Stadtspaziergang mit Astrid Engel:
Die größten Feste in tausend Jahren Stadtgeschichte

Stadtspaziergang mit Astrid Engel:
Die größten Feste in tausend Jahren Stadtgeschichte

Autor Edgar Wilkening
AUTOR
Edgar Wilkening – Initiator und Gründer von Das Herz der Stadt

Kennen Sie den Raum da oben im Bild? Wenn nicht: gar keine Schande. Die wenigsten Mindener wissen von diesem prächtigen Saal. Und noch weniger haben ihn je zu Gesicht bekommen.

Dabei gehört er uns allen! Allen Mindener Bürgern. Und ist erst vor wenigen Jahren aufwändig saniert worden. Wiederum mit öffentlichen Geldern. Nämlich mit Spenden der örtlichen Sparkasse.

Ein Raum mit pompöser Ausstattung, von fast schon barocker Opulenz – mitten in der Stadt. Und trotzdem irgendwie unsichtbar. Seine Heizungsanlage, seine Belüftung – als sie entstanden, waren sie technisch führend. Die Wandgemälde: Auftragsarbeiten, gestaltet von namhaften Künstlern ihrer Zeit.

Und trotzdem kennt kaum jemand diesen Raum? Geschweige denn, dass er konsequent für öffentliche Veranstaltungen genutzt oder angeboten würde. Ein Jammer! Und damit ganz typisch für Minden: überall Potenziale in der Stadt, die ungenutzt rumliegen. Fast könnte man meinen, es wäre politisches Kalkül dahinter …

Überall ungenutztes Potenzial: Man könnte meinen, es steckt politisches Kalkül dahinter

Auch ich werde hier nicht verraten, um was für einen Saal es sich handelt oder wo er sich befindet. Diese Details zu enthüllen gebührt Architektin Astrid Engel. Denn der Raum ist eine der Stationen ihres Stadt-Spaziergangs „Als in Minden die Korken knallten: Die größten Feste in tausend Jahren Stadtgeschichte“.

Es ist ein Stadtrundgang der ganz besonderen Art. Man kann ihn nicht kaufen. Nirgendwo. Nicht mal da, wo Stadtführungen verkauft werden. Er wird exklusiv nur von Astrid Engel angeboten. Und man kann ihn nur geschenkt bekommen.

Am vergangenen Sonntag bekam Das Herz der Stadt ihn geschenkt. Besser gesagt: gut zwei Handvoll Mindener, die an dem Rundgang teilnahmen, der im Herz der Stadt begann und endete.

Ein amüsanter Sonntagnachmittag mit verblüffenden Einblicken. Denn nicht nur der Saal dort oben ist weitgehend in Vergessenheit geraten. Auch viele der spektakulären Feste und Feiern, die in der Weserstadt mal stattgefunden haben, spielen im öffentlichen Bewusstsein kaum eine Rolle mehr.

Angesichts der heutigen Trostlosigkeit, die von einer verkalkten politischen Kaste in Minden kultiviert wird, kaum zu glauben: Es gab Zeiten, in denen die Weserstadt so bedeutend und voller Anziehungskraft war, dass Menschen aus ganz Europa kamen, um hier bedeutende Ereignisse mit allem Pomp zu zelebrieren.

Angesichts der heutigen Tristesse, die von einer verkalkten politischen Kaste kultiviert wird, fast nicht zu glauben

Von wegen „kniepige Ostwestfalen“! Bei manchen Festen flossen Milch und Honig in Strömen – oder was zur jeweiligen Zeit gerade die angesagten Preziosen waren. Dazu Gesottenes und Gebratenes im Überfluss. Sogar edle Eiscreme wurde vor Jahrhunderten schon extra herangeschafft.

Welche Feste es waren im Laufe von tausend Jahren Stadtgeschichte, welche Anlässe es gab und wie manche Feier aus dem Ruder lief – auch über diese Details schweigt sich der Autor hier aus. Aber schon mal gehört von der „Weltausstellung“, die in Minden stattfand?

Tour-Guide Astrid Engel hat Wochen dazu recherchiert, Quellen studiert und Zusammenhänge ergründet. All das Spannende, das sie herausgefunden hat, erzählt sie ihrem Publikum während des exklusiven Rundgangs.

Gut zweieinhalb Stunden nach dem Start der Tour kehrten die Teilnehmer zurück ins Herz der Stadt. Und siehe da: Dann gab es auch dort tatsächlich noch etwas zu feiern. Eine hochkarätige Magnum mit feinsten Bubbles von der Loire wartete auf die Stadtwanderer, sie zu erquicken.

Und so knallten die Korken in tausend Jahren Stadtgeschichte an diesem Tag ein weiteres Mal in Minden. Genau dort, wo das Leben, das Feiern und der Austausch nach unserer Meinung hingehören: mitten im Herzen der Stadt. Vielen Dank an alle, die dabei waren. Es war uns ein Fest!

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