Der dubiose Deal von Bürgermeister Jäcke mit der Berliner Firma SKM

von | 4. Feb. 2021

"Durch die Mängel bei der Vergabe ist kein finanzieller Schaden für die Stadt Minden entstanden."

Quelle: Rechnungsprüfungsamt der Stadt Minden, Prüfbericht vom 21. Januar 2021 zur SKM-Studie, Seite 23

Autor Edgar Wilkening

AUTOR
Edgar Wilkening.
Ist selbst als Consultant für Unternehmen und Organisationen tätig und kennt das Berater-Business deshalb mit all seinen Spitzenleistungen, aber auch Abgründen.

So lautet die Schlussbemerkung von Ute Hannemann, Leiterin des Rechnungsprüfungsamts der Stadt Minden, und Tanja Eichloff, Prüferin, zu den Vorgängen rund um das von Bürgermeister Michael Jäcke lange Zeit geheim gehaltene SKM-Papier zur geplanten Multifunktionshalle (nachzulesen im Prüfbericht vom 21. Januar 2021, den Sie auf dieser Seite unter dem Stichwort „Prüfbericht“ downloaden können).

„Kein finanzieller Schaden“. Eine ganz und gar bemerkenswerte Aussage.

Wenn sich jemand, sagen wir mal: ein Auto kauft für 71.400 Euro, dann entsteht ihm „kein finanzieller Schaden“ – immer vorausgesetzt, das Auto repräsentiert tatsächlich einen Gegenwert von 71.400 Euro und ist tiptop in Schuss.

Falls es sich jedoch um eine schrottreife Rostlaube handeln sollte, die man sich hat andrehen lassen, dann repräsentiert die eben gerade keinen Gegenwert von 71.400 Euro – und damit ist sehr wohl ein finanzieller Schaden entstanden. Und zwar erheblicher!

So viel grundlegenden Sachverstand zu finanziellen Zusammenhängen darf man auch bei Mitarbeitern eines Rechnungsprüfungsamtes voraussetzen.

Wenn durch das SKM-Papier zur Multifunktionshalle also „kein finanzieller Schaden für die Stadt Minden entstanden“ ist, wie die Prüfer attestieren, dann muss man daraus schließen: Das 71.400 Euro teure Konzept ist weit entfernt von einer Rostlaube, sondern tiptop in Ordnung und jeden Cent wert.

Wow!

Das sind Nachrichten, die es erforderlich machen, einen genaueren Blick auf das SKM-Papier zu werfen.

Deshalb sind wir tief eingestiegen in Recherchen rund um die Firma SKM und den deutschen Markt der Sportarenen und Veranstaltungshallen. Mit verblüffenden Erkenntnissen – die es wieder einmal nicht zu lesen gibt in devoten Herrschaftsmedien, sondern nur bei Das Herz der Stadt.

#01: Wer und was steckt hinter der Firma SKM?

Wer sich der SKM GmbH in Berlin mittels Suchmaschine nähert, stößt zunächst auf ein erstaunliches Phänomen: Die Firma betreibt keine eigene Webseite.

Das ist insofern ungewöhnlich, weil dieser Sachverhalt im 21. Jahrhundert eigentlich nur auf zwei Arten Firmen zutrifft: zum einen Briefkastenfirmen, die nur Scheingeschäfte führen – zum anderen Firmen, die in so abgehobenen Sphären unterwegs sind, dass sie jede Form von Öffentlichkeit scheuen.

Das Versteckspiel der SKM GmbH setzt sich sogar in dem vom Bürgermeister beauftragten Papier fort (das Sie auf dieser Seite unter dem Stichwort “SKM-Studie” downloaden können).

Auf praktisch jeder der 26 Seiten des Dokuments prangt zwar ein SKM-Logo – aber eine Postanschrift wird an keiner Stelle genannt. Auch keine E-Mail-Adresse. Keine Web-URL. Nicht mal eine Telefonnummer. Nichts, das zur SKM GmbH hinführen könnte.

Kein Wunder, wenn man angesichts solch formaler Mängel den Eindruck gewinnt: Arbeiten hier Amateure – oder will man ganz bewusst nicht mit offenen Karten spielen?

Immerhin findet sich die SKM GmbH in den offiziellen Registerportalen des Bundes. Im Handelsregister Berlin wird die Firma mit der Nummer HRB 143086 am Amtsgericht Berlin Charlottenburg geführt.

Als Geschäftsführer firmiert Robert Hanning. Der wiederum ist unter dem Spitznamen „Bob“ auch als Sportfunktionär im Deutschen Handballbund tätig. Wohnhaft Nehringstraße 20, Berlin. Eine Adresse, die gleichzeitig auch als Firmensitz der SKM GmbH dient. Also doch eher Briefkastenfirma …?

Der letzte offiziell hinterlegte Jahresabschluss (Stand 02.02.2021) betrifft das Geschäftsjahr 2018. Bilanzsumme gerade mal 416.643,04 Euro (bei einem Eigenkapital von immerhin 392.026,59 Euro).

Dennoch: Angesichts all der dunklen Stellen, die sich rund um die SKM GmbH ranken, bleibt ein mulmiges Gefühl. Das hätte auch Bürgermeister Jäcke beschleichen können …

#02: Wie kommt der Preis von 71.400 Euro zustande?

Das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Minden gibt für das SKM-Papier die Gesamt-Rechnungssumme zwar mit 71.700 Euro an (Stand 02.02.2021) – aber das ist natürlich Quatsch. Der Gesamtbetrag beläuft sich auf 71.400 Euro. Und setzt sich folgendermaßen zusammen:

Zugrundegelegt wurde ein Berater-Tagessatz von 1.500 Euro. Ein Betrag, der für Normalsterbliche extrem hoch klingt, sich im Consultancy-Sektor aber im völlig normalen Rahmen bewegt, sogar eher unteres Mittelfeld repräsentiert.

Im Tagessatz spiegelt sich das Know-how des jeweiligen Beraters wider und vor allem der geldwerte Nutzen, den er dem Auftraggeber verschafft. Denn der ist in der Regel um ein Vielfaches höher als das Honorar – immer vorausgesetzt, es handelt sich um gute und seriöse Berater.

Für das SKM-Papier wurden insgesamt vierzig Beratertage veranschlagt. Das heißt konkret: Ein einzelner Berater arbeitet zwei ganze Monate lang, also acht Wochen (mit je fünf Arbeitstagen) jeden Werktag volle acht Zeitstunden an einem Projekt.

Oder alternativ, wenn sich die Beratertage auf mehrere Personen verteilen, sagen wir der Einfachheit halber mal vier: Alle vier Berater arbeiten ganze zwei Wochen lang jeden Werktag volle acht Zeitstunden an dem Projekt.

Vierzig Beratertage mit 1.500 Euro/Tag, das ergibt in Summe 60.000 Euro Honorar. Das ist der Nettobetrag. Da kommen 19 % Mehrwertsteuer oben drauf: 11.400 Euro. Macht zusammen den Gesamtwert von 71.400 Euro.

Halleluja – mit so einem Honorar, mit so viel geballter Manpower lässt sich mächtig was wuppen!

Habe ich persönlich in Dutzenden erfolgreicher Beraterprojekte für Unternehmen und Organisationen praktiziert – und damit Millionenwerte geschaffen für die jeweiligen Auftraggeber.

Was also stellt die SKM GmbH auf die Beine mit zwei Monaten geballter Manpower für 71.400 Euro?

Ein Papier mit 26 Seiten Umfang.

Wurden neben diesem Papier weitere Leistungen erbracht? Darüber ist nichts bekannt. Gemunkelt wird immer wieder mal über Gespräche, die stattgefunden haben sollen – in Minden, aber auch in Berlin – gemeinsam mit diversen Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Aber falls es sie tatsächlich gegeben hat, dann immer in Hinterzimmern, abseits der Öffentlichkeit. Nichts davon ist bekannt. Aus gutem Grund?

Von „Leistungsnachweisen“ ist im Prüfbericht die Rede, mit denen Einzelrechnungen angeblich unterfüttert wurden. Was steht da drin? Unbekannt. Veröffentlicht wurden die Nachweise nie. Vielleicht besser so, ehe sich noch mehr Entrüstung Bahn bricht?

So bleibt als nachprüfbare Leistung am Ende nur das Papier mit seinen 26 Seiten, die einen Gegenwert von 71.400 Euro repräsentieren sollen.

Das sind umgerechnet 2.746 Euro pro Seite DIN A4. Donnerwetter!

Umgelegt auf die vierzig Beratertage: anderthalb Tage Arbeit pro Seite DIN A4.

Man muss kein Brancheninsider sein, um ein mulmiges Gefühl zu bekommen: Könnte sein, dass hier irgendwas nicht stimmt. Auch Bürgermeister Jäcke hätte misstrauisch werden können …

#03: Was steht eigentlich drin in der SKM-Studie?

Der Wert eines Konzepts bemisst sich nicht nach seinem Umfang. Ob sechs Seiten, sechsundzwanzig oder sechstausend – entscheidend ist nicht die Seitenzahl, sondern der Inhalt. Und den schauen wir uns mal genauer an. Viel genauer, als es die meisten jemals getan haben dürften.

Im Kern basiert das von SKM vorgelegte Konzept auf einem „Sponsoring-/ Finanzierungsplan“. Daraus leitet sich im Papier dann alles weitere ab.

Dass hier die zwei Begriffe „Sponsoring“ und „Finanzierung“ zu einem „Plan“ verschmelzen, zeigt schon, wie eng Sponsoring und Finanzierung in diesem Konzept miteinander zusammenhängen. Immerhin sollen dabei Einnahmen von 1,64 Millionen Euro pro Jahr erwirtschaftet werden.

Den Löwenanteil dieser Summe steuert laut Konzept ein einzelner „Naming Parter“ bei. Er ist Hauptsponsor der Halle und damit derjenige, der ihren Namen bestimmen darf. 600.000 Euro pro Jahr zahlt der Naming-Partner dafür.

Unterhalb des Naming-Partners folgen drei „Founding Partner“ mit deutlich kleineren Rechten, dafür aber auch schon für 180.000 Euro pro Jahr und Partner.

Und noch eine Ebene darunter ist Raum für „Supplier Partner“, die Beiträge zwischen 30.000 und 100.000 Euro beisteuern sollen oder auch geldwerte Sachleistungen.

Addiert ergeben die Sponsoringsummen 1,64 Millionen Euro Einnahmen. Für Pacht und Kapitaldienst kalkuliert SKM 900.000 Euro. Verbleibt ein Überschuss von sage und schreibe 740.000 Euro.

Fein! Sympathische Rechnung. Aber ist sie auch realistisch?

Dazu schauen wir uns mal an, was andere Hallen für ihren Namen jeweils bekommen. Das Herz der Stadt hat von zahlreichen Arenen die vereinbarten Vertragssummen für Namensrechte ermittelt. Allesamt aktuelle Verträge, allesamt mit einer Laufzeit von mehreren Jahren, allesamt in Deutschland.

Aber eine Lanxess-Arena in Köln kann man natürlich nicht eins zu eins vergleichen mit einer Halle in Minden. Deshalb haben wir neben den Vertragssummen auch den jeweiligen PpP-Wert für jede Arena ermittelt.

PpP steht für „Preis pro Platz“ bzw. „Preis pro Person“ (im Englischen: price per place oder auch price per person). Der PpP-Wert setzt die jeweilige Summe für die Namensrechte einer Arena ins Verhältnis zu ihren Zuschauerkapazitäten.

Dahinter steckt der Gedanke, dass die Reichweite, die über das Branding einer Halle erzielt wird, in direktem Verhältnis zur Zuschauerkapazität der Halle steht.

In der nachfolgenden Tabelle sind also gar nicht so sehr die einzelnen Vertragssummen entscheidend, die für Namensrechte vereinbart wurden. Denn die divergieren naturgemäß sehr deutlich.Viel aussagekräftiger ist der PpP-Wert.

Ein hoher PpP-Wert (z.B. 76) zeigt an: Der Sponsor muss verhältnismäßig viel bezahlen dafür, dass er mit seinem Branding Menschen erreicht. Bei einem niedrigen PpP-Wert (z.B. 20) erreicht er das Publikum schon für kleines Geld.

Der PpP-Wert macht es möglich, Arenen ganz unterschiedlicher Größe hinsichtlich der Summen für ihre Namensrechte zu vergleichen.

Für die Namensrechte an der Mindener Multifunktionshalle ergibt sich dabei ein durchaus überraschendes Ergebnis, sofern man das SKM-Konzept zugrunde legt.

Aktuelle PpP-Werte  für Namensrechte deutscher Arenen
Augsburg, WWK-Arena
Berlin, Mercedes-Benz Arena
Bielefeld, SchücoArena
Bochum, Vonovia Ruhrstadion
Bremen, Wohninvest Weserstadion
Dortmund, Signal Iduna Park
Düsseldorf, Merkur Spiel-Arena
Hannover, ZAG-Arena
Köln, Lanxess-Arena
Minden, (noch offen)
Neu-Ulm, ratiopharm-Arena
Paderborn, Benteler-Arena
Stuttgart, Mercedes-Benz Arena
Wetzlar, Rittal Arena
Würzburg, Flyeralarm-Arena
Typus
Stadion
MFH
Stadion
Stadion
Stadion
Stadion
Stadion
MFH
MFH
MFH
MFH
Stadion
Stadion
MFH
Stadion
Namensrecht Euro/Jahr
1.400.000
5.000.000
500.000
800.000
3.000.000
5.000.000
3.700.000
250.000
1.500.000
600.000
250.000
500.000
1.000.000
120.000
300.000
Max. Zuschauer
30.000
17.000
26.000
27.000
42.000
66.000
80.000
14.000
20.000
6.000
9.000
15.000
60.000
6.000
10.000
PpP-Wert
47
294
19
30
71
76
46
18
75
100
28
33
16
20
30

MFH: Multfunktionshalle / Mehrzweckhalle
Stadion: primär Sportstätte, in der Regel nicht überdacht
PpP-Wert: Preis pro Person/Platz (price per person/place), gibt die Relation zwischen der Summe für Namensrecht im Verhältnis zur Zuschauer-Kapazität an

Für alle genannten Rechtesummen liegen zuverlässige Quellen vor. Da diese Art Vereinbarungen grundsätzlich aber der Vertraulichkeit unterliegen, sind Abweichungen möglich.
Quelle: Recherche von „Das Herz der Stadt“

Ist Ihnen aufgefallen? Lediglich zwei PpP-Werte da oben sind dreistellig. Alle übrigen deutlich im zweistelligen Bereich. Das heißt: Hier müssen die Namensgeber im Verhältnis recht geringe Summen zahlen, um ihr Branding ans Publikum zu bringen.

Die beiden dreistelligen, das ist zum einen: die Mercedes-Benz Arena in Berlin mit einem sagenhaften Wert von 294 (der wohl nur durch Berlins Sonderstatus als Hauptstadt zu erklären ist). Und zweitens: Minden.

Die unscheinbare Mittelstadt im tiefsten Ostwestfalen: Plötzlich sticht sie hervor und geht mit dem bundesweit zweithöchsten Wert aus dem Rennen – wow!

Von den anderen Arenen kommen nur drei auf einen Wert oberhalb der Fünfziger-Marke: Bremen, Dortmund und Köln. Alle übrigen liegen deutlich unterhalb der fünfzig. Bielefeld, Hannover und Stuttgart sogar unterhalb von zwanzig.

Allesamt am Markt eingeführte und etablierte Spiel- und Veranstaltungs-Stätten. Und dann kommt Minden und sagt: Wir machen eine Halle mit PpP-Wert hundert?

Zum Vergleich: Es gibt eine Arena dort oben, die in punkto Zuschauerzahl und regionalem Umfeld extrem nah an Minden rankommt.

Schauen Sie mal hin: Die Rittal Arena in Wetzlar hat ebenfalls 6.000 Zuschauer Kapazität – aber einen verblüffend günstigen PpP-Wert von exakt zwanzig.

Das ist gerade mal ein schlappes Fünftel von dem, was das SKM-Papier für Minden plant.

Mit den 120.000 Euro, für die man in Wetzlar gleich die ganzen Namensrechte bekommt, wird man in Minden nicht mal als nachrangiger, namenloser „Founding Partner“ akzeptiert. Denn auf der zweiten Ebene ruft das SKM-Papier immer noch satte 180.000 Euro auf.

Welcher Sponsor sollte da Interesse haben an einem Namens-Deal in Minden?

Stimmt: Der PpP-Wert ist nur ein Indikator. Er ermöglicht eine erste, schnelle Einschätzung. Deshalb nutzen Experten ihn. Es gibt viele weitere Indikator-Werte.

Der Betrag für Namensrechte im Verhältnis zur maximalen Zuschauerzahl plus der Anzahl aller Veranstaltungen pro Jahr ergibt den price per place and event.

Oder: der Preis der Namensrechte im Verhältnis zur Gesamtzahl aller Besucher einer Halle in einem Jahr (price per visitors in total).

All diese Indikator-Werte geben Sponsoren und Fachleuten schnellen Aufschluss, wie marktgerecht und praxistauglich die geforderten Summen tatsächlich sind.

Es würde den Rahmen der Berichterstattung sprengen, sie hier alle aufzuführen. Aber im Rahmen einer professionellen, seriösen Beratungsleistung gehören diese Zahlen unabdingbar dazu.

Diese Zahlen zur Hand zu haben, ihre Bedeutung zu kennen, sie zur Verfügung zu stellen – das ist die Kompetenz, für die vierstellige Tageshonorare gerechtfertigt sind.

Im SKM-Papier fehlen solche Werte vollständig. Keine einzige Zahl wird in ein Markt-Verhältnis gesetzt. Warum? Weil dann für jedermann erkennbar wäre, dass irgendwas hakt? Dass das Konzept mit völlig marktuntauglichen Summen hantiert?

Bringen wir den PpP-Wert für die Mindener Multifunktionshalle mal auf eine halbwegs valide Zahl – sagen wir: fünfzig. Das ist immer noch der doppelte Wert der Rittal Arena in Wetzlar.

Ein PpP-Wert von fünfzig bei einer Maximalkapazität von 6.000 Zuschauern, das entspricht einer glatten Halbierung des Preises für die Namensrechte: von 600.000 Euro pro Jahr runter auf 300.000 Euro. Entsprechend müssen wir die Summen für die übrigen Sponsoring-Partner anpassen.

Für die im SKM-Papier kalkulierte Einnahmen-Situation würde das allerdings bedeuten: statt ursprünglich 1,64 Millionen Euro Einnahmen plötzlich nur noch 820.000 Euro.

Bei einer Belastung von 900.000 Euro für Pacht und Kapitaldienst, wie es das Papier einplant, liegt das hübsche Sponsoring-Modell von SKM damit schlagartig in den tiefroten Zahlen: 80.000 Euro Minus. Autsch!

Vieles, was beim Lesen des SKM-Papiers flott geschrieben wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als wenig tragfähig.

Man hätte das sehen können. Man hätte das wissen können. Man hätte sich auch als Bürgermeister seriöse Kompetenz an die Seite holen können …

Fazit: Warum wurde dieser dubiose Deal nie abgebrochen?

Nein, das ist kein „schnittiges Coupé“, das Bürgermeister Jäcke da für 71.400 Euro erworben hat. Es geht eher in Richtung „schrottreife Rostlaube“, die nicht im entferntesten den Gegenwert repräsentiert, den die Stadt dafür bezahlt hat.

Es gab genügend Anhaltspunkte, dass sich der Weg einer Zusammenarbeit mit SKM als teurer Irrweg entpuppen könnte. Trotzdem hat Bürgermeister Jäcke an dem dubiosen Deal festgehalten. Warum?

Warum hat er nicht die Reißleine gezogen, als es noch möglich gewesen wäre? Warum hat er nicht professionelle Leistungen eingefordert bei SKM? Warum hat er keine unabhängige Hilfe an seine Seite geholt?

Warum hat er die Rechnungen von SKM nicht beanstandet? Warum wurde all das Steuergeld sorglos nach Berlin transferiert?

Welche Antworten auch immer man darauf geben mag: Es steht zu befürchten, dass keine davon eines Mannes würdig ist, der einmal gelobt hat, nur das Beste für die Stadt und ihre Bürger zu wollen.

Das Dossier „Multifunktionshalle“ ist hier bei Das Herz der Stadt gerade erst eröffnet worden …

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