Die Demokratie nicht dem linken Rand überlassen:
Null Raum für Extremismus oder Intoleranz

Autor Edgar Wilkening

7. Feb., 2024

Autor: Edgar Wilkening

Aktuell gehen in vielen Städten Deutschlands Menschen für die Demokratie auf die Straßen. Gut so. Demokratie lebt von der aktiven Teilhabe ihrer Bürger.

Problematisch wird’s allerdings, wenn Demonstrationen zwar von einer breiten Mitte der Gesellschaft besucht werden, aber von Organisationen am extremen linken Rand des politischen Spektrums initiiert sind.

Ob allen Menschen wohl klar war, wer da eingeladen hatte, sich am 19. Januar 2024 auf dem Marktplatz in Minden zu versammeln, um „Gegen die neue Rechte“ zu demonstrieren? Ob alle Demonstrierenden wussten, wessen Geschäfte sie da erledigen?

Besucht von der Mitte der Gesellschaft, aber initiiert vom linken Rand?

Die Rednerliste hätte durchaus den Eindruck erwecken können, es sei eine breite Mitte der Mindener Gesellschaft gewesen, die zur Demonstration aufgerufen hatte: Bürgermeister, Landrat, Verwaltungsmitarbeiter, Kirchenvertreter, Unternehmer und, und, und … Eine lange Liste.

War es also ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, Parteien, Vereinen, Kirchen, Initiativen, Kulturclubs, Naturschutzverbänden, sozialen Trägern, Unternehmen, Schützenvereinen, Theatern etc., das auf den Marktplatz geladen hatte? Ähnlich wie in Berlin, wo am Wochenende mehr als 1.800 Organisationen gemeinsam aufgerufen hatten?

Mitnichten.

Wer den tatsächlichen Initiatoren der Mindener Veranstaltung nachspürt, landet schnell im linken politischen Spektrum, bisweilen sogar am linken Rand.

Bei Menschen und Namen, die immer wieder durch krude politische Botschaften und Aktionen auffallen – teilweise am Rande der Strafbarkeit oder darüber hinaus, politisch gedeckt durch ideologisch sympathisierenden Klüngel.

Steigbügelhalter des linken Dogmatismus, die sich hinter floskelhaften Demokratie- und Vielfalt-Wölkchen verbergen. Gut gemeint, aber weit entfernt von gut.

Bürgerliche Mitte der Gesellschaft sieht jedenfalls anders aus.

Wer den Blick ideologisch verengt, leistet der Demokratie einen Bärendienst

Wer auf dem einen Auge blind ist, womöglich sogar auf zweien, der ist wahrlich ein schlechter Ratgeber in Sachen Demokratie und Vielfalt.

Extremismus gefährdet demokratische Gesellschaften von rechtsaußen, ja. Aber genauso, wenn er von linksaußen kommt. Oder religiösem Eifer entspringt. Oder sonstigen Motivationen.

Extremismus in jeglicher Form ist Gift für demokratische Gesellschaften. Wer den Blick auf nur eine einzelne Richtung verengt, um seinem engen Weltbild gerecht zu werden, der leistet der Demokratie einen Bärendienst.

Umso wohltuender, wenn jenseits des linksextremen Spektrums Gruppen, Organisationen, Verbände initiativ werden und sich klar gegen Extremismus in jeder Form positionieren. Beispiele dafür gibt es deutschlandweit reichlich: in Industrie und Wirtschaft, im Sport, im Kulturbereich, bei Verbänden.

Wie wohltuend, wenn Initiativen aus der Mitte der Gesellschaft kommen

Auch im kleinen Städtchen Minden tut sich da was. Die ISG Obermarkt-Quartier e.V. ist ein Winzling, gemessen an ihrer Mitgliederzahl und ihrem Wirkungsradius in Mindens oberer Altstadt. Aber sie zeigt mehr Mumm als viele große Player.

„Raum für gute Geschäfte“, wirbt die ISG seit heute durchaus doppeldeutig auf einem vier Meter breiten Banner am Eingang zur Obermarktstraße. Und ergänzt: „Aber null Raum für Extremismus oder Intoleranz“.

M-Team aus der Mitte der Gesellschaft

M-Team im Einsatz: Aktivisten und Sympathisanten aus der M-itte der Gesellschaft am 7. Februar 2024. Mit dabei: links Arno Sebening (Geschäftsführer Handelsverband OWL, Herford-Minden), rechts: Architektin Astrid Engel (1. Vorsitzende der ISG Obermarkt-Quartier e.V.)
Photo: Edgar Wilkening | Das Herz der Stadt

Banner der ISG Obermarkt-Quartier am Eingang zur Obermarktstraße

Nicht Fähnchen im Wind, sondern klares Statement gegen jede Form von Extremismus und Intoleranz: Vielfalt als Standort-Faktor in Mindens Obermarktstraße.
Photo: Edgar Wilkening | Das Herz der Stadt

Wie sympathisch, dass hier jemand eine klare Haltung vertritt und gleichzeitig den Blick in alle Richtungen offen hält. Durch schlichtes Weglassen des Wörtchens „Rechts“ tritt die ISG gegen jede Form von Extremismus ein – ob von rechts, von links oder von religiösen Eiferern. Weniger ist eben doch mehr.

Als Immobilien- und Standort-Gemeinschaft tritt die ISG für mehr Attraktivität des Standorts ein, damit für höhere Zukunftsfähigkeit des Gewerbes und bessere Werthaltigkeit der Liegenschaften. Allesamt Themen, bei denen Linksideologen Reißaus nehmen, weil ihnen schon diese Begriffe suspekt vorkommen.

Mehr Mitte der Gesellschaft geht kaum.

Es bräuchte viel mehr solcher Initiativen, solcher Zeichen. Wo bleiben sie?

Umso mehr darf man gespannt sein: Wie viel Wertschätzung wird das Statement der ISG bekommen – oder wie viel Ablehnung? Wie wird die Aktion dieser privaten Organisation im kleinen Weserstädtchen aufgenommen werden?

Wird das Banner als hippes Fotomotiv auf Insta trenden? Wird es Thema kluger Zeitungskommentare oder Leserbriefe? Wird es Debatten anstoßen? Oder wird es doch eher Ziel von Vandalismus und Zerstörung? Und wie viel Hasenfüßigkeit werden wir erleben von Menschen, denen schon dieses bisschen klare Haltung zu viel ist?

Sicher ist: Wer sich so deutlich aus der Mitte der Gesellschaft für Freiheit und Vielfalt positioniert, überlässt die Demokratie nicht den politischen Rändern. „Antifa-Parolen und SPD-Fahnen will man auf Dauer nicht hinterherlaufen“, hieß es neulich so schön im Spiegel. Danke dafür, ISG Obermarkt-Quartier!

Sicher ist aber auch: Es bräuchte viel mehr solcher Initiativen, solcher Zeichen und Aktionen. Von viel mehr Organisationen und Unternehmen der bürgerlichen Mitte – auch aus Minden. Wo bleiben sie?

Ein Nachtrag aus der Wirklichkeit, zwei Wochen später" >
Illustration einer Café-Eröffnung
Aug. 06 2026

Ein Nachtrag aus der Wirklichkeit, zwei Wochen später" > Wie man an einem Strang zieht: Mit den Händen in der Hosentasche
Ein Nachtrag aus der Wirklichkeit, zwei Wochen später

Ein Café, das andere bezahlt haben. Ein Bürgermeister, der gratuliert. Und dazwischen ein Wörtchen, das aus fremder Leistung Gemeinschaftswerk macht. Über die Kunst, an...
Der Exportschlager
Mindens erfolgreichstes Produkt verlässt die Stadt mit neunzehn – und die Bilanz sieht trotzdem gut aus" >
Paket mit dem Stempel "Made in Minden" und Anschrift in Hamburg
Juli 24 2026

Der Exportschlager
Mindens erfolgreichstes Produkt verlässt die Stadt mit neunzehn – und die Bilanz sieht trotzdem gut aus" > Der Exportschlager
Mindens erfolgreichstes Produkt verlässt die Stadt mit neunzehn – und die Bilanz sieht trotzdem gut aus

Auf dem Weihnachtsmarkt erzählen sie von München, Singapur, Hamburg – die Ehemaligen, drei Tage im Jahr zurück in Minden. Die Stadt nennt das Heimatliebe. Die Statistik...
Wo das Weserbergland aufhört
Warum Touristen durch die Stadt hindurchfahren, in der Schiffe über Schiffe fahren" >
Ortausgangsschild zeigt das Ende des Weserberglands an
Juli 22 2026

Wo das Weserbergland aufhört
Warum Touristen durch die Stadt hindurchfahren, in der Schiffe über Schiffe fahren" > Wo das Weserbergland aufhört
Warum Touristen durch die Stadt hindurchfahren, in der Schiffe über Schiffe fahren

Es steht in der Eigenwerbung der Tourismusbranche: Das Weserbergland wird „im Norden von Minden begrenzt“. Nicht etwa gekrönt – sondern begrenzt! Warum Gäste im...
Gebt den Bürgern die Akten!
Ein unerhörter Vorschlag – und die viel ernstere Frage dahinter" >
Der Bürgermeister überreicht dem Bürgerkomitee die Akten zur Einsicht
Juli 22 2026

Gebt den Bürgern die Akten!
Ein unerhörter Vorschlag – und die viel ernstere Frage dahinter" > Gebt den Bürgern die Akten!
Ein unerhörter Vorschlag – und die viel ernstere Frage dahinter

Dienstagmorgen, kurz nach neun. Es klopft. Vor der Rathaustür ein Dutzend ganz normaler Bürger: „Wir würden dann mal alles sehen wollen.“ Ein Hirngespinst?...
„Alle an einem Strang“
Über eine Metapher, die klingt wie ein Plan – und keiner ist" >
Metapher als Bild: Alle ziehen an einem Strang – aber was?
Juli 21 2026

„Alle an einem Strang“
Über eine Metapher, die klingt wie ein Plan – und keiner ist" > „Alle an einem Strang“
Über eine Metapher, die klingt wie ein Plan – und keiner ist

„Alle an einem Strang ziehen“ – so will das Innenstadtmanagement Minden retten. Nur: Was hängt eigentlich am anderen Ende des Seils? Und wer sind alle? Die...
Das unsichtbare Vorstellungsgespräch –
Warum Mindens Innenstadt Personalentscheidungen trifft, von denen sie nichts ahnt" >
Bewerbungsbogen der Stadt Minden mit Stempel Abgelehnt
Juli 18 2026

Das unsichtbare Vorstellungsgespräch –
Warum Mindens Innenstadt Personalentscheidungen trifft, von denen sie nichts ahnt" > Das unsichtbare Vorstellungsgespräch –
Warum Mindens Innenstadt Personalentscheidungen trifft, von denen sie nichts ahnt

Frau K. hatte drei Jobangebote. Eines aus Minden. Die Firma war top, das Gehalt stimmte. Entschieden hat ein Samstagnachmittag in der Fußgängerzone. Warum Mindens...
Willkommen in der C-Lage!
Warum Mindens Innenstadt verramscht – und warum bunte Bälle daran nichts ändern werden" >
Silhouette Billig-Stadt Minden mit Preisschild
Juli 13 2026

Willkommen in der C-Lage!
Warum Mindens Innenstadt verramscht – und warum bunte Bälle daran nichts ändern werden" > Willkommen in der C-Lage!
Warum Mindens Innenstadt verramscht – und warum bunte Bälle daran nichts ändern werden

Ein Billigheimer nach dem anderen eröffnet in Minden. Und wo bleiben die Top-Geschäfte? Wer sich das fragt, muss sich nur eine einzige Zahl ansehen. Sie erklärt, warum...
erneuter Vorfall!" >
Rückwärtiger (zweiter) Flucht- und Rettungsweg des Kleinen Theater am Weingarten mit Blockaden und Wege-Pfeil
Juni 16 2026

erneuter Vorfall!" > Stadt Minden kriegt ihre Probleme mit Flucht- und Rettungswegen nicht in den Griff – erneuter Vorfall!

Die Bürger gängeln, wo es nur geht. Aber im eigenen Laden herrscht der Schlendrian. Das ist das Bild, das die Stadtverwaltung Minden seit längerem abgibt. Und jetzt mit...
Der Claas-Relotius-Moment des Lokaljournalismus
Sicherheitskamera offenbart, wie Zeitungsmacher arbeiten" >
Rekonstruktionszeichnung
Mai 05 2026

Der Claas-Relotius-Moment des Lokaljournalismus
Sicherheitskamera offenbart, wie Zeitungsmacher arbeiten" > Der Claas-Relotius-Moment des Lokaljournalismus
Sicherheitskamera offenbart, wie Zeitungsmacher arbeiten

Dienstag, 5. Mai 2026: der erste Tag des Lokaljournalismus, eine Initiative privater Zeitungsverlage und Medien-Organisationen. Man feiert sich für Aufrichtigkeit,...
Tag der Pressefreiheit
Ist das die Freiheit der Presse, Quatsch zu schreiben, der nicht stimmt?" >
Mai 03 2026

Tag der Pressefreiheit
Ist das die Freiheit der Presse, Quatsch zu schreiben, der nicht stimmt?" > 3. Mai: Tag der Pressefreiheit
Ist das die Freiheit der Presse, Quatsch zu schreiben, der nicht stimmt?

Die Pressefreiheit zählt zu den Kronjuwelen der Demokratie. Umso befremdlicher, mit welcher Achtlosigkeit Teile des Journalismus mit ihr umspringen. Statt das Privileg...