstimme in ihrem Wahlbezirk bekommen – ein respektables Ergebnis für einen politischen Newcomer ohne Apparat. Letztlich aber natürlich vollkommen chancenlos gegen den parteigepamperten Gegenkandidaten, der sich jeder Unterstützung durch seine SPD-Apparatschiks sicher sein durfte.

Die Zeit seit ihrer Nicht-Wahl hat die Nicht-Politikerin Engel genutzt, um zahlreiche Initiativen anzuschieben. Und dabei ganz nebenbei einige ihrer Wahlversprechen eingelöst – auch ohne Amt. Verrückt, oder? Und natürlich auch: ohne Bonzenkohle, ohne politischen Apparat, ohne korrupte Machenschaften.

Tatsächlich quasi „im Alleingang“, wie Chefredakteur Piel es seinerzeit antizipierte.

Einige der Wahlversprechen der parteifreien Ratskandidatin Astrid Engel von 2020

Einige der Wahlversprechen der parteifreien Kandidatin Astrid Engel zur Kommunalwahl 2020 in Minden. Quelle für alle drei Statements: Screenshots der Webseite minden-waehlt.de am 23. Februar 2022.

„Unsere Stadt braucht mehr Raum für Kultur und Engagement. Dafür stehe ich als Stadtverordnete ein“, versprach Engel den Wählern 2020. Hat das Gros der Wähler offenbar nicht geglaubt. Sondern lieber „Bürgermeister Falschaussage“ und seinen Kumpanen vertraut.

Das hat die parteifreie Kandidatin aber nicht davon abgehalten, ihr Wahlversprechen einzulösen und ganz einfach „mehr Raum für Kultur und Engagement“ zu schaffen. Die Popup-Event- und Aktionsfläche von Das Herz der Stadt in der Obermarktstraße 19 ist eine ureigene Initiative von Astrid Engel (mit Unterstützung des Autors).

Seit September 2021 zählte die Aktionsfläche zu den lebendigsten und vielfältigsten Kultur- und Veranstaltunsgsorten in Minden. Alle vierzehn Tage neue Kunstausstellungen, neue Maler, Fotografen, Zeichner, die hier ihre Werke zeigten.

Alle zwei Wochen? Das ist eine so hohe Rotationsgeschwindigkeit, dass sich selbst hauptberufliche Kulturmacher in den Metropolen verwundert die Augen rieben angesichts des Tempos, das plötzlich in Minden herrschte.

Parallel zu den Ausstellungen zahlreiche Veranstaltungen: Konzerte, Lesungen, Vorträge, Diskussionsrunden … Außerdem stellte Engel den Raum engagierten Menschen für Meetings und Versammlungen zur Verfügung – kostenlos und ohne Bürokratie. Und sie initiierte selbst Treffen mit hochkarätigen Gästen bei Das Herz der Stadt.

Damit bot Das Herz der Stadt wahrhaftig ein deutliches Mehr an „Raum für Kultur und Engagement“. Genau so, wie es Engel 2020 als Kandidatin versprochen hatte. Wow! Nicht gewählt – Wahlversprechen trotzdem erfüllt? Verrückt …

„Unsere Stadt verdient eine lebendige, reichhaltige Innenstadt mit liebenswertem Charme“, hatte die parteifreie Kandidatin 2020 ebenfalls versprochen.

Wer mal die Feedbacks der Besucher bei Das Herz der Stadt erlebt hat, wie verblüfft Touristen und Gäste sind, „was es in Minden gibt“, ganz gleich, ob sie aus Warmsen, Würzburg oder Wuppertal kommen, muss anerkennen, dass Engel auch in diesem Punkt ihr Versprechen gehalten hat. Vielleicht nicht für die gesamte Innenstadt – zugegeben. Aber doch für den Teil der Stadt, auf den sie auch ohne politisches Mandat Einfluss hat. Chapeau!

Und noch so ein Wahlversprechen aus 2020: „Unsere Stadt braucht in der Politik mehr solides Fachwissen und mehr kluges Nachfragen.“ Ebenfalls erfüllt! Gerade weil so viele Stadtverordnete zwar über teure Vorhaben und große Budgets entscheiden, dafür aber kaum das ausreichende Fachwissen haben, hat Astrid Engel als Architektin gemeinsam mit Architekt Michael Störmer das „BürgerBauBüro“ ins Leben gerufen.

Eine Art offene Sprechstunde, als niedrigschwelliges Angebot, regelmäßig in den Räumen von Das Herz der Stadt – offen für jedermann, der Fragen hat rund um die Themen Bauen oder Stadtentwicklung.

Offen für Bürger – aber auch für Stadtverordnete, die Hintergrundwissen suchen zu Bauen und Stadtentwicklung. Damit niemand mehr dumm entscheiden muss in Minden. Vorbildliche Initiative!

Die beeindruckende Bilanz der Wahlversprechen von Astrid Engel

EINGEHALTEN

EINGEHALTEN

EINGEHALTEN

Eine beeindruckende Bilanz innerhalb von knapp zwei Jahren ohne offizielles Mandat. Und damit selbstverständlich ein riesiger Dorn im Auge all jener, die 2020 zwar gewählt wurden, ihr Amt seitdem aber vor allem nutzten, um ihr Ego aufzupumpen oder ihre Einkünfte.

Eine einzelne Bürgerin – quasi „im Alleingang“ – kriegt mehr auf die Reihe als die ganze Quarktaschen-Riege aus Politik und Verwaltung zusammen? Der blanke Horror für überzeugte Stillstands-Täter! Denn alle, die ihr Nichtstun stets aufs Neue damit begründen, dass „das eben nicht geht“, bekommen hier ihre eigene Inkompetenz vorgeführt.

Insofern kein Wunder, dass es gerade jene sind, die 2020 gewählt wurden, auch auf Grund von Falschaussagen, die jetzt gemeinsam mit ihrem administrativen Arm in der Verwaltung alles daran setzen, die wahr gewordenen Wahlversprechen der Bürgerin Astrid Engel so schnell wie möglich wieder ungeschehen zu machen. Im Zweifel auch mit mutmaßlich unrechtmäßigen Methoden. Die Popup-Event- und Aktionsfläche wurde auf behördliche Verfügung hin geschlossen.

Wahlversprechen einhalten??? In Minden? Wo kämen wir da hin, wenn das jeder machen würde!

Ich verrat’s Ihnen: Wir kämen da hin, eine quicklebendige, quirlige Stadt zu werden mit hoher Attraktivität für Bewohner, Besucher, Touristen, Gäste, Unternehmen, Gründer, Künstler und viele mehr.

Wir kämen da hin, ein hinreißendes Kleinod an der Weser zu werden. Ein Sehnsuchtsort. Ein begehrtes Ziel. Ein aufstrebender, prosperierender Ort mit überregionaler Bedeutung.

Ein Graus für alle, die die Pfründe ihrer Stadt lieber in kleingeistigen und korrupten Seilschaften untereinander aufteilen.

Transparenzhinweis:
Der Autor dieses Berichts befindet sich in einer Lebensgemeinschaft mit der portraitierten Bürgerin Astrid Engel.

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