Knapp achtzehn Meter hoch, mit einem dreißig Meter langen Schwanz, der als Brücke dienen soll: Es ist ein monströses Bauwerk, dieser Aufzug, den die Stadtverwaltung Minden an der Martinitreppe plant.
Das „Monster von Minden“, es wird die historische Stadtsilhouette für immer verändern – unter dem Vorwand der „Barrierefreiheit“.
Ein Koloss aus Stahl, Glas und Beton für Millionen von Euro – und Mindens Baubeigeordneter Lars Bursian versteigt sich bei der Vorstellung des Plans im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen am 23. Juni 2021 zu der Aussage, dass dieses Projekt (Original-Zitat) „einfach das Logischste ist zum Thema Barrierefreiheit und das Einfachste“.
Der Mann könnte kaum falscher liegen. Wieder mal.
Es ist eine der vielen Unwahrheiten, die die Projekte des Baubeigeordneten begleiten. Mal behauptet er öffentlich, alles sei „völlig offen“ bei einem Innenstadtgrundstück – obwohl er von früheren Weggefährten längst einen kleinkarierten Plan hat stricken lassen, der seine Vorstellungen erfüllt.
Dann wieder lässt er in eine Sitzungsvorlage schreiben, der Stadt Minden würden keine finanziellen Auswirkungen entstehen, wenn sie entscheidet, ein Grundstück knapp 500.000 Euro unter Kaufpreis an eine profitorientierte Immobilienfirma abzugeben. Und so weiter und so weiter …
Jetzt also das Monster von Minden als „das Logischste“ und „das Einfachste“ (ausdrücklich im Superlativ!) beim Thema Barrierefreiheit.
Mag sein, dass man Stadtverordneten so einen Quatsch erzählen kann und sie daran glauben – einfach, weil sie daran glauben wollen (wenn zeitgleich zur Ausschuss-Sitzung die deutsche Nationalmannschaft im entscheidenden EM-Gruppenspiel gegen Ungarn steht und der Ausschuss-Vorsitzende schon drängelt).
Aber hier bei Das Herz der Stadt kommt man mit derart kruden Thesen nicht durch. Deshalb haben wir uns hingesetzt und Alternativen entwickelt zum monströsen Plan der Stadtverwaltung.
Zwei Vorschläge für Barrierefreiheit an der Martinitreppe, die wirklich „logisch“ und „einfach“ sind (wir verzichten hier auf den Superlativ). Und die wir hiermit offiziell in die politische Diskussion einbringen.
Aus bürgerschaftlichem Engagement: Weil wir der Überzeugung sind, dass wir als Gesellschaft es nicht zulassen dürfen, die Zukunft unserer Städte uninspirierten Betonköppen oder windigen Lügenbaronen zu überlassen.
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