Benjamin Piel: Game over! – Und Kampa-Halle so: Let the games begin! Ein Lehrstück über Schwachsinn im Lokaljournalismus

Benjamin Piel: Game over! – Und Kampa-Halle so: Let the games begin!
Ein Lehrstück über Schwachsinn im Lokaljournalismus

Benjamin Piel: Game over! – Und Kampa-Halle so: Let the games begin!
Ein Lehrstück über Schwachsinn im Lokaljournalismus

© Symbolbild: Das Herz der Stadt

Autor Edgar Wilkening

Autor Edgar Wilkening. Arbeitete für diverse Medienhäuser wie Axel Springer, Gruner + Jahr, Handelsblatt, NDR, Deutschlandradio, Sat.1, RTL, ZDF. Tätig als Konzept- und Strategieentwickler.

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"Charlatan (...), eine Person, die es versteht, sich den Schein von Gelehrsamkeit und Weisheit zu geben und durch niedere Mittel die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen sucht."

Quelle: Pierer’s Universal-Lexikon, 4. Auflage von 1857 (Band 3, Seite 870)

Am 3. Februar 2020 stand es schwarz auf weiß im Kommentar des damaligen Chefredakteurs des Mindener Tageblatt, Benjamin Piel:

„Es bleibt ein einziger Satz: Die Halle wird abgerissen. Game over.“

Sechs Jahre später ist wieder ein einzelner Satz übrig.

Die Halle steht. Punkt.

Samstag, 14. Februar 2026. Die frisch sanierte Kampa-Halle eröffnet neu. Knapp 4.000 Menschen. Flutlicht. Bierbecher. Heimspiel von GWD Minden gegen die Rhein-Neckar-Löwen. Anwurf 20:00 Uhr.

Game on.

Die Realität hat eine unangenehme Eigenschaft: Sie hält sich nicht an Kommentare verkappter Journalisten.

Natürlich kann man sich irren. Einmal. Vielleicht zweimal. Geschenkt. Aber wenn Fehleinschätzung zum journalistischen Stilmittel wird, wenn apodiktische Urteile ohne belastbare Faktenlage in die Welt geblasen werden – dann reden wir nicht mehr über Irrtum, sondern über Attitüde.

„Die Halle wird abgerissen. Game over.“ Das war keine vorsichtige Einschätzung, kein Szenario unter Vorbehalt. Das war ein finaler Richterspruch. Und er war falsch. Fundamental falsch.

Der Punkt ist nicht, dass jemand sich übernommen hat und danebenlag. Der Punkt ist die Pose der Unfehlbarkeit, mit der solche Sätze formuliert werden. Der erhobene Zeigefinger, der suggeriert: Ich weiß, wie es läuft. Ich habe die Lage durchdrungen. Vertrauen Sie mir.

Sechs Jahre später steht da ein saniertes Gebäude in der Hahler Straße. Beton, Stahl, Glas – und ein stilles Dementi.

Wenn Journalismus mehr sein will als Click-Bait und Meinungsgewitter, dann muss er sich an Realität messen lassen. Analyse bedeutet, Hypothesen sauber zu kennzeichnen, Unsicherheiten offen zu benennen, Quellen transparent zu machen. Wer stattdessen mit maximaler Geste urteilt und minimale Evidenz liefert, betreibt kein profesionelles Handwerk, sondern bizarres Amateurtheater.

Und das Problem ist strukturell. In vielen Lokalredaktionen herrscht inzwischen das Prinzip: zuspitzen, zuschlagen, zuschreiben. Irgendetwas bleibt hängen. Aufmerksamkeit ist die Währung. Differenzierung bringt keine Klicks, aber klare Endurteile tun es. „Game over“ verkauft sich besser als „Die Lage ist komplex und offen“.

Der Preis dafür ist Glaubwürdigkeit.

In der kruden Publizistikwelt eines Benjamin Piel ist das immer wieder zu beobachten.

Da werden Fakten so zurechtgezimmert, dass die Gesinnungslage abgebildet wird – nicht aber die Realität. Da wird die Kommunalwahl-Kandidatur einer parteilos antretenden Bürgerin zum größenwahnsinnigen „die Stadt im Alleingang retten“ hochgejazzt. Da wird in satirische Bildchen ein „Abbruch des Anständigen“ hineingelesen (so dass sich der Erschaffer genötigt sieht, die Bilder mit einem Warnhinweis „Satire“ zu versehen).

Da wird aus dem erfolgreichen Freizeitpark-Konzept eines Unternehmers schlichtweg Terror – wortwörtlich „gnadenloser Erdbeervermarktungsterror“ (kein Witz!). Da wird aus dem Passanten einer Demonstration der Rädelsführer eines rechtsradikalen Lynchmobs (was nach Das Herz der Stadt vorliegenden Informationen im Nachhinein die Zahlung einer Schadensersatzsumme in erheblicher sechsstelliger Größenordnung ausgelöst haben soll – die Rede ist von 170 TEU, die der Verlag zahlen musste). Und so weiter und so fort … Die Liste der Verfehlungen ist schier endlos.

Wenn jemand regelmäßig mit apodiktischen Prognosen arbeitet, die der Wirklichkeit nicht standhalten, entsteht ein Muster. Und Muster sind in der Medienanalyse relevanter als einzelne Ausrutscher.

Eine singuläre Fehlprognose ist menschlich. Ein System aus Übertreibung, Dramatisierung und vorschnellem Urteil ist professionell problematisch.

Die Ironie der Geschichte: Während sich der Lokaljournalismus gern als „Retter der Demokratie“ inszeniert, unterminiert er mit genau diesem Habitus das Vertrauen, auf dem demokratische Öffentlichkeit beruht.

Wer ständig Endzeit ausruft und sich dann als Prophet erweist, dessen Vorhersagen regelmäßig implodieren, sägt am eigenen Ast.

Aber es wäre wohlfeil, blasierten Journalisten allein die Verantwortung dafür zu übertragen.

Ihr publizistisches Gift können die Scharlatane nur versprühen, wenn welt- und lebensfremde Verleger ihnen mit vergoldeten Steigbügeln aufs redaktionelle Pferd helfen.

Zeitungen sind strikt profitorientierte Unternehmen. Man erwartet sich wirtschaftliche Vorteile von gewissenlosen Journalisten, die professionell übertreiben, dramatisieren und vorschnell urteilen.

Das wirtschaftliche Ergebnis entpuppt sich allerdings meist sehr schnell als ernüchternd. Mittlerweile meldet ein erster Verleger die Schließung seiner hauseigenen Zeitungsdruckerei, nachdem Chefredakteur Benjamin Piel dort sein segensreiches Werk beendet hat.

Vollkommen absehbar dieser Absturz, wissen erfahrene Beobachter. Wer beim Beelzebub bestellt, darf sich nicht wundern, wenn er aus der Hölle geliefert bekommt.

Die Kampa-Halle ist deshalb mehr als eine Sportstätte. Sie ist ein gebauter Faktencheck. Ein Beton gewordener Reality-Check für all jene, die mit finaler Gewissheit verkünden, was morgen angeblich alternativlos ist.

Und vielleicht liegt hier die eigentliche Pointe:

Nicht die Halle stand vor dem Abriss, sondern ein bestimmtes Selbstverständnis von Journalismus.

Eines, das glaubt, Lautstärke ersetze Recherche und Pose ersetze Analyse.

„Game over“?

Nein. Game läuft.

Die Halle steht. Die Fans kommen. Das Spiel läuft. Und die Realität hat wieder einmal gezeigt, dass sie keine Rücksicht auf bekloppte Schlagzeilen nimmt.

Wenn man wissen will, wie es um Prognosekraft und Selbstüberschätzung im Lokaljournalismus bestellt ist, muss man nicht lange theoretisieren. Man kann einfach nach Minden fahren, zur Hahler Straße 112. Solange dort die Kampa-Halle ihre Nase in den Wind reckt, steht sie auch als Mahnmal gegen die Hybris vorschneller Gewissheiten von Scharlatanen und Blendern.

Und das ist vielleicht die ehrlichste Form von Kommentar, die man sich wünschen kann:

Ein Gebäude, das schweigt – und damit mehr Wahrheit erzählt als manch schlaumeiernder Leitartikel.

Warum liest man nichts darüber in der Zeitung?

Gute Frage! Falls Sie dabei an eine bestimmte Zeitung denken, müssten Sie dort bitte direkt nachfragen. Grundsätzlich gilt aber: Ein Lokalblatt, das behauptet sich auszukennen in seiner Region und dann regelmäßig danebenliegt, wird alles tun, die eigene Inkompetenz vor seinen letzten Lesern zu verschleiern. Nein, Zeitungen sind nicht eben für besondere Transparenz bekannt.

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Obermarktpassage für 52 Mio. zum Verkauf: Wissen Politik und Verwaltung, wie sehr sie sich haben über den Tisch ziehen lassen?

© Illustration: Das Herz der Stadt

Obermarktpassage für 52 Mio. zum Verkauf: Wissen Politik und Verwaltung, wie sehr sie sich haben über den Tisch ziehen lassen?

Autor Edgar Wilkening

Autor Edgar Wilkening. Experte für Predictive Strategizing (vorausschauende, empathische Strategie-Analyse). Sein Credo: “Wenn man weiß, wie das Gegenüber tickt, kann man immer ein paar Schritte voraus sein.“

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"Eine toxische, praktisch unverkäufliche Immobilie transformiert zu einem hochpreisig verkäuflichen Objekt. Der Wert des Objekts, er dürfte sich schon jetzt (...) um viele Millionen erhöht haben – durch Unboxing, Bereinigen der Eigentümerschaft und Herstellen von Baurecht. So wird Geld verdient. Nicht in irgendeinem rosaroten Märchenland, das sich eine provinzielle Politkaste ausmalt – sondern in der Realität des 21. Jahrhunderts. "

Quelle: Artikel „Obermarktpassage: Haufen Landeier lässt sich vorführen von gewieftem Investor – und heult los“ von Edgar Wilkening auf dasherzderstadt.de vom 2. Oktober 2021.

Kein Blick in die Glaskugel, keine Kaffeesatzleserei – sondern klar wie Kloßbrühe: Als ich vor knapp fünf Jahren, im Oktober 2021, erklärt habe, wie man in der Immobilienwirtschaft Geld verdient und wie dämlich sich Mindens Politik und Verwaltung dazu verhalten, bin ich oft dafür angegangen worden.

Ja, Expertise ist nicht wohlgelitten in der korrumpierten Politkaste des kleinen Weserstädtchens. Lieber umgibt sich mit Ahnungslosen und Schaumschlägern oder wählt sie gleich ins Bürgermeister-Amt.

Nichtsdestotrotz: Dass ich mit meiner Analyse aus 2021 vollkommen richtig lag, bestätigt sich heute, wo die brache Obermarktpassage in bundesweiten Immobilien-Portalen öffentlich zum Verkauf angeboten wird.

… bzw. wurde. Denn kurze Zeit nach Veröffentlichung dieses Berichtes hier wurden die entsprechenden Offerten offline gestellt und sind seitdem zumindest öffentlich nicht mehr aufrufbar. Aber es gibt Screenshots (siehe unten).

Nein, Robert Maiers AIM wird die Obermarktpassage nicht zu einem neuen, lebendigen Ort entwickeln, wie Mindens Politik sich blauäugig immer wieder eingeredet hatte.

Ja, Robert Maiers AIM hat mit dem, was sie im Objekt geleistet hat, den Wert der Immobilie immens gesteigert – genau wie ich es 2021 beschrieben habe (auch wenn diese Leistung für Mindens Politik nicht erkennbar oder nachvollziehbar ist).

Ja, Robert Maiers Versprechungen, die die Mindener Politik so gerne hörte (bis sie ihm große Teile der Immobilie sogar zum symbolischen Gegenwert von einem Euro schenkte und damit das letzte Stück direkter Einflussnahme aus der Hand gab) waren nichts als heiße Luft, um Zeit zu schinden.

Ja, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um Kasse zu machen bei Robert Maiers AIM, um die im Objekt geleistete Arbeit zu monetarisieren – alles wie 2021 angekündigt.

Ja, Mindens Politik und Verwaltung hat sich von einem gewieften Investor vorführen lassen, weil man doch so gerne große Träume träumte – und am Ende zahlen die Bürger der Stadt die Zeche dafür. Auch das alles war ohne Kaffeesatz schon lange absehbar.

Kolportiert wurde ein Kaufpreis von etwas unter 11 Millionen Euro – damals, als die AIM das Objekt vom amerikanischen Finanzinvestor Cerberus übernahm. Jetzt kommt das Objekt für fast des Fünffache auf den Markt: 52 Millionen Euro lautet der Verkaufspreis. Da hat also jemand einen schönen Schnitt gemacht innerhalb weniger Jahre – und sich von Mindens Provinz-Elite derweil noch hofieren lassen.

Die Eckdaten des Angebots "Obermarktpassage"

„Erstklassige Lage: Opportunistische Einkaufspassage mit LEH-Ankermieter & Wohnanlage“, heißt es wortwörtlich im Verkaufs-Exposé.

Adresse: 32423 Minden

Baujahr 1984

Grundstücksfläche: 11.170 m²

Vermietbare Fläche: 35.445,00 m²

Anzahl Stellplätze: 520

Kaufpreis: 52.000.000,00 EUR

Kaufpreis pro m²: 1.467,06 EUR

Provision für den Käufer: 2 % zuzüglich MwSt.

Ansprechpartner: ein Hamburger Immobilien-Makler

Quelle: regionalimmobilen24.de

Screenshots des Inserats der Obermarktpassage Minden
Ausschnitt aus dem Exposé zur Obermarktpassage

Screenshots als Beleg
Quelle: Screenshots aus dem Immobilienportal www.regionalimmobilien24.de. Oben: Ausschnitt aus dem Online-Inserat. Unten: Ausschnitt aus dem mehrseitigen Exposé zur Obermarktpassage. Beide Screenshots vom 3. Februar 2026, 12:12 Uhr und zu dem Zeitpunkt auf dem Portal öffentlich einsehbar. Zwischenzeitlich beides offline gestellt und öffentlich nicht mehr aufrufbar.

Der Fall Obermarktpassage ist ein Musterbeispiel für die ganze Kurzsichtig- und Ahnungslosigkeit der politisch Verantwortlichen dieser Stadt. Für das heillose Chaos, das eine rotverfilzte Provinz-Clique in Politik und Verwaltung über die Stadt zieht.

Und es reiht sich ein in eine endlose Kette gravierender Fehleinschätzungen: von der gigantomanen Multifunktionshalle, den abstrusen Plan-Rochaden am Rechten Weserufer, dem absurden Martini-Fahrstuhlvorhaben – bis hin jetzt ganz aktuell: das kaum finanzierbare Projekt Alte Sparkasse am Kleinen Domhof, dessen Abriss als devote Servicegeste der Stadt vor allem dem Konzern Wohnhaus Minden nützt.

Man will so gerne „große Stadt“ spielen in Mindens Verwaltung und Politik. Aber kleine Geister kriegen eben immer nur Murks zustande. Das vorherzusagen, dazu braucht es keine Kaffeesatzleserei, sondern lediglich das, was in Mindens Politkaste am meisten verfemt ist: ein wenig Sachverstand.  

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Autor Edgar Wilkening

Autor & Song-Creator: Edgar Wilkening

Ja, der 31. Oktober ist gemeinhin bekannt als Tag, an dem Halloween gefeiert wird. Der gruselige Auftakt in die finster-neblige November-Welt von Geistern und Gespenstern.

Wie es der Zufall will, gibt es eine geradezu schicksalhaft anmutende Koinzidenz: Am 31. Oktober 2025 ist auch der letzte Tag, an dem das 2020 für Minden gewählte Stadtparlament samt Bürgermeister Michael Jäcke noch im Amt ist. Danach geben sie – zumindest parlamentarisch – den Löffel ab.

Ab dem schaurigen 1. November ist dann das neu gewählte Gruselkabinett im nebelverhangenen Amte – mit seiner konstituierenden Sitzung am 13. November 2025. Ob unter dem designierten Bürgermeister Peter Kock und seinem künftigen Stadtparlament irgendetwas besser wird in der „Geisterstadt Minden“?

"Wenn der Stadtrat tagt, dann gruselt's mich"

von Edgar Wilkening & Die gebrochenen Herzen | Edgars All Star Band

© Alle Rechte vorbehalten. Edgar Wilkening, Minden an der Weser, 2025.

Ich wage eine Prognose. Und habe aus diesem Anlass, passend zum heutigen Halloween, eine kleine Rock-Hymne kreiert: „Wenn der Stadtrat tagt, dann gruselt’s mich – das ganze Jahr, das ganze Jahr“, heißt es vielsagend in dem Song, den ich mit meiner persönlichen All-Star-Band Die gebrochenen Herzen eingespielt habe.

Fetter Rockröhren-Sound – Feuerzeuge raus und in die Luft! I like it. Und wünsche schaurig-schöne, gruselig-groovige Gänsehaut-Momente beim Hören.

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Autor Edgar Wilkening

Autor: Edgar Wilkening

Dass Mindens Rathaus stets bemüht ist, kein einziges Fettnäpfchen auszulassen, mit dem man seine Inkompetenz unter Beweis stellen kann, zeigt sich immer wieder – zuletzt zum Beispiel hier und hier und hier.

Jetzt droht ein weiteres, extra fettes Fettnäpfchen dazuzukommen.

Womöglich mit Ausmaßen wie im Fall der „Parkhaus-Panne“, die aktuell die Rheinstadt Leverkusen beschäftigt – inklusive LKA-Ermittlungen, potenzieller Strafanzeigen und erheblichen finanziellen Folgen für die Stadt wie auch Beschäftigte des Rathauses.

Wer aufmerksam ums Mindener Rathaus läuft, hört, dass zahlreiche Beschäftigte der Verwaltung Zugang zu Dauer-Parkplätzen haben sollen, die die Stadt Minden ihnen offenbar kostenlos zur Verfügung stellen soll. Das soll das Parkhaus Marienwall ebenso betreffen wie die Rathaus-Tiefgarage.

Begünstigte Mitarbeiter der Verwaltung hätten demnach Zugang zu Stellplätzen, die sie nicht nur während ihrer Arbeitszeiten nutzen können, sondern auch an Wochenenden, in Abendstunden sowie in Urlaubs- und Krankheitsphasen. Kostenlos.

Grundsätzlich ist so etwas zulässig für eine bessere Mitarbeiterbindung.

Allerdings nur, wenn man sich dabei an geltende Regeln hält. Und genau daran hapert es – na, klar – offenbar wieder mal im SPD-geführten Rathaus, wo man willige Parteisoldaten gerne mal über die Maßen bevorteilt.

Nach geltendem Recht ist ein kostenlos zur Verfügung gestellter Parkhaus-Parkplatz, der ansonsten kostenpflichtig vermietet wird, ein geldwerter Vorteil, der vom Arbeitgeber gewährt wird – umso mehr, wenn er nicht allen Beschäftigten zur Verfügung steht, sondern nur einem ausgewählten Kreis.

Dementsprechend gehört der geldwerte Vorteil in die Lohn- bzw. Gehaltsabrechnungen der Beschäftigten. Und genau da hapert’s im Rathaus Minden offenbar: Seit vielen Jahren sollen Dutzende Mitarbeiter in den Vorteil kostenloser Stellplätze in Parkhäusern gekommen sein – ohne transparente Vergabeverfahren und ohne dass der geldwerte Vorteil in den Gehaltsabrechnungen berücksichtigt wurde.

Auf der anderen Seite stehen Einnahmeausfälle bei städtischen Tochtergesellschaften.

Keine Einnahmen für die Mitarbeiter-Parkplätze, da man seitens der Stadt offenbar darauf verzichtet hat, die Stellplätze bei den Parkhaus-Betreibern zu bezahlen.

Daraus könnte jetzt ein Bumerang werden, der sowohl die Verantwortlichen im Vorstand der Stadt Minden trifft wie auch die begünstigten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Denn wenn sich die Berichte bestätigen sollten, könnten Bürgermeister & Co. umfangreiche Ermittlungen drohen – ganz ähnlich wie es in Leverkusen gerade passiert. Und den begünstigten Beschäftigten könnten massive Steuernachforderungen ins Haus stehen von Seiten des Finanzamts.

Es geht um scheinbar kleine Summen.

Die sich aber zu erheblichen Größenordnungen summieren. Wenn wir einen kalkulatorischen Mietpreis von (extrem günstigen) 60 Euro pro Stellplatz pro Monat zugrunde legen und das bei, sagen wir mal: nur fünfzig betroffenen Mitarbeitern – dann reden wir schon über 3.000 Euro pro Monat.

Macht auf’s Jahr: 36.000 Euro. Ergibt auf die vergangenen zehn Jahre gerechnet: 360.000 Euro. Eine Summe, bei der auch das Finanzamt Minden durchaus mal Fragen stellen könnte.

Die „Parkhaus-Panne“ in Leverkusen kann man da geradezu wie eine Blaupause lesen. Denn viele Vorgänge in der Stadt am Rhein decken sich praktisch Eins zu Eins mit den Verhältnissen im Weserstädtchen Minden (siehe unten).

Für jene Mindener Wähler, die immer brav den Sozialdemokraten ihre Stimme geben, damit sie sie los sind (ihre Stimme, nicht die Sozialdemokraten), womöglich der letzte Weckruf vor der Kommunalwahl am 14. September.

Nach zwanzig Jahren SPD-Misswirtschaft wird es Zeit für einen soliden Neuanfang.

Höchste Zeit, im Rathaus durchzulüften und ordentlich aufzuräumen. Schluss mit Miss- und Vetternwirtschaft. Auf zu neuen Mehrheiten im Rat! Auf zu neuer, sachlich fundierter Politik für Minden.

Dunkles Parkhaus

Was ist die "Parkhaus-Panne" von Leverkusen?

Laut einem Radio Leverkusen-Bericht wurden rund 150 kostenlose Parkkarten von einer städtischen Parkhausgesellschaft (für Parkhäuser unter der City C, am Forum und bei den Luminaden) intern ausgegeben – ohne wirtschaftlichen Ertrag, der durch Verkauf und darauf folgende Steuern entstanden wäre.

Infolge dieser Praxis hat der neue Geschäftsführer der Parkhausgesellschaft das Thema zum Anlass genommen, den Vorgang prüfen zu lassen.

Oberbürgermeister Uwe Richrath hat daraufhin entschieden, das Landeskriminalamt (LKA) einzuschalten, um den Vorgang rechtlich auf höchster Ebene untersuchen zu lassen – offenbar, um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten.

Ergänzend dazu gibt es einen Bericht im Kölner Stadt-Anzeiger, der erwähnt, dass sich die Stadt zu den sogenannten „Ämterkarten“ offiziell äußert und dabei die Thematik ebenfalls bestätigt – insbesondere dass es sich um Parkhäuser wie unter der City C, Forum und Luminaden handelt.

Dunkles Parkhaus

Einordnung & Bedeutung der "Parkhaus-Panne"

Was ist das Problem? Rund 150 Parkkarten wurden kostenlos ausgegeben, ohne Einnahmen zu generieren – Einnahmeausfälle und potenziell steuerliche Auswirkungen.

Wer steuert gegen? Der neue Geschäftsführer der Parkhausgesellschaft initiierte die Prüfung; Oberbürgermeister schaltete das LKA ein.

Warum das LKA? Um die rechtliche Bewertung durch eine neutrale, hochrangige Behörde sicherzustellen – es deutet sich eine potentielle Amts- oder Wirtschaftsfehlleistung an.

Politische Dimension: Solche Vorgänge können das Vertrauen der Bürger:innen in die Verwaltung beeinträchtigen – Bürgermeister Richrath reagiert mit dem Verweis auf Transparenz.

Dunkles Parkhaus

Was bedeutet das für Minden?

Die „Parkhaus-Panne“ bezieht sich auf den regelwidrigen, jahrelang praktizierten Verzicht auf Einnahmen durch kostenlose Parkkarten (‚Ämterkarten‘) in Leverkusen, was nun vom LKA überprüft wird.

Wenn sich bestätigt, dass die Stadt Minden ähnlich mit dem Thema Stellplätze in Parkhäusern umgegangen wurde, können in Minden ähnliche Ermittlungen drohen – am Ende womöglich sogar mit Erstattungs-Rückforderungen an Beteiligte und Folgen für Pensionsansprüche der Verantwortlichen, wenn sich eine entsprechende strafrechtliche Relevanz herausstellen sollte.

Warum liest man nichts darüber in der Presse?

Gute Frage! Falls Sie dabei an eine bestimmte Presse denken, müssten Sie dort mal direkt nachfragen. Grundsätzlich gilt aber: Lokalzeitungen, die wirtschaftlich eng verwoben sind mit Rathäusern, lassen gerne mal was unter den Tisch fallen.

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5 erschütternde Erkenntnisse aus der Causa Doppelkandidatur im Mindener Rathaus

5 erschütternde Erkenntnisse aus der Causa Doppelkandidatur im Mindener Rathaus

5 erschütternde Erkenntnisse aus der Causa Doppelkandidatur im Mindener Rathaus

Autor Edgar Wilkening

Autor: Edgar Wilkening

Fand mit einer Mail, einem Telefonat und einer Google-Recherche im Alleingang heraus, was teure Verwaltungsleute und sogenannte Journalisten nicht hinkriegten.

Im Vorfeld der Kommunalwahl am 14. September 2025 kam es in Minden zu einer Doppelkandidatur: Ein Bürger erschien parallel auf den Reservelisten zweier Parteien bzw. Wählervereinigungen. Ganz klar: So etwas ist laut Gemeindeordnung NRW nicht zulässig.

Viel gravierender ist aber, was sich danach abspielte! Denn der Fehler blieb über mehrere Wochen unentdeckt. Und dass trotz teurer Wahlsoftware in der Verwaltung und hochoffizieller persönlicher Prüfung aller Wahlunterlagen durch den Wahlausschuss der Stadt Minden.

Das Ganze gipfelte in den steilen Behauptungen der Verwaltung, erstens: nicht die Verwaltung, sondern die Vertrauensleute der Parteien und Wählervereinigungen seien dafür verantwortlich, dass Bewerber alle Voraussetzungen erfüllen würden. Und zweitens: die im Rathaus eingesetzte Wahl-Software sei nicht in der Lage, derartige Mehrfach-Kandidaturen zu identifizieren.

Beide Thesen entpuppten sich als Schwachsinn ohne jeden Funken Wahrheit – wurden aber von der lokalen Tageszeitung vieltausendfach an die Leserschaft hinausgeblasen, ohne jede Prüfung oder kritische Distanz.

Die ganze Geschichte mit allen Recherche-Belegen finden Sie hier. Erschütternd umso mehr, welche brutalen Erkenntnisse sich aus der Causa für die Bürger ergeben …

Shocked young woman with #1

Das Rathaus – ein Bermuda-Dreieck der Wahrheit

Vertrauen Sie keiner einzigen Aussage, die aus der Verwaltung kommt

Vertrauen ist schön und gut, Kontrolle ist besser – besonders im Mindener Rathaus. Dort scheint man eine bemerkenswerte Begabung entwickelt zu haben: Selbst die simpelsten Sachverhalte ins Gegenteil zu verkehren. Seit 20 Jahren nutzt man dort eine Wahlsoftware, kennt aber deren wichtigste Funktionen nicht. Stattdessen behauptet man steif und fest, das Programm könne etwas nicht – was es längst kann. Schlimmste Ahnungslosigkeit, die sich hinter Paragraphen-Geblubber barrikadiert. Die Causa Doppelkandidatur zeigt: Jede Verlautbarung aus dem Verwaltungsgebäude gehört auf den Prüfstand. Sonst landen wir noch bei amtlichen Mitteilungen über fliegende Schweine oder die Entdeckung des Einhorns im Mindener Glacis. Das Vertrauen in staatliche Institutionen? In Minden erfolgreich demontiert – von innen heraus.

Shocked young woman with #2

Die Presse als Rathaus-Sprachrohr – Journalismus im Tiefschlaf

Misstrauen Sie jedem Satz, der in der Zeitung steht

Es war einmal eine Zeit, da galt die Presse als „vierte Gewalt“, die den Mächtigen kritisch auf die Finger schaute. Diese Zeit scheint in Minden endgültig vorbei zu sein. Die Lokalpresse hat sich zum treuen Schoßhündchen der Stadtverwaltung entwickelt – es bellt nicht, es beißt nicht, es macht höchstens mal Männchen. Statt einer simplen Google-Recherche oder einem Anruf beim Software-Hersteller wird lieber blind abgeschrieben, was das Rathaus vorkaut – ohne jede kritische Distanz. Die journalistische Sorgfaltspflicht? Offenbar ein Luxus, den man sich nicht mehr leisten kann. So mutiert kritischer Journalismus zum Verlautbarungsdienst, bei dem selbst die absurdesten Behauptungen ungeprüft durchgewunken werden. Eine Symbiose zwischen Rathaus und Presse – nur leider auf Kosten der Wahrheit und der Bürger, die beide dafür bezahlen (solange man das Abo nicht einfach abbestellt).

Shocked young woman with #3

Digitale Steinzeit im Rathaus – 20 Jahre Software, null Durchblick

Das Rathaus ist außerstande, die Aufgaben des 21. Jahrhunderts zu bewältigen

Seit 2004 werkelt das Mindener Rathaus mit einer professionellen Wahlsoftware – und entdeckt jetzt, zwanzig Jahre später, dass sie Funktionen nicht kannten, die längst da waren. Das ist, als würde man zwei Jahrzehnte lang mit einem Smartphone nur telefonieren und dann überrascht feststellen, dass es auch WhatsApp gibt. „Dümmster anzunehmender User“ nennt man so etwas in IT-Kreisen: DAU. Während andere Kommunen längst digital durchgestartet sind, dümpelt Minden in der digitalen Steinzeit herum. Die Verwaltung will sogar Software-Features „entwickeln“, die bereits existieren. Man möchte fast mitleidig werden – wäre da nicht die Chuzpe, mit der man die eigene Ahnungslosigkeit als Systemfehler verkauft. Fortschritt sieht anders aus: Wenn die Mindener Verwaltung ein Auto wäre, würde man noch heute mit angezogener Handbremse fahren und sich wundern, warum alle anderen so viel schneller sind.

Shocked young woman with #4

Stadtrat als Abnick-Verein – Kontrolle war gestern

Die Politik verfehlt selbst ihre elementarsten Aufgaben

Der Stadtrat soll eigentlich das höchste Gremium der Stadt sein, eine Art parlamentarisches Kontrollzentrum für die Verwaltung. In Minden ist er eher zu einem gut bezahlten Abnick-Verein verkommen. Statt die Arbeit der Verwaltung kritisch zu hinterfragen, lassen sich die Stadtverordneten bereitwillig von unfähigen Staatsdienern vorführen. Warum auch nachfragen, wenn man selbst nicht mehr Ahnung hat als die, die man kontrollieren soll? Das ist, als würde ein Blinder einem Lahmen den Weg zeigen. Bei der kommenden Wahl sollten die Bürger endlich Menschen wählen, die nicht nur warme Sessel füllen, sondern auch den Verstand einschalten können. Erfahrung, Sachverstand und die Bereitschaft, unbequeme Fragen zu stellen – das wären mal Qualifikationen, die man im Stadtrat gebrauchen könnte. Sonst bleibt es dabei: Die Verwaltung macht, was sie will, und der Rat winkt durch, was er nicht versteht.

Shocked young woman with #5

Die Bürger als Reparaturbetrieb – Eigeninitiative als letzter Ausweg

Am Ende werden die Bürger zahlen müssen für Inkompetenz in Politik und Verwaltung 

Am Ende müssen es wieder die Bürger richten – wie so oft, wenn staatliche Institutionen versagen. Entweder sie übernehmen selbst die Aufsichts- und Kontrollfunktionen, die Politik und Verwaltung vernachlässigen, oder sie bezahlen über höhere Abgaben für die Reparatur des Schadens. Die Ironie dabei: Ein einfacher Bürger (der Autor dieser Zeilen) macht in wenigen Stunden das, was professionelle Verwaltung und bezahlte Journalisten nicht hinbekommen – er stellt die richtigen Fragen und findet die Wahrheit heraus. Das zeigt: Oft sind die Bürger klüger, umsichtiger und gewissenhafter als ihre selbsternannten „Experten“ in Rathaus und Redaktionen. Doch dieser Bürgermut hat einen bitteren Beigeschmack – er ist der Beweis für eine weitere Erosion staatlicher Autorität. Wenn die Kontrolleure versagen und die Kontrollierten lügen, bleibt nur noch die Zivilgesellschaft als letzte Bastion der Demokratie. Eine bedenkliche Entwicklung für einen Rechtsstaat.

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